Anzeige
hangover news

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

In Berlin und München fahren Leute unten ohne U-Bahn, Disney malt Aladdin-Schauspieler an, um sie brauner zu machen, und die AfD bettelt um gute Bewertungen. Ob sie die bekommt?

von Christian Fahrenbach
08 Januar 2018, 8:11am

Berlin, 7. Januar 2018 | Foto: imago | xinhua

Nutzen wir doch den Start in die erste volle Woche im neuen Jahr mal für ein wenig Selbstkritik: Wer hätte es gedacht, auch wir Journalisten machen Fehler! Eine ganze Reihe davon haben viele am Wochenende unter dem ziemlich witzigen Hashtag #meingroessterfail zusammengetragen.

Ganz weit vorne ist dabei aus unserer Sicht diese Seebestattung hier:

gefolgt von einer Gratis-Kondom-Aktion, die ordentlich in die Hose ging,

und einem Kriminalfall in Südafrika.

Nach diesen Bekenntnissen ziehen wir frisch gestärkt in die Hangover-News dieser Woche. Heute in unserem Überblick fünf Nachrichten, die du nicht verpasst haben solltest: eine schiefgelaufene AfD-Aktion auf Facebook, halbnackte Menschen in U-Bahnen, Männer, die sich im Supermarkt ums Bezahlen kloppen, und die Reaktionen von Vater und Sohn Becker auf einen rassistischen Tweet aus dem AfD-Lager.

AfD will mehr Likes und das geht ordentlich nach hinten los

Bei der AfD Sachsen haben möglicherweise am Wochenende einige das Wort Karma im Lexikon nachschlagen müssen. Der Landesverband der Rechtspopulisten dort hat erfahren, wie das so laufen kann mit der Meinungsfreiheit: Auf ihrer Facebook-Seite hat die Partei um gute Sterne-Bewertung gebeten – vermutlich, um eine höhere Reichweite zu erzielen. Über 10.000 Menschen wählten die schlechteste Option. Nur rund 200 klickten dagegen auf fünf Sterne, sodass im Schnitt 1,1 von 5 möglichen Punkten herauskam. Die Aktion wurde schnell wieder abgeschaltet, der um Liebe bettelnde Post gelöscht. Die Sachsen beklagten sich danach über "linke Trolle".

Jetzt sitzen auch die Deutschen in Unterhose in der U-Bahn

Wer nach dem ewigen Grummeln über Weihnachtsmänner mit weißen Bärten und Halloween neue Munition für anti-amerikanischen Kulturpessimismus sucht, kann natürlich auch auf Unterhosenträger verweisen: Am Sonntag war in den USA "No Pants Subway Ride"-Tag – und auch dieser Trend hat es natürlich schon längst in alle Welt und vor ein paar Jahren auch nach Deutschland geschafft.

In Berlin waren rund dieses Jahr 80 Leute am unten ohne unterwegs, in München etwa 30. Noch mutiger war das Ding dann aber in Boston bei minus 10 Grad Celsius.

Zurück geht die Aktion auf einen Streich der New Yorker Performancegruppe Improv Everywhere im Jahr 2002. Sieben ihrer Mitglieder hatten damals beschlossen, Wintermantel und Schal zu tragen, aber eben keine Hose, und bei Nachfragen zu sagen, dass sie ihre normalen Hosen daheim vergessen haben.

Zwei Männer im Supermarkt schlagen sich darum, wer zuerst zahlt

Die Supermarktschlange ist die Kampfzone des kleinen Mannes. Wenn der Schlachtruf ertönt "Auch Kasse drei ist offen", entfaltet der Deutsche eine Energie, wie er es sonst nur beim Sichern der Badeliege tut. Im niedersächsischen Peine nun eskalierte dieser Kampf an der Supermarktkasse so sehr, dass sich zwei Männer krankenhausreif geprügelt haben, sie beide trugen Kopfverletzungen davon. Der Grund war schlicht, dass sie sich nicht einigen konnten, wer zuerst an der Kasse stand und früher zahlen darf. Ein 59-Jähriger hatte für seine Freundin einen Platz in der Schlange freihalten wollen, ein 63-Jähriger wollte das nicht hinnehmen. "Schnell flogen nach dem Austausch verbaler Nettigkeiten die Fäuste und erst einige Zeugen konnten die beiden Kontrahenten, die sich mittlerweile auf dem Boden wälzten, trennen und die Polizei rufen", heißt es in der Polizeimeldung. Noch in der Notaufnahme des Krankenhauses wollten sich die Männer laut Polizei "an die Wäsche". Gegen beide liegt nun eine Anzeige vor.

Weiße umgeschminkt: Kritik an Aladdin-Film für Statisten-"Brown Up"

Bei den Golden Globes haben gestern Abend nahezu alle Stars schwarze Kleider und Anzüge getragen, weil sie so auf Missbrauch und fehlende Gleichberechtigung im Filmbusiness hinweisen wollten – aber schon vorher hatte das Wochenende seinen kleinen Skandal aus der Kategorie "Warum müssen wir diesen Kram eigentlich immer noch diskutieren?". Der Disney-Konzern arbeitet nach den Gelddruck-Maschinen Dschungelbuch und Die Schöne und das Biest nun auch an einer Aladdin-Version mit Real-Schauspielern. In London wird unter anderem mit Will Smith gedreht, eigentlich Multikulti-Metropole genug, um genug Statisten mit passender Hautfarbe für einen Film zu finden, der im Märchenland von 1001 Nacht spielt. Was aber machen die Produzenten? Heuern Weiße als Stuntmen und Kamelreiter an und teilen den Maskenbildnern mit to brown up.

Boris Becker kritisiert AfD-Hetze gegen seinen Sohn

Nach einem rassistischen Tweet des AfD-Abgeordneten (und Richters) Jens Maier hat Noah Becker Anzeige gegen den Politiker erstattet. Über dessen Twitter-Account lief letzte Woche der später gelöschte Tweet: "Dem kleinen Halbn**** scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären." Maier behauptet laut dpa, ein Mitarbeiter habe das geschrieben und veröffentlicht. Anders sieht das Vater Boris Becker. Er hat sich zu Wort gemeldet und schreibt in einem Gastbeitrag für die Welt: "Einer wie der AfD-Abgeordnete Jens Meier sagt solche Dinge weder aus Dummheit, noch aus Angst. Er weiß genau, was er tut und auch warum."

Bei uns im Interview hat Noah Becker zuvor schon souverän reagiert: Der Angriff habe ihn auch deshalb getroffen, weil solche Sätze oft ähnliche Aussagen nach sich ziehen, sagte der 23-Jährige. "Wir müssten doch eigentlich viel klüger sein."

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.