Eleni regelt über die Peppr-Plattform und am Telefon die Details der Verabredungen. Alle Bilder (soweit nicht anders angegeben): Grey Hutton / Motherboard.

Sex-Arbeit mit dem Smartphone: Wie das Uber für Escorts tatsächlich funktioniert

Peppr.it verspricht Prostitution nach dem Lieferando-Prinzip. Was das für die Sexarbeiterinnen und die Beziehung zu den Freiern bedeutet, haben uns Toni und Eleni erzählt.

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23 November 2015, 8:00am

Eleni regelt über die Peppr-Plattform und am Telefon die Details der Verabredungen. Alle Bilder (soweit nicht anders angegeben): Grey Hutton / Motherboard.

Sexarbeit oder Prostitution, verwerflich oder normal, Opfer oder selbstbestimmt, verbieten oder entkriminalisieren. Egal, welche Haltung du in der Debatte um Prostitution einnimmst, Tatsache ist, dass täglich und überall auf der Welt Menschen Geld gegen Sex tauschen.

Die Frage ist immer: Wie finden Angebot und Nachfrage zusammen? Auf der Straße, im Bordell oder Laufhaus, durch Kleinanzeigen in Zeitungen, auf Webseiten wie markt.de oder planetromeo.com. So ging das bisher. Seit fast anderthalb Jahren lassen sich nun aber auch mit speziellen Apps Sex-Kontakte „anbahnen", wie es im Juristendeutsch heißt: Peppr heißt die App von Pia Poppenreiter und Florian Hackenberger, die die Escortagentur auf's Handy verlagert und das Lieferando-Prinzip auf die Prostitution übertragen möchte—Postleitzahl-Sortierung inklusive.

Vor wenigen Wochen folgte der zweite Aufschlag. Mit Ohlala wartet Poppenreiter mit einem ähnlichen Konzept, aber mit einem anderen Image auf. Hier wird kein Escort vermittelt, sondern ein „bezahltes Date". Die Webseite ist in Pink und weiß gehalten, statt in schwarz und rot, es ist alles ganz kuschelig und so gar nicht anrüchig.

Ich habe aus Spaß gesagt: „Na, dann zahl doch" und so hat es angefangen.

Ich möchte wissen, wie die Apps angenommen werden, wer sie nutzt und inwiefern sich die Sexarbeit verändert, wenn Prostitution so einfach ist wie die Bedienung einer App. Tech Crunch und viele andere Reviews von Peppr sehen in den Apps einen Schritt zu mehr Selbstbestimmung für Sexarbeiter_innen. Und auch Poppenreiter selbst „will den Markt erschüttern", indem sie Zwischenhändler und Vermittler überflüssig macht und Angebot und Nachfrage, Sexarbeiter_innen und Freier direkt per Smartphone zusammenbringt. Längst hat die App einen festen Spitznamen: „das Uber für Escorts."

Ein Blick auf die Angebote der Peppr-Homepage kurz nach dem Launch im April 2014. Screenshot: Motherboard.

Doch funktioniert das disruptive Potential auch in der Prostitution? Könnte eine App ein weiterer Schritt zu mehr Unabhängigkeit der Sexarbeiter_innen von Zuhältern sein, wie ihn Deutschland in den vergangenen Jahren versucht gesetzlich voranzubringen? Und was passiert, wenn die Plattform zum Pimp wird? Wie sieht der Schutz der Sexarbeiter_innen in der Smartphone-Welt aus und in welchen Fällen kommt Peppr überhaupt zum Einsatz?

„Bezahlte Dates" statt Prostitution: Mit der neuen Ohlala-App können Frauen sich für alles bezahlen lassen

Wer wüsste das besser, als die Menschen, die die App nutzen? Also begebe ich mich auf die Suche. Bei Peppr angemeldet, stelle ich erst mal fest, dass es hier überschaubar zugeht. Ich zähle circa 120 Anbieter_innen in ganz Deutschland, vor allem aus Berlin. Sehr vereinzelt bieten sich auch ein paar Typen an. So richtig viel ist hier nicht los.

„Es gibt diese Louis-Vuitton-Häschen, es gibt professionelle Sexarbeiter_innen und es gibt diejenigen, für die der Sex der Elefant im Raum ist."

Nach Straßenstrich sieht es auch nicht aus: Die Preise beginnen bei 100 Euro aufwärts. Ich kontaktiere nach dem Zufallsprinzip einige der „Pepprs". Um den Kontakt herzustellen, muss ich schon mal angeben, wie lange ich sie buchen möchte, oder ob ich Extras, wie zum Beispiel einen Fetisch, bedient haben möchte. Klar will ich ein Extra: Ich will ein Interview. Dann werden 10 Euro Vermittlungsgebühr, die Peppr bekommt, von meiner Kreditkarte abgebucht — und meine Nachricht wird zugestellt.

Toni und Eleni erklären sich schließlich zu einem Treffen bereit. Unter der Bedingung, dass wir nicht ihre echten Namen nennen und keine Fotos machen, die ihre Identität preisgeben könnten.

Eleni arbeitet fest angestellt in einer Agentur und verdient sich durch Peppr Geld dazu. Für Reisen und gutes Essen, wie mir die 26-Jährige, die in Berlin lebt, erzählt. Sie ist einer dieser Menschen, deren Augen immer lachen. Sie lädt mich zu sich nach Hause ein, kocht Nudeln und wir trinken Rotwein. Die Wohnung ist definitiv keine Edelescort-Wohnung, eher eine Studenten-WG. Auf dem Tisch liegt der „Atlas der Globalisierung".

Motherboard: Seit wann bist du bei Peppr?

Eleni: Noch gar nicht so lange, vielleicht ein dreiviertel Jahr. Ich glaube, ich habe tatsächlich bei Vice darüber gelesen.

Wie lange bist du schon Escort?

Seit ich 19 bin. Ich war in England auf einem teuren Internat und später habe ich einen ehemaligen Lehrer von mir getroffen, der hatte großes Interesse an mir, und ich habe aus Spaß gesagt: Na, dann zahl doch und so hat es angefangen. Ganz analog also. Und wenn du einmal in solchen Kreisen bist, britische Upper-Class, dann lernst du immer wieder solche Männer kennen. Nach einer Pause von zwei Jahren habe ich wieder angefangen, als es los ging mit diesen neuen Sugardaddy-Webseiten wie mysugardaddy.eu, seekingarrangement.com.

So pitcht die App an Kunden: Peppr.it möchte das Lieferando-Prinzip auf die Prostitution übertragen

Wie oft hast du Aufträge, die per App gebucht werden?

Ich habe momentan zwei Stammkunden, die kontaktieren mich ohne App. Dazu zwei bis drei Treffen im Monat, die über die App zustande kommen. Ich würde die ganze Sexgeschichte nie hauptberuflich machen, weil ich nicht will, dass ich davon abhängig werde. Wenn ich es machen müsste, könnte ich keine freien Entscheidungen treffen.

Ich gehe ja auch nicht einfach in irgendein Hotelzimmer, sondern gehe vorher immer mit den Typen trinken oder essen und gebe mir die Möglichkeit zu sagen: ich gehe mit oder nicht.

Alle Bilder (soweit nicht anders angegeben): Grey Hutton / Motherboard.

Wie sind denn diese Männer, deine Kunden?

Es sind überraschend junge Männer, nicht unbedingt 50-Plus, wie es das Klischee ist. Viel aus der Start-Up-Szene, so Business Angel und sowas. Ich weiß aber nicht, ob das repräsentativ ist. Ich denke, ich bediene eine Nische, weil ich keine „NutteNutte" bin, kein Edel-Escort, das in High-Heels ankommt. Ich fahre mit dem Fahrrad zum Essen. Meine Nische ist die freie, wilde Frau. Ich glaube, meine Kunden sind Männer, die mal aus ihrem Leben ausbrechen wollen.

Wie läuft ein Abend mit dir ab?

Ich bin ein, zwei Tage vorher in Kontakt, wenn es ein Neuer ist. Ich bekomme die Nachricht über Peppr, da steht drin, wie lange sie mich gerne buchen wollen, meistens zwei bis fünf Stunden. Und dann vereinbaren wir vorher Drinks oder Essen.

Dann klären wir: gehen wir ins Hotel oder nach Hause. Ich kläre vorher schon per SMS, was sie gerne mögen, welche Phantasien sie ausleben wollen. Das macht mir Spaß und ich biete eine Dienstleistung an, das will ich ja gut machen.

„Meine Kunden sind keine gelangweilten Hausfrauen, die sich aus Frustration einen Hausfreund suchen, im Gegenteil."

Gibt es Wünsche, die du ablehnst?

Auf jeden Fall. Das ist das gute an Peppr, da kann ich schon vorher klar machen, was ich nicht will. Ich würde sagen, ich gehe relativ weit, aber klar gibt es Grenzen.

Was ist der Unterschied zwischen seekingarrangement.com und Peppr?

Seekingarrangement ist eine amerikanische Seite und dort sind recht wenig Europäer. Es ist eben dieses Sugardaddy/Sugarbaby-Ding.

Was ist das, ein Sugardaddy?

Ich glaube, es gibt verschiedene Interpretationen davon, was es sein kann: Es gibt diese Louis-Vuitton-Häschen, die wollen, dass ihr „Sugardaddy" mit ihnen shoppen geht. Da fließt eher kein Geld, sondern es gibt Geschenke. Es gibt aber auch professionelle Sexarbeiterinnen dort. Und es gibt diejenigen, für die der Sex der Elefant im Raum ist. Es geht am Ende um Sex für Geld, aber es ist einfach netter verpackt.

Wie beurteilst du das?

Ich finde es nicht verwerflich. Aber ein ehemaliger Sugardaddy von mir hat mir erzählt, dass dort auch recht junge Frauen vom Land unterwegs sind, die sogar noch ihre Zugfahrt selbst bezahlen und für die das ein Abenteuer ist: einmal schick essen und in ein teures Hotel gehen.

Ich denke, es ist wichtig, dass die jungen Frauen sich schon selbst gefunden und definiert haben sollten, bevor sie damit anfangen. Ich glaube, es kann deine Sexualität oder dein Selbstwertgefühlt zerstören, wenn du zu jung bist, wenn du nicht weißt, was du willst und wo deine Grenzen sind.

Die Macher von Peppr bei der Gründung im Jahr 2014. Florian Hackenberger, Pia Poppenreiter, Tine Ohlau. Pressebild: peppr.it

Wärst du dann nicht eher für eine Professionalisierung der Sexarbeit?

Keine Ahnung, ich habe da noch nicht so drüber nachgedacht. Ich glaube, der Trend geht in eine ganz andere Richtung. Do-It-Yourself. Jede kann ein Buch rausbringen und jede kann auch Nutte sein. Es gibt immer Mittel und Wege. Du kannst keine Warnung aussprechen: „Bitte nur Frauen anmelden, die sich selbst gefunden haben." Ich denke, das ist die Gefahr, die jede mit sich rumträgt.

Was ist der Unterschied zu der Peppr-App?

Peppr mag ich, weil es um ein klares Prostitutionsgeschäft geht. Auch wenn ich keine typische Peppr-Nutzerin bin, denn ich bin dafür zu kompliziert und zu teuer. Ein Wochenende kostet 3.000 bis 4.000 Euro, zwei Stunden 1.000. Peppr ist darauf ausgelegt, dass es schnell und einfach geht, die meisten nehmen so um die 200 Euro/Stunde. Du kannst angeben, ob du aktiv verfügbar bist: in einer Stunde kann ich da sein. Aber ich finde das direkte, ehrliche gut. Die neue Ohlala-App habe ich mir nur kurz angeschaut. Ich finde, sie sieht viel weiblicher aus und ich glaube, sie zielt eher auf die Frauen ab, als auf die Männer.

„Nach Steuern verdiene ich rund 2.000 bis 3.000 Euro im Monat. Aber Geld selbst ist mir gar nicht so wichtig."

Würdest du aufhören, wenn Sexarbeit verboten wäre?

Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Verbot kontrolliert werden sollte. Gerade dieses Sugardaddy-Ding, wo zum Teil kein Geld fließt, sondern er dir einen Flug bezahlt oder eine Handtasche kauft.

In vielen Ländern ist explizit auch die Annahme von Gegenständen gegen Sex verboten.

Na, dann sag ich einfach, dass der Typ meine Affäre ist. Wie will man das denn beweisen? Aber, um auf deine Frage zurückzukommen: Ich könnte es schon lassen.

Hast du Angst davor, geoutet zu werden?

Meine Eltern wissen das, so schlimm wäre es nicht. Aber ich würde es schon vermeiden wollen.

Tatsächlich hat mich heute jemand auf Facebook angeschrieben und meinte: ich weiß, was du machst und auch wo du arbeitest. Google Bildersuche. Ich hatte bei seekingarrangement.com ein Bild, das ich mal bei Facebook benutzt habe. Berlin ist eine arschkleine Stadt, und man muss echt aufpassen. Das ist ja schon bei Tinder so, da hast du alle fünf Minuten jemanden, den du kennst.

Müsste Peppr mehr unternehmen, um dich zu schützen?

Ich wüsste nicht wie. Als Kunde will ich ja wissen, wen ich vor mir habe, also muss es ein Bild geben. Wenn ich das selbst woanders verwende, ist es ja mein Problem.

Findest du das, was du tust gefährlich?

Ich habe ein System, um mich zu schützen. Meine zwei besten Freunde wissen immer, wo ich bin, wenn ich einen Job habe.

Wenn ich jemanden gar nicht kenne, dann telefoniere ich zwischendurch vor der Person und kündige das auch an. Oder ich erwähne mal im Nebensatz, dass ich um eine bestimmte Uhrzeit abgeholt oder erwartet werde.

Wie oft sagst du Nein?

Tatsächlich sehr selten, vielleicht einer von zwanzig, es passt meistens irgendwie schon. Ich kann in vielen Männern etwas attraktives entdecken, sonst ginge das gar nicht. Aber wenn das nicht da ist, dann ist das nicht möglich, denn dann kann ich nicht liefern und dann hat der Mann ja auch nichts davon. Das will ich auch gar nicht, weil ich glaube, dass mir dann auch meine Auffassung von Sex kaputt geht.

Ist dir das schon andersherum passiert, dass jemand dir abgesagt hat?

Noch nie. Was mir aber schon passiert ist, ist, dass die Männer sich in mich verlieben und mich dann retten wollen. „Ich heirate dich, bau dir ein Haus und mache dich zu einer ehrenhaften Frau."

Toni in einem Berliner Café. Bild: Grey Hutton

Toni, 26, lebt in Berlin. Er ist fast von Anfang an bei Peppr dabei. Für unser Gespräch kommt er zu mir nach Hause. Er ist sehr an meiner Wohnung und dem Mobiliar interessiert, denn er hat gemeinsam mit einem Freund ein Start-Up im Bereich Home/Living gegründet. Dafür ist er vor drei Jahren von London nach Berlin gezogen, vor allem, weil die Mieten hier viel günstiger sind.

Warum macht du denn Sexarbeit, wenn du Unternehmer bist?

Ich habe vor acht Jahren angefangen, als ich mein Studium begonnen habe. Es hat als Witz begonnen: Ich und ein paar Freunde haben uns bei einer Escort-Agentur registriert und wir haben gewettet, wer zuerst gebucht wird. Um es kurz zu machen: Ich habe gewonnen. Und ich habe daran Gefallen gefunden.

„Selten geht es bei den Dates um Sex. Meistens geht es eher darum, ein temporärer Freund zu sein, um Kuscheln und Gespräche."

Sehr sehr selten geht es bei den Dates um Sex. Meistens geht es eher darum, ein temporärer Freund zu sein, um Kuscheln und Gespräche. Ich mag das. Zwanglos mal etwas ganz anderes machen, mit einer Person, die ich sonst nie treffen würde. So fing das an.

Moment mal, es geht nicht um Sex? Es gibt wirklich bezahlte Dates?

Ja, na klar. Wirklich, für mich ist es nur eine kleine Zahl der Dates, bei denen es um Sex geht. Es kann sein, dass ich eine Frau siebenmal treffe, bevor es zum Sex kommt. Manchmal weiß ich, sie will es, aber es ist ihr unangenehm und ich muss sie fast ermutigen: „Hey, ich habe schon mal eine Vagina gesehen, kein Problem." Die Grenze ist fließend.

Eleni organisiert eine Buchung.

Wie oft wirst du gebucht?

In den letzten acht Monaten, also seit es Peppr gibt, ungefähr 25 mal, würde ich schätzen. Dreiviertel der Buchungen stammen von zwei Personen, die ich jede oder jede zweite Woche treffe.

Wie sind deine Kundinnen?

Sie sind keine gelangweilten Hausfrauen, die sich aus Frustration einen Hausfreund suchen, im Gegenteil. Sie sind erfolgreiche Businessfrauen, denen ein bisschen langweilig ist. Die zwar Geld haben, aber keine Zeit für Beziehungen. Sie wollen auf ein Konzert gehen, aber alleine macht das keinen Spaß. Also komme ich mit.

„Altlinke hassen Peppr. Ich finde, Apps sind einfach eine weitere Option, abseits von Großraumbordellen, Straßenprostitution und Escort-Agenturen."

Wie viel verdienst du im Schnitt und was machst du mit dem Geld?

Ein Date dauert meist vier Stunden à 100 Euro. Ich versteuere die Einnahmen und würde sagen, nach Steuer wären es dann 2.000 bis 3.000 im Monat. Aber Geld ist mir gar nicht so wichtig. Ich habe mir letztens ein Fahrrad gekauft. Sachen für meine Wohnung. Ich mache Kunst und das Material dafür ist teuer. Den Rest spare ich für die Zukunft. Mehr Geld heißt eben auch: mehr Möglichkeiten.

Hast du schon mal andere Apps oder Webseiten genutzt?

Nein, vorher habe ich mit einer Agentur gearbeitet.

Was ist besser?

Apps. Definitiv. Ich habe zum Beispiel einen Freund, der das Booking managet. Durch die App kann er sich für mich ausgeben, die Frauen erst mal auschecken und entscheiden, ob die Anfragen ernst gemeint sind. Bei einer Agentur musst du dich sehr aufwendig bewerben und eine Anmeldegebühr bezahlen. Ich habe den Eindruck, alleine von den Gebühren leben viele Agenturen.

Ist dir die rechtliche Situation von Sexarbeit wichtig?

Ich debattiere viel mit meinen Freunden über Sexarbeit und darüber, ob Apps wie Peppr ein Fortschritt sind. Eine Freundin von mir ist eine altlinke Feministin, sie lehnt Prostitution ab und auch meine Mitbewohnerin hasst die Idee von Peppr. Ich finde, Apps wie Peppr sind eine weitere Option, abseits von Großraumbordellen, Straßenprostitution und Escort-Agenturen, eine die unabhängiger macht.

Eine App bedeutet, dass fast jeder sie benutzen kann. Auch wenn es momentan nur wenige machen. Aber es kann weiterentwickelt werden. Menschen, die Sexarbeit machen und keine anderen Optionen haben, abhängig sind von anderen, das ist das Problem. Nicht eine App.

Würdest du mit den Dates aufhören, wenn Prostitution verboten würde?

Ich würde es anders machen. Ich würde mit den Kundinnen, die ich habe weitermachen, und ich würde durch Mundpropaganda neue Kundinnen kennenlernen. Aber ich würde nicht mehr öffentlich danach suchen.

Es gibt ja nun auch die neue App „Ohlala", die spricht nicht mehr von Escort und Sex, sondern von bezahlten Dates. Wie kommt das?

Es ist ein anderes Branding. Sie wollen damit andere Leute erreichen. Ich denke nicht, dass Ohlala neue Leute zu Sexarbeit überreden will, sondern alles, was bereits existiert, auf Ohlala zu bringen will.

Was würdest du an Peppr kritisieren?

Die Farbe und das Logo, das ist zu sehr Rotlichtviertel, zu klischiert.