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Sex

Wie du Vertreter der Generation Y flachlegst

Unter meiner Anleitung wirst du, Generation Y-er, dich daran erinnern, wie sich die liebevolle Umarmung eines menschlichen Wesens anfühlt, und echten, realen Geschlechtsverkehr haben.

von Brandon Wardell
05 Mai 2015, 8:00am

Als Mitglieder der Generation Y verbringen wir fast jeden wachen Moment damit, auf einen Bildschirm zu starren. Wir konsumieren und kreieren Content, bis die Meere überkochen, Berge zerfallen und die Sonne die Erde verschlingt. Wir starren so viel auf Bildschirme, dass es für uns eine Selbstverständlichkeit ist und wir es schon gar nicht mehr merken. Wie würdest du zum Beispiel reagieren, wenn ich dir sage, dass du jetzt in diesem Moment auf einen Bildschirm schaust? Unmöglich, ich weiß—doch es ist wahr. Und als Teil dieses evolutionären Prozesses hin zu einem komplett bildschirmbasierten Existenz fallen wir der Isolation zum Opfer und vergessen, worauf es in unserem traurigen, sinnlosen Dasein wirklich ankommt: Ficken. Laut einer Studie des University College of London von 2013 haben junge Menschen monatlich zwischen 1,3 und 1,5 Mal seltener Sex als noch vor einem Jahrzehnt. Der Guardian und der Business Insider geben der Technologie die Schuld an unserem kalten, fickarmen Lebensstil, und für die Zwecke dieses Artikels werde ich dieser Prämisse zustimmen. Ich möchte das ändern. Unter meiner Anleitung wirst du, Generation Y-er, dich daran erinnern, wie sich die liebevolle Umarmung eines menschlichen Wesens anfühlt, und echten, realen Geschlechtsverkehr haben. Oder wenigstens jemandem den Arsch lecken.

Kultiviere eine bessere Onlineversion von dir selbst

Foto: Geralt | Pixabay.com | Gemeinfrei

Deine sozialen Netzwerke sollten nichts als die bestmögliche Version von dir zeigen. Dein Facebook-Profil sollte mit Updates gefüllt sein, die nichts weiter als kaum verhohlene Angebereien über deine Leistungen sind, dein Twitter-Feed sollte nur aus hippen Scherzen über aktuelle Memes bestehen und dein Instagram sollte nur Bilder von dir enthalten, in denen du vor einem interessanten Hintergrund schön aussiehst. Verstecke all deine Verletzlichkeit, friss die ganzen Emotionen in dich rein und fang endlich an, deine Freunde und Kollegen neidisch zu machen. Im richtigen Leben bin ich ständig am Rande eines oder mitten in einem Nervenzusammenbruch, doch wenn du meinen Profilen glaubst, dann tue ich nichts anderes, als Erfolge zu verzeichnen und mit Freunden Spaß zu haben. Ich lüge nicht: Ich kuratiere. Es ist wichtig, dass du immer im Kopf behältst, dass du nur so fickenswert bist wie dein Twitter-Feed. Wenn du hart genug kuratierst, dann glaubst du irgendwann deinem eigenen Hype—und ungerechtfertigtes Selbstbewusstsein ist eine der wichtigsten Komponenten, wenn du häufig erfolgreich Sex haben willst.

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Triff die richtige Emoji-Wahl, wenn du dich auf Tinder mit jemandem unterhältst

Foto: Wicker Paradise | Flickr.com | CC BY 2.0

Die beste Art, ein Mitglied der Generation Y kennenzulernen, ist Tinder, eine Dating-App, die Menschen fürs Altern bestraft. Geschätzte 50 Millionen Menschen nutzen Tinder (etwa 2 Millionen davon allein in Deutschland) und absolut alle (OK, einige) davon wollen ficken. Meine persönliche Strategie für Tinder-Nachrichten, nachdem ich ein Match mit einer sexy Person der Generation Y hatte, geht so: Immer mit einem einzelnen Sonnenbrillen-Emoji anfangen. Das deutet darauf hin, dass ich wahrscheinlich cool bin, und auch ziemlich gut darin, Sex zu haben. Das Ergebnis ist fast immer eine positive Antwort und eine gute alte Runde „es tun". Wenn du diese Emoji-Technik korrekt einsetzt, dann musst du möglicherweise zu keinem Zeitpunkt Wörter tippen oder aussprechen.

Die Liste (Profi-Tipp: Junge Menschen lieben Listen) der zugelassenen coolen Emojis, um Generation Y-er rumzukriegen:

1. Sonnenbrille (lässt sie wissen, dass du cool bist)

2. 100 (das erinnert an „keep it 100", eine sehr coole Redewendung, die junge Menschen verwenden)

3. Aubergine (das Auberginen-Emoji ist das Emoji, das einem Penis am meisten ähnelt und lässt sie somit wissen, dass du für Sexytime zu haben bist)

4. Die Frau, die so eine „Ich weiß nicht"-Geste macht (lässt sie wissen, dass du frech bist, keine Angst davor hast, dumm dazustehen und dass du irgendwie schrullig-lustig bist!)

5. Gebetshände (falls jemand versucht, dir zu erzählen, es handle sich dabei um ein High-Five-Emoji, dann ist diese Person ein Bulle und definitiv keine hippe jugendliche Person und du solltest definitiv KEINEN Sex mit ihr haben)

6. Feuer (der einzig wahre Emoji, um wirklich eine positive Emotion auszudrücken)

7. Das Krebs-Sternzeichen-Emoji, das aussieht wie die Zahl 69 (die Sex-Zahl)

8. Frosch/warmes Getränk (Verwende beide zusammen. Wahnsinnig hippe Anspielung auf das Kermit-Meme, in dem er passiv-aggressiv Tee schlürft und „That's none of my business" sagt)

9. Muskelarm (lässt sie wissen, dass du den #Fitspo-Lifestyle führst)

10. Zwinkergesicht (offensichtlich zeitlos seit dem Prä-Emoji-Zeitalter)

Suche Orte auf, an denen die Generation Y sich tummelt und dann bumst

Foto: ITU Pictures | Flickr.com | CC BY 2.0

Wenn du es vermeiden kannst, nach draußen zu gehen, um jemanden kennenzulernen, den oder die du ficken und online bewerten kannst, super, doch es kann auch nützlich sein, an Orte zu gehen, an denen sich VertreterInnen der Generation Sex-Y versammeln. Geh zu einem Festival mit vielen Tausend Besuchern, zum Beispiel einem EDM-Festival (das steht für Electronic Dance Music, ihr alten Klappergreise!). Laufe mit einem Blumenkranz auf dem Kopf herum. Egal welchen Geschlechts du bist oder wie du aussiehst, du wirst innerhalb von zehn Minuten nach deiner Ankunft losbumsen können. Finde hippe Restaurants, in denen ein großer Flatscreen herumsteht. Gehe zu dem Bildschirm und sage: „Das ist mal ein ordentlicher verdammter Bildschirm." Damit gibst du dich sofort als der coolste Generation Y-er im Raum zu erkennen.

Habe Zugang zum Netflix/Amazon Prime/Watchever/Maxdome-Konto einer anderen Person

Foto: Methodshop | Flickr.com | CC BY-SA 2.0

Jede sexuelle Begegnung, die ich in den letzten zwei Jahren hatte, wurde dadurch eingeleitet, dass ich so tat, als würde ich das Menü eines Streaming-Dienstes durchsehen, und schließlich sagte: „Mist auch, ich kann nichts finden. Wir sollten wohl einfach ficken." Das ist ein schnelles, unkompliziertes und total geschmeidiges Manöver und funktioniert jedes Mal. Du hast vielleicht nicht den Mut, so direkt zu sein, aber du hast definitiv den Mut, deinen Kumpel um das Netflix-Passwort der Tante des Ex-Mannes seiner Cousine zu bitten.

Der Schlüssel ist, niemals die monatliche Gebühr zu zahlen und stattdessen einfach ein fremdes Passwort zu kennen. Wie jeder Generation Y-er weiß, dir steht einfach alles zu und du solltest nie für etwas bezahlen müssen. Niemals. Wenn du für diese Dienste bezahlst, dann gehörst du nicht wirklich zur Generation Y und bist vermutlich (schon wieder) ein Bulle. Erwähne den ausgeliehenen Status deines Kontos nicht, sonst nimmt die andere Person noch richtigerweise an, dass du pleite bist. Erwähne stattdessen beiläufig irgendwas, das betont, dass das hier definitiv dein Konto ist. Das mag eine Lüge sein, doch was ist eine Lüge schon anderes als kuratierte Realität? Wenn es irgendetwas gibt, dass du aus diesem Artikel lernen kannst, dann ist das F.U.C.K.—Fleißiges Und Chronisches Kuratieren.

Kuratiere im echten Leben weiter

Foto: Pier-Luc Bergeron | Flickr.com | CC BY 2.0

Wenn du erst einmal dein Exemplar der Generation Y mit dem Zugang zu „deinem" Premium-Streaming-Konto beeindruckt hast, ist es wichtig, dass du die Illusion deines perfekten Lebens so lange wie möglich aufrecht erhältst, um sicherzustellen, dass weiterhin Sex stattfindet. Du hast online den Eindruck erweckt, dass du ein perfektes Leben hast, und es gibt keinen Grund, diese Maske jetzt schon bei persönlichen Treffen abzulegen. Es ist wichtig, du selbst zu sein, aber sei einfach dein perfektes, Viel-besser-als-dein-eigentliches-Ich-Online-Selbst. Erwähne, dass du sehr beschäftigt warst, weil du für ein Tech-Startup gearbeitet hast. Sie werden einfach annehmen, es ginge dabei um eine App oder so. Bleib einfach vage und immer in Bewegung. Beantworte alle Fragen über das, „was du machst", mit: „Wir haben Startkapital von ein paar Business Angels bekommen und haben uns mit ein paar ziemlich seriösen Venture-Capital-Firmen unterhalten, aber ich kann noch nicht wirklich darüber sprechen."

OK, Generation Y. Zieht los und habt Sex!

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