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Anschläge

Anschläge in NY: Auf Yelp verreißen Leuten den Laden der Eltern von Ahmad Khan Rahami

Jetzt wird die Familie in Sippenhaft genommen: „Bleibt von diesem Restaurant weg, wenn ihr eure Eingeweide nicht überall verteilt haben wollt.“

von Hilary Pollack
20 September 2016, 12:00pm

Die letzten Tage haben New York und New Jersey heftig erschüttert: Mehrere Sprengsätzewurden an öffentlichen Plätzen gefunden. Einer davon explodierte im beliebten Stadtteil Chelsea in Manhattan, wobei 29 Menschen verletzt wurden.

Gestern hat die Polizei dann Informationen zu einem der Hauptverdächtigen der Bombenanschläge preisgegeben: Millionen von Amerikanern wurden per Handy vor Ahmad Khan Rahami gewarnt inklusive Foto, Beschreibung und Informationen zu seiner Familie und seiner Geschichte. Nur ein paar Stunden danach wurde Rahami bei einem Schusswechsel mit der Polizei gestellt.

Ahmad Rahami, der in Afghanistan geboren wurde und in Elizabeth in New Jersey lebt, und seine Familie hatten juristische Probleme mit der Stadt, so der Bürgermeister J. Christian Bollwage. Bei einer Pressekonferenz gestern sagte er, dass das Familienrestaurant First American Fried Chicken 24 Stunden geöffnet war, was zu Beschwerden von Nachbarn führte, weil es bis spät in die Nacht laut und gut gefüllt war. Der Stadtrat hat dann beschlossen, dass das Restaurant nur noch bis 22 Uhr geöffnet sein darf, diesen Beschluss ignorierten die Rahamis jedoch und bedienten auch noch spätnachts Kunden. Als ein Polizist dann die früheren Schließzeiten durchsetzen wollte, wurde er von Ahmads Bruder angegriffen, der daraufhin verhaftet wurde. Ihm gelang es, nach Afghanistan zu fliehen und die Familie verklagte Bürgermeister, Stadtrat und die Polizei wegen Rassen- und ethnischer Diskriminierung. Der Bürgermeister versichert jedoch, dass einzig und allein die Beschwerden wegen Ruhestörung und nicht die Herkunft der Familie der Auslöser für das harte Durchgreifen waren.

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Foto via Google

Jetzt wird die Yelp-Seite des First American Fried Chicken von Usern zugemüllt, viele behaupten, der Imbiss sei ein Nährboden für Terrorismus und sie posten Witze über Schnellkochtöpfe und Schweinefleisch.

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„Ihr Restaurant sollte für immer geschlossen werden und jedes Mitglied ihrer Familie sollte wieder zurück nach TERRORSTAN abgeschoben werden", schreibt ein User aus Dallas, Texas.

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„Das beste Hühnchen aus dem Schnellkochtopf an der ganzen Ostküste", reiht sich ein User aus Corona in Kalifornien ein.

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„Bleibt von diesem Restaurant weg, wenn ihr eure Eingeweide nicht überall verteilt haben wollt."

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Yelp selbst kündigt mittlerweile an, die Kommentare zu entfernen—egal ob positiv oder negativ—, die nur durch den Medienrummel entstanden sind und keine wirkliche Rezensionen sind. Und in der Tat finden sich vereinzelte Kommentare, in denen sich User gegen die konstanten Beleidigungen und Drohungen stellen. Seit der Kommentarflut ist die Bewertung des Restaurants auf 1,5 Sterne abgesackt. Bevor bekannt wurde, dass Ahmad der Hauptverdächte der Bombenangriffe ist, waren die Rezensionen durchweg positiv, ein User lobte die Halal-Burger, ein anderer liebte das frittierte Hühnchen, die Pommes und die jamaikanischen Teigtaschen.

Wie die New York Times berichtet, beschrieben Stammkunden Ahmad als freundlich, er „hing mit Freunden vor dem Restaurant ab" und hat den Stammkunden oft gratis Hühnchen gegeben.

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