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Das sind die hässlichsten Kindertrauma-Musikvideos der Welt

Hier sind Videos, vor denen wir uns als Kinder und im Jahr 2015 und 2017 angeschissen haben.

von Fredi Ferkova
31 Oktober 2017, 3:00pm

Screenshots via YouTube.

Das heidnische Fest ist da und mit ihm sämtliche Partys, Verkleidungen und wenn du viel Pech hast auch Kinder, die an deiner Tür klopfen und sich ernsthaft deine letzten und einzigen Süßigkeiten im Haus erwarten. Wenn du ihnen keine gibst, bewerfen sie deine Tür mit Eiern oder vollführen eine andere Art von Vandalismus. Wenn du ihnen nur die trockenen Eis-Waffeln aus dem Jahr 2008 gibst, bewerfen sie die Tür auch mit Eiern. Wenn du ihnen erklärst, dass das ein US-amerikanischer Brauch ist, der in deiner Jugend maximal eine Randerscheinung war, dann tun sie das auch und snapchatten deinen "oidvodderischen" Vortrag noch dazu.

So oder so, als (Halb-)Erwachsene/r steigt man bei Halloween sowieso schlecht aus, außer man macht sich einen Spaß. Und was macht mehr Spaß, als kleine Kinder weinen zu sehen, weil du ihnen ein Trauma für's Leben beschert hast? Eh, einiges. Aber für heute reicht mal das. Hier die gruseligsten Tracks, die uns als Kinder damals Angst gemacht haben und höchstwahrscheinlich den heutigen iPad-Kleinkindern maximal ein Lächeln entlocken. Aber Kinder mit alter Musik zu quälen, ist eh auch ganz lustig. Oder deine WG-Party mit passenden Videos verzaubern. Manche Kindertrauma-Videos habe ich mir samt Erklärung von Kollegen aus der Redaktion schicken lassen, andere habe ich selbst erklärt.

"Thriller" von Michael Jackson

Ich war fünf Jahre alt, als ich das erste Mal "Du bist enterbt!" gehört habe. "Thriller" von Michael Jackson hat mir ein mittelgroßes Trauma verursacht – aus offensichtlichen Gründen – und das war für meinen Vater wohl zu viel musikalische Unkenntnis bei seiner Tochter. Diese Geschichte ist erfunden, aber sie könnte sich exakt so zugetragen haben. "Thriller" hat alles, was es für einen MTV-Kinderschreck gebraucht hat: Wölfe, Zombies und Michael Jackson.

"Augen auf" von Oomph!

Sandro sagt dazu: Als "Augen auf" von Oomph! am 12. Jänner 2004 erschienen ist, war ich gerade mal zarte zehn Jahre alt und verbrachte meine Tage nasenbohrend in der Volksschule und konnte mit dem Ausdruck "Neue Deutsche Härte" eher wenig anfangen. Und weil ich an diesem Video so verdammt viele Sachen gruselig finde, bedarf es einer Aufzählung des Grauens (nicht nach Verstörungs-Faktor geordnet):

Erstens: Der Bart von Frontmann Dero Goi. Mehr muss ich dazu hoffentlich nicht sagen.

Zweitens wurde der Song am Geburtstag meines kleinen Bruders veröffentlicht, der mir damals schon körperlich überlegen war. Was in der Szene mit mir anstellte, bei dem der junge Protagonist das Geschenk überreicht bekommt, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen.

Drittens: Die schwarzen Augen und Adern in den Gesichtern dieser heranwachsenden Mini-Teufel im Video. Verfärbte Augäpfel erinnern mich noch heute an die X-Faktor Folge mit der Rote-Augen-Oma. Und genau die ist bis heute Trigger für alle möglichen verborgenen Traumata in mir.

Während ich diesen Text geschrieben habe, hab ich mir den Track übrigens in Dauerschleife angehört, was mir nicht nur einen unglaublichen "Eckstein, Eckstein"-Ohrwurm beschert hat, sondern zusätzlich in weirden Träumen enden wird. Die Textzeile "Augen auf, ich komme" hat heute für mich zwar eine völlig andere Bedeutung ("Neue Deutsche Härte" auch), aber es stellt mir noch immer alle Haare auf, wenn ich mir das Video anschaue.


So werden in der heutigen Zeit Exorzismen durchgeführt:


"Frozen" von Madonna

Franz erklärt es so: Das sind vielleicht die blasphemischsten Worte, die mir jemals über die Wurstfinger gehen, aber es gab tatsächlich eine Zeit in meinem Leben, in der ich dachte, Madonna wäre eine Art Schatten-Dämon aus der Hölle. Ich war vier und damit viel zu jung, um "Frozen" irgendwie zu verstehen: Die dunkelhaarige, esoterisch anmutende Mehndi-Inkarnation von Madge levitierte darin irgendwo inmitten in einer blauen, finsteren Wüste, zerbrach in ein Rabengeschwader, krümmte, wölbte und multiplizierte sich selbst auf eine Art, die wirklich sehr, sehr ungesund wirkte, sah furchtlos einem Dobermann in die Augen und sog schlussendlich eine schwarze Flüssigkeit mit ihren bloßen Fingerspitzen auf. Es war der der Stoff, aus dem meine schlimmsten Albträume gemacht waren.

Und meine Angst ging sogar über das Video hinaus. Ich erinnere mich an eine Wetten, dass..?-Sendung von damals, in der erst Celine Dion einen weißen Schmachtfetzen von einem Kleid trug und darin schwanenartig "My Heart Will Go On" sang, während Madonna später in einer pechschwarzen Kutte über die Bühne schlängelte und dabei "Frozen" summte. Als Vierjähriger begriff ich die beiden Auftritte als eine Art ultimative Darstellung von Gut und Böse. "Das sind also Gott und der Teufel", dachte ich.

Wie ich 20 Jahre später herausfinden sollte, ist "Frozen" samt Video das Beste, was Madonna je gemacht hat, und Chris Cunningham, der dabei Regie geführt hat, unter anderem auch verantwortlich für "All Is Full Of Love" von Björk – mein zweites, bis zu diesem Punkt völlig verdrängtes Kindheitstrauma. Danke für nichts.

"Everybody (Backstreet's Back)" von den Backstreet Boys

Dieses Lied muss leider rein, weil es alle Klischees bedient, die Halloween so braucht. Zombies, Vampire und Frankensteins tanzen zusammen wie Leichen (was sie ja auch strenggenommen sind) in einem Geisterschloss. Was damals der Traum eines jeden Teenie-Girls war, war der Schreck eines jeden Kindes. Gott sei Dank sind wir aber erwachsen geworden und können den Boys auf Trash-Partys huldigen, ohne Panikattacken zu bekommen. Nicht mehr, zumindest.

"Who Am I (What's My Name)" von Snoop Dog

Dieses musikalische Trauma hat sich Tori mit drei oder vier Jahren aufgerissen. Obwohl das Lied mehr groovy als gruselig ist, gibt es einen richtig schlimmen Moment: Snoop Dog, der Mensch, verwandelt sich in Snoop Dog, den Hund. Ja, auch so etwas kann unter Umständen erschrecken und man sollte nichts unversucht lassen.

FPÖ Burgenland mit Ilse Benkö

Haha, da waren wir keine Kinder mehr, trotzdem hatten wir einen ziemlichen Schreck. Lokalpolitik kann sehr gruselig sein, vor allem wenn sie von der FPÖ betrieben wird. Deshalb plädiere ich dafür, dass man versucht alle Kinder mit der Frisur zu schrecken – im schlimmsten Fall ist das Kind traumatisiert und wählt niemals die FPÖ. Im besten Fall ist das Kind traumatisiert und wählt auch niemals die FPÖ. Voilá.

"Oida" von Guido

Mit diesem Lied möchte ich diesen Artikel schließen. Und ich möchte dem auch nichts hinzufügen, da Guido alles sagt, was gesagt gehört. Habt viel Spaß heute, ihr Geister und Dämonen.


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