das erste date mit

Das erste Date mit ... Juju von SXTN

Dank "Er will Sex" von SXTN wissen wir, dass Juju auf "übertrieben süße Haustiere" steht. Also haben wir sie in einem Katzencafé getroffen und unser Glück versucht.

von Nina Damsch
08 Juni 2017, 11:34am

von Rebecca Rütten

Alle Fotos von Rebecca Rütten

In unserer Reihe " Das erste Date mit ..." bringen wir Musiker in die typische Situation eines echten Dates. Alle Fragen kommen auf den Tisch, auch die unangenehmen. Schließlich geht es darum, sich besser kennenzulernen und zu checken, ob man auch auf lange Sicht was miteinander anfangen kann, über den ersten verknallten Blick hinaus. Eben genau wie bei einem ersten Date.

Während unser erstes Date mit Nura von SXTN extrem energiegeladen war, ging es bei Juju sehr viel entspannter zu. Darüber hinaus hatte unser Treffen den angenehmen Nebeneffekt, direkt eine der essentiellsten Dating-Fragen zu klären: Hunde- oder Katzenmensch?

Eines können wir schon mal vorwegnehmen: Eindeutig wurde diese Frage nicht beantwortet. Aber wer grundsätzlich keine Katzen mag, mit dem sollte man auch gar nicht erst seine Zeit verschwenden. Diese Form von Negativität braucht ihr nicht in eurem Leben! Juju mag Katzen, also trafen wir uns im Berliner Katzencafé "Zur Mieze" und entdeckten zwischen Wiegen und Bettchen in Katzengröße, flauschigen Kissen und schnurrenden Gastgebern unsere zahlreichen Gemeinsamkeiten.

Noisey: Bist du Hunde- oder Katzenmensch? Das sagt ja angeblich viel über einen Menschen aus und wir sollen uns hier ja schließlich kennenlernen.
Juju: Ich weiß nicht ... Irgendwie beides. Aber vielleicht mehr Katzen. Aber Hunde können auch so süß sein!

Entzückt streichelt Juju Katze Caroline, die im Klappentext der Speisekarte als ehemaliger Streuner, "die sich nie so richtig ans Leben auf der Straße gewöhnen konnte" beschrieben wird und außerdem "die Kater verrückt macht, da sie sich nichts gefallen lässt." Außerdem möchte sie ausschließlich am Kopf gestreichelt werden, was ich leider auf die harte Tour erfahren muss, als ich ihren Bauch berühre.

Ich glaube das ist die beste Date-Location, die wir bisher hatten.
Ja, find ich auch. Obwohl ... mit so 'nem Typen hier hingehen ...

Würdest du nicht?
[Lacht] Nee, glaub nicht. Ich find's krass, dass es das überhaupt hier gibt. Ich dachte, das gibt's nur in Japan.

Gehst du denn gerne auf Dates?
Nee, gar nicht. Also so dieses, man kennt sich nicht und lernt sich dann bei einem Date kennen und mal schauen ob's funkt, das hab ich nie gemacht. So tindermäßig. Fänd' ich auch voll komisch. Wenn ich Dates hatte, dann kannte ich die vorher schon und da wusste man ja auch irgendwie, dass man sich mag, weswegen man sich daraufhin dann verabredet hat.

Also bist du nicht auf Tinder?
Nee, war ich auch noch nie.

Ich auch nicht!
[Mit erhobenem Zeigefinger und Stimme] Wir sind nicht so! [Lacht] Ich animier' aber immer meine Freundinnen zum tindern und find' das dann voll lustig zu sehen, was da geht. Ey, das ist ja echt krass ne, da sind keine geilen Typen! Also wir haben dann mal einen gefunden, aber halt echt nur einen!


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Meinst du jetzt vom Aussehen her?
Nee. Ich mein' nicht, dass die alle hässlich sind, sondern irgendetwas geht immer nicht klar.

Ist dir gutes Aussehen denn wichtig? Du bist ja selber sehr schön.
[Bescheiden lächelnd] Danke, du auch.

Danke!

[Ein sehr girly Moment des Lächelns und schüchternen Katzenstreichelns vollzieht sich.]

Also ich hatte schon mit richtig hässlichen Typen was.
[Lacht] Ich auch, ohne Spaß! Ich lege echt keinen besonderen Wert auf gutes Aussehen. Habe ich irgendwie nie. Ich hab nicht mal 'nen bestimmten Typ, auf den ich steh', also haarfarbenmäßig oder sowas. Voll oft sind die schönen Typen doch auch nicht so cool oder halt voll eingebildet.

Das sagen aber viele auch über schöne Frauen. Ich wette, über dich wurde das auch schon gesagt.
Dass ich eingebildet bin? Ja, in der Schule damals. Ich kann mir auch vorstellen, wenn man mich nicht kennt, dass viele nicht denken, dass ich rappe, sondern eher shoppen gehe oder sowas. Vielleicht tu ich den schönen Männern auch gerade Unrecht.

Ich habe mir vorher mal ein paar Informationen über dich eingeholt, wie man das ja heutzutage bei Dates so macht.
Echt, ja? Was denn?

Stimmt es, dass Schwesta Ewa dich mal gefragt hat, ob deine Nase operiert ist?
[Lacht] Ha! Ja, das hat sie mich mal gefragt. Was hast du noch?

Du bist großer Eminem-Fan.
[Verzückt] Ja, mein Liebling!

Meiner auch. Wir haben so viel gemeinsam ...
Ich wüsste nicht, wie ich damit umgehen würde, wenn ich Eminem auf 'nem Festival oder sowas treffen würde. Ich glaube, ich würde einfach vorbeilaufen. Vielleicht Foto machen. Aber ich würde ihn unglaublich gerne noch live sehen. Der ist gesundheitlich ja auch nicht mehr so am Start ...

[Es entspinnt sich ein angeregtes Nerd-Gespräch über Eminem, seine besten Alben, Songs und allgemeine Großartigkeit, das wir euch an dieser Stelle ersparen wollen.]

Tätowierst du eigentlich noch?
Im Moment nicht. Ich habe gar keine Zeit dafür gerade und außerdem auch nicht mehr alle Kabel für meine Maschine. Aber ich will bald wieder bei Nuras Kumpel tätowieren, der hat zufälligerweise die gleiche Maschine wie ich.

Zu Hause?
Nee nee, der hat 'nen Laden. Hast du Tattoos?

Ja, aber kann man alle nicht sehen. Hier in der Lippe zum Beispiel.
Da hab ich auch eins! Eine 44. Was steht da bei dir? "Oida" – Ha, nice.

Ich hab auch noch eins unten auf der Fußsohle. Das zeige ich jetzt vielleicht aber lieber nicht ... Wie kommt das denn bei einem Date?!
Boah, das könnt ich nicht. Bei Tattoos bin ich echt schmerzempfindlich.

Ja, was man nicht alles betrunken macht ...
Ja, hör auf! Zum Glück erinnere ich mich meistens später nicht daran. Am schlimmsten sind immer meine Stories bei Instagram am nächsten Tag. Man sieht sich dann da voll rumprollen oder Leute beleidigen und damals fühlte man sich voll im Recht. Und am nächsten Tag siehst du die Story und denkst dir, "Nein, du hattest nicht Recht, wie hängengeblieben bist du eigentlich?"

Was war dein letzter Ausrutscher?
Ich glaube, das war beim Teesy-Konzert. Da sind wir des Konzertes verwiesen worden [lacht]. Das war auch wieder so ein Ding, wo ich auch noch mein eigenes menschliches Versagen für Instagram mitgefilmt habe. Wir wollten halt ganz nach vorne und waren übelst besoffen und da standen dann so Leute, die sich einfach nicht bewegt haben und einen nicht vorbei gelassen haben, obwohl da voll viel Platz war. Kennst du solche Leute? Ohne Sinn. Ja, und dann haben wir uns mit so einer Dame etwas angeschrien.

Das ist lustig, wenn man dich so erlebt, wirkst du eher ruhig und zurückhaltend.
Bin ich eigentlich auch. Ich hab gar keinen Bock auf Stress. Aber wenn ich saufe ... Ich trinke jetzt auch gar keinen harten Alkohol mehr, Wodka oder sowas. Sobald ich sowas trinke, wird's halt katastrophal.

Bei mir ist das sobald ich Shots trinke so.
Ja! Bei mir auch! Wir haben so eine Stammkneipe und jedes Mal gibt uns der Barkeeper da Shots aus und jedes Mal sag ich nein. Manchmal, wenn ich ein bisschen angetrunken bin, sag ich dann doch ja, und das ist dann jedes Mal der Moment, wo ich behindert werde.

Ich denke, wenn man besoffen so wird, dann schlummert das einfach irgendwo in einem und das muss einfach raus.
Ja, stimmt schon. Besser so partymäßig ausrasten als irgendwie im Ernsten.

Du bist also sonst nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Worüber streitet man sich mit dir?
Ich streite eigentlich echt nicht. Also wenn, dann nur mit Leuten, die mir echt nah sind.

Du streitest dich also nicht im Internet?
Nee ... Obwohl, doch, ich hatte letztens bisschen Tweef mit Johnny Rakete und Jule Wasabi, weil ich Xavier Naidoo verteidigt habe. Aber eigentlich find ich das richtig peinlich, also ich mach das nicht. Das letzte Mal mit 13, als ich entdeckt habe, dass es bei YouTube Nazis gibt. Also, dass da Nazi-Bands ihre Lieder hochladen können und die Fans da so krass gestörtes Zeug drunterschreiben. Bin ich mit 13 nicht drauf klar gekommen und hab dann einen Tag lang zu jedem Kommentar was geschrieben. Und was die mir dann für Sachen zurückgeschrieben haben ... Naja, dann hab ich drauf geschissen und es nie wieder gemacht.

Liest du jetzt noch Kommentare?
Manchmal bei YouTube, aber auch nur direkt nachdem ein Video rausgekommen ist oder so. RapUpdate und sowas gar nicht mehr, das haben wir am Anfang gemacht, aber das war echt krass, wie da abgegangen sind. Also man kann das halt nicht ernst nehmen, ich würde jetzt nicht heulen, wenn ich das lese, aber da steckt halt so nichts drin, womit man was anfangen kann. Also les' ich's nicht. Kann aber schon auch lustig sein.

Es ist halt ein einziges Troll-Forum.
Ja, genau. Diese Ironie-Haltung hat ja heute auch jeder. Und wenn du dann jemanden mal ernst nimmst und kritisiert, bist du der Blöde, der "keinen Humor hat". Dadurch macht man's sich natürlich leicht. Ist auch OK, nervt halt manchmal. Bei Twitter hab' ich ein paar Leute stumm geschaltet, die echt mega hängengeblieben sind.

Was haben die geschrieben?
Ach, es gibt so Typen, die wollen einfach krass Aufmerksamkeit. Die schreiben jeden Tag zu jeder Sache irgendwas, haben Nura beleidigt und uns gleichzeitig zehn Mal noch vergewaltigt und "hahaha", und irgendwann nervt's. Am Anfang fand ich das auch lustig, aber wenn du das dann jeden Tag zehn Mal liest ... Ich weiß, dass die nur darauf warten, dass sie mal irgendwas schreiben, was mich irgendwie trifft. Wenn ich denen dann zum Beispiel privat schreiben würde, "Ey nerv mal nicht", dann würden die das direkt posten und sich darauf einen runterholen. Also einfach stumm schalten. Nicht mal blockieren, weil selbst das würden die dann vermutlich abfeiern und posten. Einfach stumm schalten.

Bei Instagram sind die Leute eigentlich voll nett, find ich. Also da gibt's natürlich auch Perverse, aber selbst die sind noch irgendwie nett. Die schreiben dann, "Du bist die beste Rapperin der Welt, ich würd' dich gern in den Arsch ficken!" "OK, danke!", antworte ich dann [lacht]. Nee, Spaß. Nichts gibt's!

***

Dank geht raus an das Katzenmusikcafé 'Zur Mieze' und seine flauschigen Bewohner. Ein Wortspiel mit "Miezen", und "Musik" sparen wir uns jetzt mal und halten es simpel: Kauft euch Leben am Limit, SXTNs neues Album, das letzten Freitag erschienen ist. Zum Beispiel bei iTunes oder Amazon ... Sonst passiert das, was passiert, wenn man Caroline am Bauch streichelt.

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