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Popkultur

Dieser Künstler lässt in seiner neuen Ausstellung Ameisen arbeiten

In Brad Troemels LIVE/WORK essen weibliche Ernteameisen buntes Gel, um Non-Profit-Organisationen zu unterstützen.
10.11.14

Fotos via

Neun Ameisenfarmen aus Plexiglas hängen an Stahlseilen von der weißen Decke der Tomorrow Gallery. Jede dieser futuristischen Behausungen ist voll von nährstoffreichem Gel, das die unfruchtbaren weiblichen Ernteameisen essen und zu Tunneln formen können. Anschließend verteilen sie das Gel am oberen Ende des Container. Das farbliche Gefälle des Gels in jeder Behausung entspricht den Farben des Logos von drei Non-Profit-Organisationen: der Earth Liberation Front, dem Edward Snowden Legal Defense Fund und der Planned Parenthood.

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Die Ameisenfarmen sind Teil der neuen Ausstellung LIVE/WORK des New Yorker Künstlers Brad Troemel. Er lässt–ganz ohne Wissen seiner Bewohner–die Behausungen in einem Rennen gegeneinander antreten: Die Gruppe, die das meiste Geröll ansammelt, „gewinnt“. Zehn Prozent der Einnahmen der Ausstellung werden an die drei Organisationen ausgeschüttet.

„Wenn die Ameisen ihre Körper durch die gebohrten Löcher stecken könnten, wären sie in der Lage, sich soweit von ihren Behausungen zu entfernen, dass sie die Namen und Farben der Organisationen sähen, die sie durch ihre harte Arbeit unterstützen. Alle Ameisenteams arbeiten für die drei Non-Profit-Organisationen“, so Troemel in der Presseerklärung.

LIVE/WORK zeigt Verbindungen zu Troemels Essay über die Zeit, Athletic Aesthetics, aus dem Paul Barsch einen HipHop-Remix gemacht hat. Troemel spricht in dem Essay in Bezug auf die Überproduktion von Künstlern von „Aesthleten“ und die Prüfung dieser Werke durch die Rezipienten. „Um den Überblick zu behalten, der notwendig ist, um Muster zu entwickeln, muss die Einstellung der Gleichgültigkeit kultiviert werden. Gleichgültig zu sein, bedeutet zu glauben, dass eine Sache genauso wichtig ist wie die andere.“ Auf fieberhafte Weise bauen die Arbeiter in LIVE/WORK Tunnel, und das mit eine unsichtbaren kollektiven Antrieb, der der visuellen Rekursion der Internetproduktion als Überlebensmodus und Existenzbeweis entsprechen könnte.

>> Besucht hier die Website von Brad Troemel