Das sind die 12 unbeliebtesten Musikvideos aller Zeiten—laut Wikipedia

Warum werden gerade diese Musikvideos so leidenschaftlich gehasst? Wir haben das mal untersucht.

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04 Januar 2017, 5:25pm

Screenshots: YouTube aus den Videos "Anaconda“ - NickiMinajAtVEVO ;"Everyday Sunday remix“ - ApoRed

Wir werden es wohl nie verstehen, aber ja, Menschen gucken sich Musikvideos an, obwohl sie genau wissen, dass sie diese hassen werden. Je nachdem, wie stark die Wut auf den Künstler dann ist, wird entweder ein flammendes Kommentar wie „lol" oder „Hurensohn" getippt oder beherzt auf den Dislike-Button gedrückt. 

Je bekannter das Musikvideo, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass Legionen von Hatern angerannt kommen, um den Song mit dem nach unten gerichteten Daumen in den Boden zu rammen. Oft kommen sie nicht über die hohen Mauern der nach oben gestreckten Daumen, die Song und Künstler lobend schützen. Doch ab und zu passiert es. Dann sind die Dislikes zu zahlreich und türmen sich World War Z-mäßig auf, um endlich alles zu zerstören. So geschehen bei diesen 12 Musikvideos, die sogar fein säuberlich auf Wikipedia aufgelistet sind. Wir haben uns diese Videos mal näher angeschaut, um herauszufinden, warum gerade hier die Hater triumphiert haben:

12. ApoRed—„Everyday Sunday (remix)" (809.000 Dislikes)

Ja, verdammt, die Liste besteht aus 12 Plätzen, damit wir ApoRed mit reinnehmen konnten. Immerhin ist es schon beachtlich, dass ein deutscher YouTuber auf der großen Bühne des internationalen Gehasst-werdens mitspielen darf. Warum sein „Everyday Sunday" so oft negativ bewertet wurde? Wir haben das Video mal eingebettet. Schau es dir einfach mal an und fühle dich danach wie ein gnadenloser Caesar im Kolosseum.

11. Nicki Minaj—„Stupid Hoe" (863.000 Dislikes)

Trotz oder gerade wegen des Titels ist „Stupid Hoe" ein verstörend abstraktes Video, in dem sich Nicki Minaj oft wie eine halbherzig aufgezogene Puppe bewegt und von grellen Farben und Strobolicht angetrieben wird. Das ist eben nur was für Liebhaber und trifft offensichtlich trotz der hohen Reichweite nur bei wenigen ins Pinke.

10. Justin Bieber—„Boyfriend" (868.000 Dislikes)

Im September 2015 haben wir beschlossen, dass es endlich Zeit wird, Justin Bieber ernst zu nehmen. Schließlich beherrscht sein musikalischer Output nicht grundlos unsere Spotify-Privatmodus-Jahreslisten. Doch damals, 2012, als „Boyfriend" erschien, schlug unser Herz noch nicht im Takt der billigen *NSYNC-Kopie, die dieses Video und dieser Song darstellte. Wir haben ihn uns gerade nochmal angehört und die Melodie schon wieder vergessen. Damit ist die kognitive Haltbarkeit des Songs so kurz wie der Dislike-Balken des Videos, der nämlich trotz allem nicht gegen den überwältigenden Erfolg des Tracks ankommt.

9. Mishovy Šílenosti—„Pokemon Go Song" (925.000 Dislikes)

Wenn uns unsere Enkel fragen werden, was verdammt nochmal wir im Sommer '16 gemacht haben, werden wir mit glänzenden Augen sagen: „Wir haben Pokemon Go gespielt!" Und ja, es kann gut sein, dass ein Noisey-Redakteur über Wochen Mishas „Pokemon Go Song" jeden Morgen in den Redaktionschat gepostet hat, so sehr freute er sich über den schiefen Gesang des stolzen Zahnlücken-Kindes. Wer hier dislikt, beschwert sich auch darüber, dass Super Mario Run auf dem Smartphone mit 10 € viel zu teuer ist. 

8. Justin Bieber—„Sorry" (945.000 Dislikes)

Weißt du, warum diese hypnotisch eingängige Nummer in dieser Liste auftaucht? Weil sie über zwei Milliarden Mal geklickt wurde und auf jedem Radiosender, in jedem Club, Geschäft, Friseur, Restaurant und Bestattungsinstitut lief. Anscheinend konnten da einige nicht mehr und mussten ihr Statement setzen. Dafür haben wir nochmal auf Like gedrückt, #sorrynotsorry.

7. Nicki Minaj—„Anaconda" (1,26 Millionen Dislikes)

Zugegeben, „Anaconda" ist kein guter Nicki Minaj-Song und auch sonst ist die Nummer alles andere als hörenswert. Das dazugehörige Musikvideo? Schreit geradezu: „Werde geil und achte nicht auf die verblödete Hook!" Also relativ ungeil. Man kann sich ja mal vertun.

6. Miley Cyrus—„We Can't Stop" (1,28 Millionen Dislikes)

2013 wischte sich Miley Cyrus das eingeprügelte Disney-Lächeln aus dem Gesicht und provozierte auf allen Ebenen. Skandal nach Skandal, Miley beherrschte in diesem Jahr den Boulevard. Mochten viele nicht. Und so bekam auch „We Can't Stop" eine fette Ordnungsschelle auf YouTube. Dabei machen Song und Video doch Spaß—auf eine „Kaugummi kauen nach dem Rauchen, damit es die Eltern nicht riechen"-Art.

5. Miley Cyrus—„Wrecking Ball" (1,35 Millionen Dislikes)

Ein paar Monate nach „We Can't Stop" setzte sich Miley nackig auf eine Abrisskugel, leckte einen fetten Hammer ab und riss alles ein. Es reicht, wenn du das Video einmal siehst, viel mehr passiert da nicht. Der Song an sich ist auch nicht schlecht, eine typische Ballade eben mit ordentlich Kitsch und Pathos, wie sich das eben im Pop-Business gehört. Warum trotzdem so viel daran gemeckert wurde? Offenbar kamen viele nicht auf Mileys zügellose Art klar. Die sollen sich dann eben ficken gehen.

4. Jacob Sartorius—„Sweatshirt" (1,57 Millionen Dislikes)

Wir haben gerade zum ersten Mal von diesem Musikvideo gehört und es sofort angeschaut. Ein Junge im Stimmbruch singt darüber, wie er seine viel zu alt aussehende Klassenzimmerliebe anschmachtet und ihr seinen Sweater anbietet. Dass das bitte niemandem gefallen sollte, der älter als 12 ist, sollte allen klar sein.

3. Psy—„Gangnam Style" (1,66 Millionen Dislikes)

PSY hat vor ein paar Jahren mit „Gangnam Style" einfach alles abgerissen. Schlimm war das. Höre dir den Song jetzt bitte nicht an, du wirst den Ohrwurm nicht mehr los. Wir beschreiben lieber, was im Video (nebenbei immer noch das meistgeklickteste YouTube-Video aller Zeiten) passiert: Wir sehen eine grelle Schwachsinnshandlung und einen Tanz, der in jenem Jahr wohl auf jeder Abifeier nachgetanzt wurde und für rote Backen sorgte. Trotzdem ist der Song völlig unberechtigt in dieser Liste, ist der Dislike-Balken doch im Vergleich zu den unfassbaren 11,8 Millionen Likes recht klein. Schlimm ist das.

2. Rebecca Black—„Friday" (2,46 Millionen Dislikes)

Noch so eine Kinderlied-Nummer. 2011 besang One-Hit-Wonder Rebecca Black ihren Freitag und selbst Leute, die nur für das Wochenende leben, bekamen das Kotzen. Ehrlich, selbst der „Wochenende! Saufen! Geil!"-Typ würde bei diesem Musikvideo sofort zurück auf Arbeit fahren, um freiwillig Überstunden zu schrubben ... Super, jetzt wurden selbst wir vom Hass übermannt. Danke, Rebecca!

1. Justin Bieber—„Baby" (7.17 Millionen Dislikes)

Platz Eins belegt mit überwältigendem Abstand Justin Bieber mit seinem Durchbruchshit „Baby". Und irgendwie ist das selbsterklärend. Damals redete jeder über diesen kleinen Typen mit Wuschelkopf und wir sehr die Welt ihm doch zu Füßen liegen würde, weil er so ein talentierter Musiker wäre. War doch klar, dass das eine Trotzreaktion provoziert. Zumal der Song nun wirklich beschissen ist und im Vergleich zu seinen aktuellen Hits wie eine krakelig gemalte Paint-Karrikatur der Mona Lisa wirkt. Im Video wird gebowlt, synchron getanzt und irgendwann darf Ludacris alterspeinlich rappen. Einziger Mindfuck: Bei Minute 1:13 ist doch tatsächlich Drake zu sehen. Einfach so. Like.

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