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Im Fall "IfZ" hat sich die Stadt Leipzig heimlich einer Peinlichkeit entledigt

Die überraschende Sperrstunde für den Club bleibt aber vorerst bestehen.

von Thomas Vorreyer
19 Juni 2017, 11:08am

Natalie Mayroth

Die Schlange vorm IfZ vor einigen Monaten. Foto von Natalie Mayroth

Um 5 Uhr geht die Musik aus. Die Party verlagert sich sang- und klanglos vor die Tür. Eine Stunde warten. Dann geht es ab 6 Uhr wieder weiter. Mit allen, die dann noch da sind … Die vom Ordnungsamt Leipzig Anfang Juni auferlegte Sperrstunde beim Institut fuer Zukunft hat weiterhin Bestand. Doch während laut LVZ und dem Umfeld des Clubs weiterhin an einer sperrstundenfreien Lösung für Club, Amt und Anwohner gearbeitet wird, schafft die Stadt Leipzig Fakten, auf ihre Art:

Ohne weiteren Kommentar hat man nämlich den Satz "Das Leipziger Nachtleben kennt keine Sperrstunde." von einer Seite der Wirtschaftsförderung genommen. Darauf machte die Leipziger Stadträtin Juliane Nagel (DIE LINKE) in der Leipziger Ratsversammlung aufmerksam.


Auch auf THUMP-Video: Clubbing im Schatten des japanischen Fueiho:


Der besagte Passus hatte für zusätzliche Irritationen gesorgt, warb die Stadt damit doch jahrelang aktiv bei Unternehmen um Ansiedlung in Leipzig. THUMP fand ihn in leicht abgewandelter Form zudem im Wirtschaftsbericht der Stadt vom Oktober 2015 ("Und das Beste: Das Leipziger Nachtleben kennt keine Sperrstunde.") (PDF) und in der Imagebroschüre "Leipzig lohnt sich!" ("Leipzigs Nachtleben ist jung und kennt keine Sperrstunde") (PDF) aus dem Jahre 2010.

Auch das Institut fuer Zukunft hatte auf seiner Facebook-Seite einen Screenshot der amtlichen Webseite mit der alten Formulierung verbreitet:

Die Realität sieht momentan allerdings anders aus. Braucht das boomende Leipzig also seine freie Clubkultur nicht mehr als (unfreiwilligen) Werbeträger? THUMP wird dich über die weiteren Entwicklungen informieren.

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