Jowan Österlund, der im schwedischen Linköping das Tattoo- und Piercing-Studio Federal City betreibt, führt am 7. November 2015 die Implantation in Düsseldorf durch.
Jowan und Shawn (links) unmittelbar vor dem Eingriff.
Der Northstar wurde erfolgreich in Shawns Arm installiert. Alle Bilder: Anna Neifer / Motherboard.
Wozu aber braucht man ein Implantat, das unter der Haut leuchtet? „Na ja, Leute aus der Biohacking-Community haben sich das gewünscht. Sie haben uns kontaktiert, weil sie ihre Tattoos zum Leuchten bringen wollten. So generieren wir unsere Implantate, wir lassen uns von der Community inspirieren", erklärt mir Shawn. Er arbeitet im Entwickler-Team von Grindhouse Wetware, davor war er beim Militär, der US Air Force. „Wir haben uns bei dieser ersten Version vom Implantat darauf konzentriert, es so einfach wie möglich zu machen. Es ist kleiner, dafür sehr simpel. Wir planen das Implantat ein Jahr lang zu tragen."Video: DIY-Cyborg: Als sich Tim Cannon in Essen den Prototypen seines Open-Source-Chips implantierte
Bei Tim dauert der Eingriff länger als geplant, aber schließlich gelingt es Jowan doch, ihm das Implantat unter die Haut seines Unterarms zu schieben.
Während Wearable Technology von Fitnessarmbändern bis zur Apple Watch das Tragen von Gadgets immer alltäglicher macht, arbeiten die Biohacker in ihrer kleinen Pittsburgher Werkstatt mit DIY-Ethos an etwas spezielleren Entwicklungen, die ihre Vision der Verschmelzung von Mensch und Maschine vorantreiben sollen.Auch in Deutschland ist Citizen Science im Kommen: In Berlin basteln DIY-Biologen an eigenen Gen-Entwicklungen und der Cyborg e.V. arbeitet an der Verschmelzung von Mensch und Maschine
Jowan näht die Wunde mit mehreren Stichen zu.
Shawn zeigt sein Implantat wenige Minuten nach dem Eingriff. Die Wunde wurde mit mehreren Stichen genäht und über die Haut hat Jowan eine Folie gespannt.
„Heute mögen unsere Entwicklungen noch nach einem Nischenprodukt aussehen, aber wenn wir es erstmal geschafft haben, ein günstiges Herzimplantat zu entwickeln, das dich automatisch vor einem Infarkt warnt, dann will jeder unsere Gadgets haben."Die Philosophie eines Biohackers: Wie sich Tim Cannon bis zur Unsterblichkeit selbst aufrüsten will
Bild: Anna Neifer/Motherboard
