Polizist schießt mit Gummigeschoss um sich und trifft Fußballer am Kopf

Eigentlich wollte Franco Quiroz vom argentinischen Zweitligisten Almagro nur schlichten, als sich Fans prügelten. Und endete mit einem Loch im Kopf. Der Trainer hielt anschließend eine Brandrede, die ihm seinen Job kosten könnte.

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15 Dezember 2016, 10:25am

Screenshot: Twitter

In Argentinien kam es vor einigen Tagen zu einem hässlichen Zwischenfall beim Zweitliga-Spiel zwischen Almagro und Atletico Parana (0:1), als ein Gummischoss einen Fußballprofi am Kopf traf, abgeschossen von einem Polizisten.

Der 26-jährige Mittelfeldspieler Franco Quiroz vom Zweitligisten Almagro wollte bei einer Schlägerei unter rivalisierenden Fangruppen schlichten, während die Polizei versuchte, mit Gummigeschossen die sich prügelnde Menge auseinanderzutreiben. Das gelang mäßig, weswegen man nach anfänglichen Schüssen in die Luft gezielt auf die Fans schoss. Dabei muss ein Polizist die Übersicht verloren haben, weil eines seiner Gummigeschosse Quiroz am Kopf traf. Der musste mit einem Loch im Kopf im Krankenhaus behandelt werden.

Der Almagro-Spieler war logischerweise wenig amused: „Ich war zehn Zentimeter davon entfernt, meine Zukunft als Profi zu verlieren. Die Gummikugel wurde entfernt, ich habe jetzt ein Loch im Kopf, bin aber außer Gefahr."

Den Ausschreitungen war ein spätes und entscheidendes Gegentor für die Heimmannschaft vorausgegangen, das die Fans auf die Barrikaden brachte.

Wütend war auch Almagros Präsident, Julian Romeo, und zwar vor allem auf die Polizei. Gegenüber lokalen Medien empörte er sich: „Wir hatten 100 Polizisten angefordert, gekommen sind aber nur 28. Ich habe selbst gezählt."

Anders hat Almagros Trainer reagiert, der die Schuld bei den gewalttätigen Fans sieht.

„Die Fans haben an den Zäunen gerüttelt, um einen Spielabbruch zu provozieren. Seitdem ich hier angefangen habe, wurde ich schon viermal überfallen. Hier passiert so viel Gewalt, dass Fußballer manchmal gar nicht spielen wollen. Ich habe keine Ahnung, ob hier 100 Polizisten waren oder nicht. Ich weiß aber, dass ich keine Lust mehr darauf habe, mich von den Fans in Geiselhaft nehmen zu lassen. Ich bin mir übrigens sicher, dass ich für diese Aussage gefeuert werde."