Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern erklärt in 10 Tweets

"Die Regierung sollte nicht die Flüchtlingspolitik überdenken, sondern die Bildungspolitik."

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Sep. 5 2016, 6:24am

Falls du deinen Sonntag auf dem Flohmarkt oder in der Ausnüchterungszelle verbracht hast und nicht mitbekommen haben solltest, dass bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gestern einiges schiefgelaufen ist, haben wir hier eine Übersicht für dich:

1. Die SPD hat gewonnen, aber die AfD ist mit 20,8 Prozent die zweitstärkste Kraft geworden.

2. Außer der AfD (und der FDP) haben alle Parteien massiv Stimmen verloren.

3. Eine der Ersten, die der AfD gratuliert hat, war die Anführerin der französischen Rechtspopulisten vom Front National, Marine LePen.

"Was gestern noch unmöglich war, ist möglich geworden: Die Patrioten von der AfD haben die Partei von Frau Merkel weggefegt. Herzlichen Glückwunsch!"

4. Die SPD tut trotzdem so, als hätte sie allen Grund zu feiern.

5. Interessant: Die AfD hat besonders viele Stimmen bekommen von Leuten, die vorher überhaupt nicht gewählt haben. Aber ansonsten kamen die Wähler von überall her.

6. Der absolute Großteil der AfD-Wähler behauptet, nicht für die AfD, sondern gegen die anderen Parteien gestimmt zu haben.

7. Diejenigen unter ihnen, denen es um Inhalte geht, beschäftigt vor allem die Flüchtlingspolitik.

8. Und das, obwohl Mecklenburg-Vorpommern nur 2,04 Prozent der Flüchtlinge bundesweit aufgenommen hat—das sind aktuell 11.000 MENSCHEN.

9. Im Wahlkampf hat die AfD trotzdem immer wieder gegen Angela Merkel, die "Kanzler-Diktatorin", gewettert. Weshalb sich die Frage stellt:

10. Die Grünen sind aus dem Landtag geflogen. Ein hessischer Grüner hat darauf besonders unelegant reagiert. Das zeigt aber ganz gut, woher die Wut mancher Protestwähler auf die "etablierten Parteien" kommen könnte:

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