Wie viel Geld musst du verdienen, bevor dir die Sicherungen durchbrennen?

Die einfache Antwort lautet: "So viel, wie Elon Musk verdient." Die etwas kompliziertere Antwort lautet: "So viel, wie Elon Musk verdient."

|
24 September 2018, 11:02am

Bezos: imago | UPI Photo || Musk: Screenshot von YouTube aus dem Video "Joe Rogan Experience #1169 - Elon Musk" von PowerfulJRE || Zuckerberg: imago | ZUMA Press

Wer ist dein Lieblings-Milliardär?

Falsche Antwort!

Milliardär zu sein ist zutiefst unmoralisch. Alle Milliardäre sollten enteignet, gevierteilt und ihre Köpfe zur Abschreckung vor den Stadttoren aufgespießt werden. Aber abgesehen davon: Wer ist dein Lieblings-Milliardär?

Wenn du jetzt was anderes antwortest als Elon Musk, dann hast du das Milliardärs-Fan-Dasein nicht verstanden. Es geht hier nicht darum, dass Musk Rick and Morty ganz cool findet. Es geht darum, welche Person du selbst wärst, wenn du so eine unanständig fetten Haufen Geld hättest. Darum und nur darum geht es.

Denn wenn du Milliardär wärst, wärst du dann Bill Gates (ein Wohltäter, der irgendwie immer noch so aussieht, als würde ihm jemand jeden Dienstag das Pausengeld abziehen)? Jeff Bezos (ein kaltherziger Muskelprotz – der Bösewicht, der im nächsten Expendables-Streifen als erster mit einer Granate weggesprengt wird)? Mark Zuckerberg (ein lebendig gewordenes graues T-Shirt; ein Alien, das sich immer wieder daran erinnern muss, zu blinzeln)? Richard Branson ("Mama, warum verklagt die alte bärtige Frau das Gesundheitssystem?")?

Oder wärst du lieber Elon Musk, der ständig irgendwelchen Scheiß ins Weltall schießt und was mit berühmten Frauen anfängt? Der so reich ist, dass er es sich leisten kann, einen Höhlentaucher einen "Pädophilen" zu nennen. Dreimal hintereinander. Der ständig Scheiße über andere twittert. Der so reich ist, dass er juristisch quasi kugelsicher ist, und das auch genau weiß.

Wie bitte? So bist du nicht? Komisch. Ich bin das nämlich definitiv. Aber sowas von. Also – sollte ich jemals reich werden, dann gnade uns Gott.


Auch von VICE: Russische Oligarchen lassen es krachen


Du bist immer noch nicht überzeugt, dass du als Milliardär genau wie Elon Musk wärst? OK, lass mich dich überzeugen. Ich hole ein bisschen aus. OK? OK.

Anfang September paffte Musk in der Joe Rogan Show einen Joint. Wir erinnern uns alle daran, weil er das mit der semi-unschuldigen Beiläufigkeit eines 13-Jährigen tat, der gerade versucht hat, seinen Schwanz in ein N64 zu stecken. Am nächsten Tag – wegen der Kifferei, aber auch, weil zwei Vorstandsmitglieder kündigten und wegen den Nachwirkungen seiner Tweet-Ankündigungen, seine Firma wieder von der Börse nehmen zu wollen; uuu-und wegen einem New York Times-Interview, in dem Musk anfing, zu weinen, – brach der Aktienkurs von Tesla um sechs Prozent ein. Disclaimer: An dieser Stelle sollte ich kurz erwähnen, dass ich richtig schlecht in Mathe bin und das alles, was jetzt kommt, viel mit Mathe zu tun hat. OK? OK.

Wie viel Geld hat Elon Musk der Joint privat gekostet?

Laut CNBC besaß Musk im Juni dieses Jahres 33,7 Millionen Tesla-Aktien. Am Donnerstag, bevor er sich einen Zug von Rogans fettem Dübel gönnte, wurden die Aktien an der Börse mit 280,95 US-Dollar gehandelt. Musks Tesla-Anteil betrug also 9.468.015.000 US-Dollar. Am Freitag, nachdem er vor laufenden Kameras feinstes Weed geharzt hatte, stürzte der Aktienpreis auf 260,23 US-Dollar ab. Musks Tesla-Vermögen schrumpfte auf 8.772.784.000 US-Dollar.

Der Reichtum vieler Milliardäre ist ziemlich abstrakt – das Vermögen ist an irgendwelche Immobilien gebunden oder an Aktien, die je nach Tag an Wert gewinnen oder verlieren. Das tatsächlich zur Verfügung stehende Geld liegt also weit unter dem Vermögen. Wie dem auch sei: Meinen Berechnungen zufolge hat ein einziger Zug an der Sportzigarette Elon Musk 695.231.000 US-Dollar gekostet. Sechshundertfünfundneunzig Millionen US-Dollar.

Deine Mutter hat dich bestimmt mal mit ein bisschen Gras erwischt und du musstest dir dann ein paar ernste Worte über dein Gehirn und Entwicklungsstadium anhören. Vielleicht hast du sogar drei Tage Hausarrest bekommen. Aber hast du jemals so krass eine Bong gerippt, dass das Bruttoinlandsprodukt eines ganzen Inselstaates verschwunden ist?*

Wie dem auch sei. Durch Musks herrlich launenhaftes Benehmen in jüngerer Zeit habe ich eins erkannt: Irgendwann entgleist jedem Milliardär das Oberstübchen. Nur: Wäre es nicht cool, zu wissen, wann dieses Irgendwann ist? Ich habe mich auf jeden Fall gefragt: Ist dieser Hang zum Wahnsinn etwas, das jedem Milliardär von Natur aus innewohnt, oder ist es etwas, das normale Menschen ereilt, wenn sie länger so einem unerhört hohen Kontostand ausgesetzt sind? Was ich sagen will: Sind Milliardäre Milliardäre, weil sie ein bisschen komisch sind, oder sind sie ein bisschen komisch, weil sie Milliardäre sind? Oder nochmal anders gefragt:

Wie viel Geld muss ich verdienen, bis ich durchdrehe?

Ich musste es einfach herausfinden und habe darauf sehr viel, wahrscheinlich zu viel Zeit verwendet. Ich habe dafür die Vermögensentwicklung der fünf bereits erwähnten Milliardäre untersucht. Sie alle repräsentieren grob ein Ende der Milliardärs-Persönlichkeits-Matrix:

Zuerst werde ich im Folgenden nun den unfassbaren Reichtum der fünf Männer erklären, danach werde ich ihre bemerkenswertesten Fälle irrationalen Handelns darlegen. Am Ende wird alles miteinander verglichen und, tadaa, wir landen beim exakten Vermögenswert, den du erreichen musst, bevor du als CEO in Podcasts kiffst und Azealia Banks in deinem Haus einsperrst.

Und nein, Inflation habe ich natürlich nicht bedacht, weil super öde. Und ja, ich entscheide höchst persönlich und subjektiv, was als bekloppt zu gelten hat und was nicht.

Bill Gates

Vermögen: Wenn Milliardäre eine Geschmacksrichtung hätten, wäre Bill Gates definitiv Vanilleeis. 1981 wurde er durch seine Firma Microsoft zum Millionär. Seinen 30. Geburtstag feierte er in einer Rollschuh-Disco und er bekam ein paar Strafzettel für zu schnelles Fahren. Das war Gates' wildeste Phase.** Als Microsoft 1986 an die Börse ging, drehten alle komplett durch und Gates wurde über Nacht zu einem weltberühmten Milliardär. Seit du lebst und denken kannst, war Bill Gates fast durchgängig der reichste Mann der Welt, bis Bezos ihn dieses Jahr überholte.

Das ist eine Grafik von Bill Gates' Reichtum. Dir wird auffallen, dass sein Alter auf der X-Achse nicht ganz stimmt. Das ist auch bei anderen Tabellen in diesem Artikel so, weil ich Excel nicht davon überzeugen konnte, es zu ändern

Wahnsinn: 2006 gab Bill Gates bekannt, sich von Microsoft zurückzuziehen und voll auf sein Mäzen-Dasein konzentrieren zu wollen. 2009 verpflichtete er sich mit dem "Giving Pledge", zu Lebzeiten mindestens die Hälfte seines Vermögens abzugeben. Und seitdem hat er ... nichts übermäßig Durchgeknalltes gemacht. 2012 pumpte er etwas Geld in die Entwicklung von Vitamin-A reichen Bananen? 2015 trank er ein Glas aufbereitetes Klowasser? Hm. Keine seiner Aktionen ist besonders wahnsinnig und der Großteil davon kommt auch noch Entwicklungsländern zugute?

Gates ist unser Kontroll-Milliardär: der größte angehäufte Reichtum, den jemals ein Mann angehäuft hat, die geringsten Anzeichen von Wahnsinn, die jemals ein Milliardär geäußert hat. Bill Gates ist das Ideal eines stinkreichen Mannes.

Dieses Diagramm zeigt jedes Mal, das Bill Gates komische Sachen abgezogen hat. Fälle von besonders bemerkenswerter Schrulligkeit sind blau markiert. Dir wird auffallen, dass es kein Blau in diesem Diagramm gibt

Richard Branson

Vermögen: Branson verdiente als Teenager sein erstes Geld mit seinem Magazin Student, indem er rivalisierende Unternehmen gegeneinander ausspielte. "Bald lernte ich: Wenn ich Cola sage, dass Pepsi definitiv dabei ist, unterschreibt Cola auch sofort", sagte Branson CNBC vergangenes Jahr. "Es war eine aufregende Zeit."

Ja, ich würde auch gerne in einer Zeit leben, in der ein 15-Jähriger einfach bei Coca Cola anrufen und sagen kann: "OK, Jungs, Kohle bitte." Mit seinem Vinyl-Mailorder machte er mit 23 seine erste Million. Von da an gründete er ein Geschäft nach dem anderen. 1979 schätzte man seinen Reichtum auf 5.000.000 Britische Pfund, was bei dem damaligen Wechselkurs ein paar US-Dollar mehr gewesen sein dürften. Mit 41 machte er seine erste Milliarde. Heute hat Branson etwa 6,5 Milliarden US-Dollar. Er ist unser ärmster und deswegen auch nervigster Milliardär.

Das ist Bransons Vermögen. Er war der einzige, bei dem ich das mit dem Alter hinbekommen habe

Wahnsinn: Oh, Richard Branson ist richtig durchgeknallt. Aber sowas von. Ich weiß nicht, wie alt du bist, aber wenn wir grob dem gleichen Jahrgang entsprungen sind, dann erinnerst du dich vielleicht noch an eine Zeit Ende der 90er, als gefühlt jede zweite Nachrichtenmeldung von Richard Branson handelte, der mehrfach versuchte, die Erde in einem Heißluftballon zu umrunden. Als hätte er einen Jules-Vernes-Komplex. Geschafft hat er es nie. Branson stürzte einfach immer wieder ins Meer und machte das OK-Zeichen, wenn er von irgendwelchen Rettungskräften aufgelesen wurde.

2004 begann er, Fahrkarten ins Weltall zu verkaufen. Eingelöst werden konnte bis heute keine davon. Wirklich bizarr war es allerdings bereits 1996 geworden, als Branson mit Virgin Brides den Markt für Brautmoden aufmischen wollte. Dafür ließ er sich höchstpersönlich und frisch rasiert in einem Brautkleid ablichten. Als dieses Foto entstand, war der Typ rund 1,9 Milliarden US-Dollar wert.

Halten wir also fest: 1,9 Milliarden US-Dollar sind schlecht für dich.

Bransons Vermögen und Wahnsinn – jede Investition in heiße Luft, metaphorisch oder wortwörtlich, ist blau markiert

Mark Zuckerberg

Vermögen: Mark Zuckerberg hat sich ganz gut für gemacht – für einen Typen, der die Essenz von "recherchiert bis zur Wirbelsäulenverkrümmung Zehenschuhe im Internet" darstellt. Seine erste Million machte er 2004. Zwei Jahre später wurde daraus seine erste Milliarde. Spätestens seit Facebooks Börsengang ist Zuckerbergs Vermögen extrem eskaliert.

Heute besitzt er etwa 60 Milliarden US-Dollar. Wie Gates hat er das "Giving Pledge" unterzeichnet und sich für eine Reihe guter Zwecke eingesetzt. Andererseits war da die Sache mit Cambridge Analytica und er hat dieses befremdlich-glubschäugige Wassertrinkding bei seiner Befragung abgezogen. Er ist ein bisschen wie der ältere Freund deiner Cousine, der alles in allem extrem öde ist und in letzter Zeit total auf Bouldern abfährt. Jetzt sitzt er hier in seinem North-Face-Fleece beim Familiengrillen und isst schweigend sein Würstchen mit Nudelsalat. Allerdings ist er Mark Zuckerberg und reicher als Gott.

Ich glaube, hier stimmt das mit dem Alter halbwegs

Wahnsinn: Das Fehlen jeglicher nach außen gerichteter Verrücktheit ist genau das, was Zuckerberg so unheimlich macht. Er hat diese unangenehme Nicht-Persönlichkeit eines Männerrechtsaktivisten, der nur rotes Fleisch isst und True-Crime-Bücher liest. Aber gut, insgesamt hat er nichts Verrückteres gemacht als wiederholt-verklagt-zu-Werden, ständig und von allen.

Es ist schon ein bisschen lustig, dass Mark Zuckerberg anscheinend einfach in Ruhe sein Leben leben, einen Haufen Fleece-Jacken tragen und nebenbei alle Daten von allen Bewohnern dieses Planeten sammeln will. Stattdessen bekommt er pausenlos Probleme, weil er er selbst ist. Wie auch immer. Sein absoluter Verrücktheitshöhepunkt war dieses Wassertrinkding und da hatte er in etwa so viel Kohle wie jetzt. Also: 60 Milliarden US-Dollar sind schlecht für dich.

Blau markiert: Das Wassertrinkding

Jeff Bezos

Vermögen: Bezos ist aktuell der reichste Mensch auf unserem Planeten und solange Amazon Prime nicht aufhört, so unfassbar ätzend praktisch zu sein, wird sich daran auch nichts ändern. Der frühe Bezos war höchstwahrscheinlich ein "liest jeden Tag das komplette Internet"-Typ, der unfähig war, sich Hemden zu kaufen, die ihm passen. Vor ein paar Jahren hat er aber eine totale Kehrtwende vollzogen. Er fing an, pumpen zu gehen und Daunenwesten zu tragen. Wie dem auch sei. Sein Vermögen wird momentan auf 159 Milliarden US-Dollar geschätzt und er sieht aus, als könnte er dich problemlos über seinen Kopf heben. Wie es scheint, ist der reichste Nerd zu einem Bond-Bösewicht mutiert, was bedeutet, dass wir alle dem Untergang geweiht sind.

Ja, ich habe auch hier das Alter richtig hinbekommen. Ich habe wirklich unglaublich lang an diesen Diagrammen rumgebastelt, die du allerhöchstens überfliegst. Hast du dir eine davon mal genauer angeschaut? Natürlich hast du das nicht. Hätte ich auch nicht. Es ist OK. Ich wollte nur sagen, dass ich mir richtig Mühe gegeben habe

Wahnsinn: Wenn Milliardär zu sein zutiefst unmoralisch ist, ist Bezos das perfekte Beispiel dafür. Er hat genug Geld, jedem Amazon-Angestellten 10.000 US-Dollar in die Hand zu drücken, und wäre immer noch der reichste Mensch der Welt.*** Sein Imperium hat er auf den Rücken von hunderttausenden Lagerarbeiterinnen und -arbeitern aufgebaut, die aus Angst, gefeuert zu werden, keine Pinkelpausen machen oder in der Nähe ihres Arbeitsplatzes zelten, um ihre Anfahrtszeit zu reduzieren. Wie die meisten unserer Milliardäre hat sich auch Bezos an der Raumfahrt versucht.

Warum glaubt eigentlich jeder mit vier Milliarden US-Dollar aufwärts, dass er die Probleme der Raumfahrt lösen kann, wenn die NASA mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung noch immer Problemen hat? Fangt lieber mit fliegenden Autos an und arbeitet euch von da aus langsam hoch!

Etwas widerwillig versucht sich auch Bezos an wohltätigen Taten, die wahre Meise des Geek-Vin-Diesels zeigt sich aber in seinen fraglos erfolgreichen Führungsqualitäten und seiner Einstellung zu Arbeit. Folgendes habe ich mir von Bezos englischsprachiger Wikipedia-Seite zusammengemopst:

Bezos beraumt keine frühen Meetings an und setzt mit Vorliebe die zwei-Pizza-Regel durch. Das heißt, es dürfen nur so viele Menschen im Meeting sein, dass alle von zwei Pizzen satt werden. Bei Vorstellungsgesprächen interessieren ihn drei Dinge: Kann er die Person bewundern, kann die Person das bisherige Niveau heben und unter welchen Umständen könnte die Person zu einem Vorbild werden? Statt Power-Point-Präsentationen sollen höhere Mitarbeiter Informationen in sechsseitigen Texten präsentieren. Bezos hat immer noch die E-Mail-Adresse jeff@amazon.com, über die Kunden ihn und die Firma erreichen können. Auch wenn er auf die E-Mails nicht antwortet, leitet er einige davon mit einem Fragezeichen in der Betreffzeile an Führungskräfte weiter, die versuchen, auf die Problem einzugehen.

Einerseits ist diese Fragezeichen-Geschichte so soziopathisch und unheimlich, wie es nur geht. Andererseits besitzt jemand, der anscheinend kaum eine E-Mail schreiben kann, ein Vermögen von über 150 Milliarden US-Dollar. Wer ist also am Ende der Idiot? Natürlich ich.

Blau

Elon Musk

Vermögen: Elon Musks Vermögen mag ich von allen am liebsten. Er hat quasi ein Nerd-Unternehmen nach dem anderem gegründet und Millionen gemacht, die schließlich zu Milliarden wurden. Seine erste Software-Firma, Zip2, brachte ihm 22 Millionen US-Dollar, als er sie 1999 verkaufte. Einen Monat später gründete er X.com, das sich ein Jahr später mit Confinity vereinte und zu dem PayPal wurde, das wir alle kennen, lieben und für schlecht durchdachte eBay-Käufe benutzen.

Durch den Verkauf von PayPal 2002 machte Musk 180 Millionen US-Dollar. Er steckte alles in drei Unternehmen: SpaceX, die wohl teuerste Ego-Massage der Welt; Tesla, ein auf dem Papier gigantischer Elektroauto-Hersteller, obwohl du niemanden kennst, der so ein Teil fährt; und SolarCity, eine Solarenergie-Firma mit Hauptsitz in Kalifornien. Als er diese drei Investitionen tätigte, musste sich Musk laut eigener Aussage Geld leihen, um seine Miete zahlen zu können. Heute besitzt er 20 Milliarden US-Dollar und hat einen Tesla ins All geschossen. Ja? Was hast du in deinem Leben geleistet?

OK, hier stimmt das Alter überhaupt nicht

Wahnsinn: Elon Musks Wahnsinn mag ich am liebsten von allen, weil er dieses Jahr konzentriert in Erscheinung getreten ist. Er begann, Grimes zu daten; lud Azealia Banks zu sich nach Hause ein, damit sie ihm bei Twittern zugucken konnte; ließ den Tesla-Kurs mit besagtem Twittern mehrmals einbrechen; hat einen Höhlentaucher nicht ein-, nicht zwei-, sondern dreimal einen Pädophilen genannt; er hat in einem Podcast vor laufender Kamera gekifft und ein verdammtes Auto mit einer Rakete ins Weltall geschossen. Sein Vermögen bewegt sich um 20 Milliarden US-Dollar, obwohl er ständig high ist, zu weinen anfängt oder mutige Retter "Pädo" nennt. Wir können also mit Sicherheit sagen: 20 Milliarden US-Dollar sind nicht gut für dich.

Aber hat der ganze Wahnsinn bei Musk nicht vielleicht schon früher angefangen? Wenn du den 2010 in Marie Claire erschienen Artikel gelesen hast, in dem seine Ex-Frau erzählt, wie er sie, um sie rumzukriegen, unbeholfen mit zwei Fäusten voll schmelzendem Schokoladeneis überfällt und ihr ein paar Jahre später, am Ende ihrer Ehe, droht, sie zu feuern, dann denkst du wahrscheinlich: Ja.

2001, nachdem Musk PayPal verlassen hatte, war er plötzlich ganz besessen davon, paarungswillige Mäuse auf den Mars zu schießen. Als sich in seinem Hirn die Idee der Space-(Se)X-Nager (im Detail in Musks Biografie von Ashlee Vance nachzulesen) formte, lag sein geschätztes Vermögen bei 165 Millionen US-Dollar. Musk war so reich, dass er versuchte, Biker Mice from Mars Realität werden zu lassen. Was schließen wir daraus? 165 Millionen US-Dollar sind schlecht für dich.

Besonders ausgeprägter Wahnsinn wie gewohnt in Blau. Bei 165 Millionen haben wir die Space-Mäuse und bei 22 Milliarden US-Dollar Grimes, Gras etc. pp.

Fazit

Bill Gates und Jeff Bezos heben sich gegenseitig auf: Gates ist seit über 30 Jahren unfassbar reich und an keinem Punkt übermäßig komisch gewesen. Bezos ist seit 20 Jahren unfassbar reich und ständig irgendwie komisch gewesen. Beide stellen die gegenüberliegenden Pole im Milliardärs-Wahnsinn dar. Sie treffen sich also genau in der Mitte und neutralisieren sich. Mark Zuckerberg ist durch und durch "weird", aber hat nie irgendwas gebracht, das bekloppt genug gewesen wäre, ihn interessant zu machen. Als unser jüngster Milliardär hat er aber noch genug Zeit und Geld, das nachzuholen. Erinnerst du dich noch daran, als der Typ von #StopKony splitternackt und fluchend durch die Gegend gerannt ist und vor parkenden Autos masturbierte? Ich glaube, wir werden irgendetwas in der Art von Zuckerberg erleben. Da kommt noch was.

Übrig bleiben zwei richtig bekloppte Milliardäre: Elon Musk, der bei einem Kontostand von 165 Millionen US-Dollar ein paar liebeshungrige Mäuse ins Weltall schießen wollte, und Richard Branson, der in den 90ern extrem eigen wurde, sich in Brautkleider warf und einen auf Jules Verne machte. Bei dem einen lockerten sich die Schrauben bei 165 Millionen, beim anderen bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Wir können also die Differenz abziehen und sagen, dass folgender Betrag dich durchdrehen lässt. Warum? Darum:

832.500.000 US-Dollar

Bitte versuche, niemals so viel Geld zu machen. Danke!

*Weil die Börse die Börse ist, ist die Tesla-Aktie inzwischen wieder ordentlich nach oben geklettert. Musk hat sein Geld also längst wieder drin. Diese schrecklich langweilige Fußnote steht hier nur, um den ganzen "Moment mal, …"-Klugscheißer-Kommentaren bei Facebook und Twitter zuvorzukommen.

**In einem Bill-Gates-Porträt von 1986 bin ich über einen mehr als erstaunlichen Satz gestolpert. Damals hieß es, dass der Microsoft-Mogul eine Art Frauenheld und Bleifuß sei, der einen extra-alten Diesel-Mercedes fährt, um sich zu zügeln. Sorry, aber Bill Gates ist kein Frauenheld. Das glaubt doch kein Mensch. Wir wollen ihn gern gut dastehen lassen, aber es gibt Grenzen.

***Im April 2018 haben weltweit 563.100 Menschen bei Amazon gearbeitet. Bezos müsste insgesamt also 56,3 Milliarden US-Dollar auf den Tisch legen, wenn er jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin 10.000 Dollar schenken wollte. Bei seinem Gesamtvermögen eher Peanuts. Und wahrscheinlich hätte er diese Summe innerhalb eines Jahres wieder am Start, weil ich so viele Pfannenwender, selbstklebende Wandhaken und Bücher, die ich eh nie lese, bei seinem Laden bestelle und mir direkt ins Büro liefern lasse.

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Mehr VICE
VICE-Kanäle