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Mit dieser App kann jeder Dildos drucken

Der von Berlinern entwickelte Dildo-Generator hilft dir bei der Herstellung deines persönlichen Sexspielzeugs.
Dildo im Druck. Foto: Dildo-Generator | Mit freundlicher Genehmigung

Die 3D-Druck-Bewegung wird immer größer und dringt immer tiefer in die intimsten Seiten des menschlichen Daseins ein. Sexspielzeug ist generell für jede Innovation gut und die Berliner Entwickler des Dildo-Generators sind fleißig damit beschäftigt, ihren Beitrag zu der Alleskönner Technologie des 3D-Drucks zu leisten. Permanent optimieren sie ihr Wissen über die Dildoproduktion und stellen es per open source der Welt zur Verfügung. Falls du dir also den Minidrucker Micro zulegst, kannst du dir neben Teddybären, Pfannkuchen und Drohnen jetzt auch deinen persönlichen Dildo herstellen.

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„Die Idee ist bei ein paar Bierchen und viel Techno vor circa einem Jahr entstanden. Der erste Drucker war bereits aufgebaut und funktionierte, aber außer Fernsehtürmchen, Walfiguren und Vasen war noch nicht viel drin.", erzählte mir Ikaros Kappler, Miterfinder des Dildo-Generators. „Jan Northoff meinte, man könne ja Dildos herstellen!"

Beim Herumspielen mit den Neuerungen von HTML5 stieß Kappler auf WebGL (Web Graphics Library) und THREE.js (Javascript free Library für 3D-Modellage), Programme, mit denen 3D-Druck für jeden machbar wird und mit welchen sich die schönsten Formen kreieren und modellieren lassen. Kappler war Feuer und Flamme.

Dildotestversionen aus dem 3D-Drucker.

Dildotestversionen aus dem Drucker | Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Ikaros Kappler

Zuerst sollte das Dildo-3D-Tool eigentlich auch nur eine Spielerei mit den Grundlagen des Drucks sein, doch die darauffolgende Begeisterung, die den Erfindern zum Beispiel bei der diesjährigen re:publica entgegenströmte war so immens, dass sie an dem Thema dranblieben. Dildos sind eben ein gutes Geschäftsmodell, selbst im Angesicht des unvermeidlichen Aufstiegs des Sexbots.

Die erste Druckversion des Dildo ist noch etwas hart und spröde.

Doch auch, wenn alles mit einer Spielerei begann ist die Herstellung von Sexspielzeug ein Handwerk, das trotz 3D-Drucker einiges an klassischen Try and Error-Verfahren erfordert. Die größte Herausforderung stellt die Optimierung der Oberfläche dar, denn herkömmliche Drucke bestehen aus dem harten und spröden Material Polylactiden oder dem Terpolymer ABS—so etwas möchte niemand irgendwo einführen.

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Diese Problematik merkte 2012 auch schon Tom Nardone von Maker Love an, der mit seinem Unternehmen Dildo-Formen für den Ausdruck von Sigmund Freud-Köpfen bis Fäusten anbietet.

Da für ein Sexspielzeug nur gesundheitlich verträgliche Stoffe verwendet werden können, ist die Auswahl für das perfekte Material einigermaßen eingschränkt. Die neusten Silikonresultate des Dildo-Generators sind jedoch schön glatt und angenehm.

„Die Software auf dildo-generator.com ist quasi selbsterklärend: man zeichne eine Umrisslinie mittels Bezierpfad, die ist schön glatt. Das haben die Ingenieure Beziér und Casteljau schon in den 60ern beim Karosseriedesign für Autos genauso gemacht, das Prinzip ist also alt und bewährt. Außerdem erkennen das Prinzip alle, die schon einmal mit einem CAD-Programm gearbeitet haben, sofort wieder.", erklärt Ikaros Kappler.

Screenshot des Dildo-Generators.

Screenshot des Dildo-Generators.

Gussform für das Silikon.

Gussform für das Silikon.

Silikon einfüllen und aushärten lassen.

Silikon einfüllen und aushärten lassen.

Tadaaa! Verschiedene Dildos für den individuellen Hausgebrauch.

Tadaaa! Verschiedene Dildos für den individuellen Hausgebrauch.

Der Rest läuft automatisch: aus der Umrisslinie wird ein Rotationskörper errechnet und die virtuelle Dildoform ist damit schon fertig. Mittels STL-Export lässt sich die Form dann auf dem eigenen Rechner in ein geeignetes Druckformat umwandeln, also in g-Code oder x3g, was zum Beispiel mit MakerWare erreicht werden kann.

„Wir haben überlegt, dass das Drucken von Gussformen die bessere Lösung ist. Die Software berechnet diese von selbst und teilt sie auch in zwei Hälften, damit man die Form nach dem Aushärten des eingefüllten Silikons nicht zerstören muss.", so Kappler. Das alles kannst du über den Dildo-Generator, der nach dem Open-Source-Prinzip frei zur Verfügung steht, selbst vornehmen. Dass dabei einige Zweifel über die Öffentlichkeit der Daten des persönlichen Stückes aufkommen, liegt auf der Hand. Doch Kappler beruhigt die sicherheitsbedachten Hobby-Dildoproduzenten:

„Die ganze Software ist eine reine Browser-App, die komplett ohne Server auskommt. Es werden also nie Daten über das Internet übertragen, außer des Software-Codes selbst, also HTML, CSS und Javascript, natürlich. Daher lässt sich leider auch nicht sagen, wie viele Formen damit schon erstellt wurden."

Wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid und euch oder eure Freundinnen und Freunde mit Variationen eures besten Stückes überraschen wollt, geht einfach auf den Dildo-Generator oder holt euch die App. Und wenn euch der Ehrgeiz packt, dann ist das nächste Ziel vielleicht der Druck eines ganzen Sexbots.