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Dieser Roboter „repariert“ sich innerhalb von 60 Sekunden selbst

Maschinen mit Selbstheilungskräften: Mit dieser Technik werden Maschinen nahezu unverwundbar.
Der verletzte Hexapod. Bild: Antoine Cully / Pierre, Marie Curie University

Das alte Problem mit Robotern: Wenn sie kaputt sind, sind sie aufgeschmissen. Verletzt sich zum Beispiel einer der spinnenähnlichen Hexapods ein Bein, ist er trotz seiner fünf verbleibenden, intakten Extremitäten nicht mehr fähig, seinen Weg fortzusetzen. Unfähig und lächerlich dreht er sich fortan im Kreis oder schleppt sich ungelenk in die falsche Richtung.

Nicht so die Geräte der französischen Forscher Antoine Cully und Jean-Baptiste Touret. Die beiden Doktoranden am Institut für Robotik und Künstliche Intelligenz an der Univerisité Pierre et Marie CURIE in Paris arbeiten seit drei Jahren an intelligenten Robotern, die sich selbst „heilen" können. Der neueste, von ihnen entwickelte Algorithmus benötigt selten mehr als 30 Sekunden, um eine Lösung für das Problem zu finden und schaffte es sogar auf das aktuelle Cover des Wissenschaftsmagazins Nature.

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Selbst Lehm hält ihn nicht auf. Bild: Antoine Cully / Pierre and Marie Curie University

Der oben erwähnte Hexapod mit Beinverletzung probiert per Trial-and-Error-Verfahren solange verschiedene neue Gangarten aus, bis er—ähnlich wie ein verwundetes Tier—eine gefunden hat, die in der neuen Situation funktioniert.

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Er repariert sich also nicht im klassischen Sinn, sondern sucht nach Alternativen, um die Behinderung auszugleichen. Mittels dieser Ausweichstrategie kann er sich nun sogar mit 96 Prozent der Ausgangsgeschwindigkeit weiter fortbewegen und weicht dabei kaum von seinem ursprünglichen Weg ab.

In diesem Video werden die unterschiedlichen Gangarten demonstriert, mit denen der Hexapod seine Beschädigung ausgleichen kann:

Der Algorithmus lässt sich auch auf andere Systeme anwenden. So können sich zum Beispiel Roboterarme in industriellen Prozessen innerhalb von Sekunden selbst „reparieren", ohne dass die Produktion unter der Funktionsstörung leidet. Dabei ist das System so flexibel, dass es sich an die unterschiedlichsten Probleme anpassen kann.

Der Roboterarm. Bild: Antoine Cully/ UPMC

Besonders sinnvoll ist der Einsatz solch anpassungsfähiger Gerätehelfer in Katastrophengebieten wie zum Beispiel in dem havarierten Atomkraftwerk in Fukushima. Letztendlich sind der Phantasie jedoch keine Grenzen für eine Verwendung dieser intelligenten Roboter gesetzt und von selbstfahrenden Autos bis zur militärischen Kampfmaschine ist alles vorstellbar—von angenehm bis grauenvoll.