Sport

Eishockey im Himalaya: Eine ungewöhnliche Reise in Bildern

Ex-Coach Ian Andersen hat mehrere Monate lang in historischen Buddhisten-Tempeln, in schiitischen Dörfern und unter halbnomadischen Yak-Hirten gelebt, um den Leuten den Wintersport mit Kufen und Schlägern beizubringen.

von Andreas Bruhn
17 Januar 2017, 4:00am

Im Januar 2016 hat sich Ian Andersen, der ehemalige Eishockey-Videocoach der Profimannschaften Minnesota Wild und St. John's IceCaps, dazu entschieden, die großen Arenen Nordamerikas hinter sich zu lassen, um neue Abenteuer auf einigen der abgelegensten und am höchsten liegenden Eisflächen der Welt zu erleben.

Hoch im tibetanischen Plateau und westlich der umkämpften Grenze zu China liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von über 4.500 Metern der nur dünn besiedelte, östliche Teil des indischen Bundesstaats Jammu und Kashmir. Für drei Monate im Winter—wenn die Temperaturen weit unter -20 Grad Celsius fallen und es zu kalt für einen normalen Schulbetrieb ist—zieren dort zugefrorene Teiche und von Hand geschaffene Eisflächen die karge Landschaft. Auf diesem Eis kommen dann die Kinder und Jugendlichen zusammen, um ihren Durst nach Beschäftigung und Gemeinschaft zu stillen. Das Ganze ist für sie eine willkommene Abwechslung zu den hohen Anforderungen in der Schule sowie zu ihren Pflichten im Haushalt. Gleichzeitig stärken sie so ihr Selbstvertrauen und entwickeln ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

Als Andersen vor einigen Jahren zusammen mit der Vereinigung Hockey Without Borders in Serbien war, hörte er zum ersten Mal von der nordamerikanischen NGO namens HELP Inc Fund, die sich für die oftmals vernachlässigten Menschen im westlichen Teil des Himalaya-Gebirges einsetzt. Jedes Jahr sammelt die Organisation gebrauchte Eishockey-Ausrüstung und lädt nordamerikanische Spieler, Trainer und Mentoren dazu ein, einen Sport, der einst nur auf den Eisflächen der bundesstaatlichen Hauptstadt Leh betrieben werden konnte, für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Inzwischen hat sich die kommunale und wohl extremste Eishockey-Bewegung der Welt schon weit über die Grenzen Lehs hinaus verbreitet. Genau hier—zwischen historischen Buddhisten-Tempeln, schiitischen Dörfern und halbnomadischen Yak-Hirten—hat Andersen nun einige Monate als reisender Eishockey-Coach gelebt, um die Einwohner von Jammu und Kashmir mit seiner Liebe zum Spiel in der reinsten Form anzustecken.

Ein Junge aus dem Dorf Kargyam auf dem Nachhauseweg vom Training

Nach einem anstrengenden Trainingstag dreht Andersen gerne noch ein paar Runden für sich selbst

Die richtige Lauftechnik ist der Schlüssel zum Erfolg

Vor dem ersten Training wird den Kindern von Kargyam gezeigt, wie man einen Schlittschuh schnürt

Eltern aus dem Dorf Shyok sehen ihren Sprösslingen bei einem Trainingsspiel zu

Andersen macht den Kindern und Jugendlichen des Dorfes Thangnak eine Übung vor


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