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Der Schwarzenegger-Effekt bestimmt unser Leben

Wissenschaftler haben endlich bewiesen, dass das menschliche Leben wie ein Actionfilm funktioniert.
22 November 2013, 4:42pm

Kein Actionfilm ohne die Angst vor dem Schmerz.

Eines Tages wirst du Schmerzen erleiden. Es tut mir leid, aber daran führt kein Weg vorbei. Niemand tritt unversehrt aus dem Leben und irgendwann wirst auch du einmal physisch leiden müssen. Macht dir das Angst? Mir auch. Aber das ist okay. Tatsächliche ist das geradezu normal: neue Untersuchungen zeigen, dass die Angst vor dem Schmerz an sich noch schlimmer ist, als der Schmerz selber.

Eine Studie von der PLoS Computational Biology belegt, dass der normale Entscheidungsprozess der Menschen verrückt spielt, sobald Schmerzen ins Spiel kommen. Normalerweise schieben wir Bestrafungen vor uns her und wollen Belohnungen sobald wie möglich erhalten. Nichts im Leben ist sicher, wenn wir also einfach nur warten, lösen sich ja vielleicht alle Probleme von alleine.

Aber wenn es um Schmerzen geht, schreiben die Autoren, „scheinen die Leute die Ausführung der Strafe eher früher als später zu wollen, was bedeutet, dass das Warten auf die Strafe Kosten mit sich trägt—die konzeptualisierte ‚Angst'". Die Autoren bieten ein einfaches Beispiel: „Viele Menschen entschieden sich für die ‚Ich will es einfach hinter mich bringen' Variente, wenn man sie damit konfrontiert, sich einer schmerzhaften medizinischen oder zahnärztlichen Behandlung zu unterziehen."

Um dies zu untersuchen, mussten die Forscher ihren Versuchsobjekten Schmerzen zufügen. Sie überlegten sich, dies mit Elektroschocks zu machen. Nachdem sie die Menschen wegschickten, die den Schmerz nicht fühlten und die, die den Schmerz so früh wie möglich wollten, egal, wie stark die Elektroschocks waren (die Forscher nannten sie die „maximalen Schreckgestalten"), hatten sie 33 Menschen übrig, die physisches Leid nicht ausstehen können.

Nachdem alle Probanten geschockt wurden, „wiesen 26 Furcht vor Schmerzen auf". In anderen Worten, „diese Teilnehmer zogen es vor, den gleichen Schmerz lieber früher als später zu erfahren und sind auch bereit, mehr Schmerzen in Kauf zunehmen, um das Auftreten der Schmerzen zu beschleunigen." Der Grund dafür ist unklar. Die Autoren postulieren, dass es „eine Möglichkeit sein kann, dass kognitive und emotionale Mechanismen mit der Vorbereitung für Schmerzen, mit anderen Verhaltens-Prozessen verbunden sind, so wie der Suche nach Belohnung". Es ist ein faszinierendes Argument, und du kannst es dir hier in voller Länger durchlesen.

Aber lasst uns mal lieber darüber reden, wie unglaublich hart diese Studie eigentlich ist. Ich wage zu bezweifeln, dass du je eine härtere wissenschaftliche Gleichung finden wirst:

Dieses kleine Juwel der Forschung hat mich zum Nachdenken gebracht: Wo haben wir denn schon mal was über die Angst vor Schmerzen gehört? Oh ja, in jedem Action-Film aller Zeiten. Das emotionale Zusammenspiel zwischen Schmerz und die Antizipation von Schmerz ist das Herz aller muskelgefüllten Blockbuster. Und wie sich herausstellt, gibt es dieses Szenario auch im wirklichen Leben.

Um die wissenschaftlichen Erkenntnis zu feiern, dass dies ein essentieller Teil der menschlichen Existenz ist—welches ich von nun an den Schwarzenegger-Effekt nennen werde—begleite mich, auf der Reise durch die Geschichte der besten Momente von Udread + Upain:

Die Quintessenz der Momente, in denen man Schmerz fürchtet. Siehst du, wie Arnold einen sehr aufgeregten David Patrick Kelly vorführt?

Helden haben auch manchmal Angst. Schau, wie Bruce Lee während des Spiegelteils skizziert wird, wo Bear Claw McGraw jeden Moment auftauchen könnte. Und dann kommt er darauf klar und tötet ihn.

Ein klassischer Moment am Ende dieses Clips wo Hans, der generische Bösewicht, das macht, was jeder Bösewicht falsch macht: Er genießt das Töten. Es soll ein Beweis der Macht sein, wie im Schwarzenegger-Effekt: Wenn du jemanden nicht sofort tötest, dass ist es nicht so befriedigend, wie, als wenn du ihm dabei zusiehst, wie er Angst vor dem Tod hat. Aber Bruce Willis ist ja nicht dumm, auch wenn Hans das vielleicht denkt.

Bei jedem Bond-Film kommt es auf die Verhörszene an und diese hier ist zweifellos die Beste. Es ist nicht der Schmerz des Lasers, der dich in zwei Hälften schneiden wird, der dich zum Fall bringt. Es ist die Angst!