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Das ultimative Mittel gegen Trump-Depression: Mini-Pferde!

Trumps Präsidentschaft hat gerade erst begonnen und ihr habt jetzt schon keine Kraft mehr, um gegen den weltpolitischen Kater anzutrinken? Wir haben da einen Vorschlag.

von Sarah Hagi
23 Januar 2017, 11:55am

Photo by J Danielle Wehunt via Stocksy

Während die Blasen an unseren Füßen vom Women's March am Wochenende noch immer schmerzen, starten wir in die erste Woche, in der Donald J. Trump ganz offiziell der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Nun kann man natürlich sagen: Hey, wir leben in Deutschland, was geht uns das an? Und darauf muss man antworten: Wenn der mächtigste Mann der Welt ein xenophober, korrupter Sexist ist, der Frauen- und Fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig und somit auch den rechtspopulistischen Kräften im Rest der Welt Hoffnung auf überraschende Wahlsiege macht, dann ist das eben schon auch unser Problem. Und so lange ist es bis zur Bundestagswahl jetzt auch nicht mehr hin.

Was also tun, wenn einen die weltpolitische Lage jeden Tag aufs Neue verzweifeln lässt? Wenn selbst das Binge-Watchen der Lieblingsserie einen nicht mehr glücklich machen kann? Die Antwort (neben der Tatsache, dass es immer eine gute Idee ist, sich politisch zu engagieren) ist klein und plüschig: Miniaturpferde.

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Bevor wir allerdings näher darauf eingehen, warum Miniaturpferde sehr viel wichtiger sind als der Anfang vom Ende der Weltpolitik, sollten wir uns zunächst die Fakten ansehen. Zunächst einmal sind Miniaturpferde oder auch Zwergpferde keine ganz normalen Ponys – ganz egal, was dir die Leute erzählen. Wenn wir von Miniaturpferden sprechen, dann meinen wir damit tatsächlich Pferde, die einfach nur winzig klein sind. Laut The Miniature Horse, einer Website, die sich exklusiv mit Mini-Pferden beschäftigt, "darf ein Miniaturpferd nicht größer als 86 Zentimeter sein, gemessen von der Spitze der Schultern, wo die Mähne endet." Wiegen tut ein Miniaturpferd in der Regel zwischen 68 und 113 Kilo.

Hierbei handelt es sich zugegebenermaßen um ein normales Shetland-Pony. Ist aber auch süß. Foto: imago | Norbert Schmidt

Pferde sind allgemein sehr pflegeintensiv – warum sonst würden sich reiche Kinder unentwegt ein Pony wünschen? Miniaturpferde sind dagegen nicht ganz so pflegebedürftig und auch etwas robuster als ein hochgezüchtetes Sportpferd. Sie sind zwar nach wie vor deutlich teurer als ein Welpe, aber laut der American Miniature Horse Association sind Mini-Pferde ein echtes Schnäppchen im Vergleich zu den großen Ausführungen. Das Futter für ein normal großes Pferd kostet monatlich rund 140 Euro, wohingegen der Appetit eines Mini-Pferdes bereits mit nur 23 Euro im Monat gestillt werden kann. Tatsächlich sind sie so kostengünstig, dass sich viele blinde Menschen lieber ein Miniaturpferd als einen Blindenhund halten.

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Die amerikanische Talkshow-Moderatorin Rachel Ray, die sich normalerweise lieber aufs Kochen konzentriert als auf ihre Liebe zu Miniaturtieren, hat sogar eine eigene Rubrik über Blindenpferde eingerichtet. Dieses hier heißt Panda und weiß, wie man Frisbee spielt.

Das womöglich Beste an den Zwergpferden ist allerdings, dass man sie wie kleine Babys im Arm halten kann. Eine bekannte Facebook-Seite aus Japan zeigt unter anderem einen Landwirt und sein Zwergpferd, das er oft wie ein kleines Kind hält. Sie können aber auch mit Schweinchen gehalten werden und kuscheln. Laut Horses and Horse Information, der führenden Informationsseite für pferdebezogene Nachrichten, sind sie "sanfte Tiere, die sehr anhänglich und von Natur aus sehr folgsam sind."

Laut Faith Hanbrook, die im kanadischen Alberta Hawkhill-Zwergpferde züchtet und verkauft, sind Miniaturpferde der nächste große Trend. Hanbrook hat bereits Pferde in die ganze Welt verkauft, von denen die meisten mittlerweile in Europa, Neuseeland und Australien zu Hause sind. Sie sagt, dass jeder, der Interesse an einem Zwergpferd hat, viel Platz zu Hause haben sollte. Außerdem passt so ein menschenfreundlicher Paarhufer natürlich nicht durch eine Katzenklappe. "Manche Menschen lassen die Tür offen, sodass sie einfach reinkommen können." Genau wie Hunde!

Vom Temperament her, sagt Hanbrook, sind sie mit einem normal großen Pferd zu vergleichen. "Sie unterscheiden sich überwiegend in ihrer Größe und sind Pferden noch immer sehr ähnlich." Allerdings haben Mini-Pferde gegenüber großen Pferden den Vorteil, dass sie doch nicht ganz so viel Platz brauchen und "sie fressen auch viel weniger". Wirtschaftlich betrachtet sind sie eine ausgezeichnete Wahl für jeden, der auf der Suche nach einem angenehmen, unkomplizierten Pferdeerlebnis ist. Und wer weiß, was mit der Weltwirtschaft dieses Jahr noch so passiert.

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Allerdings muss man, bevor man stolzer Besitzer eines Miniaturpferdes wird, auch bedenken, dass sie Herdentiere sind. "Die meisten Leuten halten sie zu zweit. Man kann aber auch ein Pferd und einen Esel halten", rät Hanbrook. Es ist auch wichtig zu wissen, welche Ausrüstung man für die Pflege seines Zwergpferdes benötigt und wie weit der nächste Tierarzt entfernt ist. Auch wenn wir in Deutschland ein ziemlich ausgefeiltes, faires, gutes Krankensystem haben – die Wehwehchen eurer behuften Kuschelfreunde übernimmt die Krankenkasse nicht.

Obwohl noch nicht ganz klar ist, ob sie wirklich der nächste große Trend unter den Haustierbesitzern werden, ist eines doch schon mal klar: Miniaturpferde sind bezaubernde, liebenswerte Kreaturen, die sich wunderbar eignen, um uns vom Niedergang der westlichen Zivilisation abzulenken.


Foto: Tambako The Jaguar | Flickr | CC BY-ND 2.0