A-League

Ultras zeigen homophobes Banner und bekommen saftige Strafen

14 Fans der Western Sydney Wanderers müssen 18 Monate in die Röhre gucken. Weil sie ein schwulenfeindliches Banner gegen den gegnerischen Trainer beim Derby zeigten.

von Markus Hofmann
23 Februar 2017, 11:10am

Foto: Imago

Der australische Erstligist Western Sydney Wanderers hat 14 Ultras der eigenen Mannschaft mit Stadionverboten belegt, die es in sich haben: 18 Monate. Was die Fans angestellt haben? Sie haben ein genauso hässliches wie homophobes Banner beim Derby gegen den FC Sydney (1:0) am vergangenen Samstag hochgehalten. Es soll den Trainer des gegnerischen Teams, Graham Arnold, beim Oralsex darstellen.

Die 14 Fans sollen dem Red & Black Bloc (RBB) angehören, eine der größten Ultra-Gruppierungen der A-League. Die Stadionverbote wurden direkt vom Verein ausgesprochen, nachdem der australische Verband Ermittlungen angekündigt hatte. Was den Bestraften sicherlich nicht geholfen hat, ist die Tatsache, dass RBB-Mitglieder auf Facebook und Twitter keinerlei Reue zeigten, sondern sich für ihr Banner feierten, wie The Sidney Morning Herald berichtet.

Diesen Post veröffentlichte der RBB auf seiner Facebook-Seite nach dem Spiel gegen den FC Sydney:

Der Stadtrivale FC Sydney war vor dem Spiel noch unbesiegt und ihr Trainer, Graham Arnold, hatte verkündet, dass sich das diese Saison auch nicht mehr ändern solle. Dann ging's eben zu den Wanderern und dort wurde Arnolds Verein, wie uns der Post zeigen möchte, sinnbildlich „gefickt".

Wanderers-Geschäftsführer John Tsatsimas fand zu dem Vorfall im Stadion deutliche Worte:

„Während die große Mehrheit des RBB in ihrer Unterstützung für den Club außergewöhnlich ist, müssen wir all jene entfernen, die sich für größer als den Verein halten".

Doch weiterer Ärger droht, sowohl für den RBB als auch den Verein.

Denn der Verein drohte seinen Ultras mit der Sperrung ihrer Tribüne, sollten sie nochmal Mist bauen – und das nicht nur im Stadion, sondern auch in den sozialen Medien. Gleichzeitig droht Western Sydney ein Drei-Punkte-Abzug, weil man nach wiederholten Pyroaktionen seiner Fans eh schon „auf Bewährung" gespielt hatte. Punkte, die der Vizemeister in der laufenden Situation übrigens gut gebrauchen könnte, da man aktuell nur auf Platz sechs (von insgesamt zehn Teams) steht, mit satten 23 Punkten Rückstand auf den Stadtrivalen FC Sydney.

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Der Betroffene selbst, Graham Arnold, hat übrigens gelassen auf die homophobe Aktion reagiert. Der Familienvater meinte dazu nur: „Ärgert mich das? Nein, ich habe ein dickes Fell und bin seit über 30 Jahren im Fußballgeschäft. Da wurde ich schon schlimmer beleidigt und habe schwerere Zeiten durchmachen müssen. Aber ich finde, dass es gegenüber meinen Kindern und meiner Familie komplett unangemessen ist. Außerdem hat es im australischen Sport nichts zu suchen, bei all den Kindern, die mit ihren Eltern zu den Spielen gehen."