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Das erste Swegway-Verbrechen: Teenager wird ins Gesicht geschlagen und beraubt

Die Zukunft des Verbrechens ist hier—auf einem gestohlenen Hoverboard.

von Joel Golby
23 September 2015, 3:19pm

They see me hoverin', they hatin' ... | Foto: Mike Pearl

Ist es jemals in Ordnung, über Gewaltverbrechen zu lachen? Ich fürchte ja schon fast, die Antwortet lautet nein, aber sieh dir doch nur mal diese erste Zeile aus dem Standard an:

Eine Bande Männer raubte in Enfield einem Teenager sein Segway-„Hoverboard", nachdem sie aus einem vorbeifahrenden Auto gestiegen waren und ihm ins Gesicht geschlagen hatten.

In vielerlei Hinsicht ist das hier die perfekteste Kombination von Wörtern, die man sich vorstellen kann (gut, vielleicht können sich das Opfer, dessen Familie und andere nun angstgeplagte Swegway-Fahrer bessere vorstellen): „Eine Bande Männer raubte einem Teenager sein Segway-‚Hoverboard'" —Diese Anführungszeichen triefen nur so vor Geringschätzung, sie tropft auf den Boden, und du trägst den Satz so schnell du kannst zur Küchenspüle, doch die Geringschätzung trieft dennoch deine Schuhe voll, dick und platschend wie ein Schwall Sandwichsoße nach einem beherzten Biss in ein überfülltes Brot—„nachdem sie aus einem vorbeifahrenden Auto gestiegen waren und ihm ins Gesicht geschlagen hatten."

Nachdem sie aus einem vorbeifahrenden Auto gestiegen waren und ihm ins Gesicht geschlagen hatten. Noch nie wurde ein Verbrechen in einer so perfekten Abfolge von so wenigen Wörtern beschrieben. „Nachdem sie aus einem vorbeifahrenden Auto gestiegen waren" — Die Männer cruisen so durch den Londoner Bezirk Enfield, gerade nicht viel los, vielleicht ein bisschen Hunger, die Männer, und einer so vom Rücksitz: „Sollen wir zu Mäcces? Noch jemand Bock auf Mäcces?", und dann sehen sie ihn, einen schmächtigen Teenager auf einem Swegway, und jemand sagt: „Lol, will jemand 'n Swegway?" und ein anderer Mann—ein härterer Mann—sagt: „Den könnte ich wahrscheinlich mit einem Schlag ausknocken, jetzt mal ohne Scheiß", und das Auto kommt mit kreischenden Reifen zum Stillstand, und—„und ihm ins Gesicht geschlagen hatten". Sie schicken den Jungen mir nichts, dir nichts auf die Bretter, ein Schlag und er lümmelt benommen am Boden, und weg sind sie wieder, wie ein Flüstern im Wind, das Swegway auf dem Rücksitz, jetzt noch ein Burger für alle.

Stell dir vor, wie der Junge das Ganze seiner Mutter erklären muss. Sie schäumt vor Wut. „WO IST DEIN SWEGWAY?", schnaubt sie. In dieser Version der Geschichte hat der Teenager das Swegway selbst bezahlt, mit dem Schweiße seiner Spätschichten. Musste ihn importieren lassen und die dumme Zollgebühr oben drauf zahlen. Hat ihn ans Büro seiner Mutter liefern lassen, weil er an dem Datum den ganzen Tag in der Uni war. Sie musste das Ding nach Hause schleppen und im Bus hat es kaum noch auf ihren Schoß gepasst. „WAS SOLL DAS HEISSEN, INS GESICHT GESCHLAGEN?" Jetzt geht sie völlig an die Decke. „ICH KAUFE DIR JEDENFALLS KEIN NEUES." Und da zerplatzen sie, die Teenagerträume. Aus ist's mit dem Sweg-Swagger (Swegger?).

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Jedenfalls hat die Polizei eine vage Beschreibung dieser Verbrecher der Zukunft veröffentlicht—das hier ist doch wohl kaum das letzte Hoverboard-Verbrechen, über das wir hier berichten müssen werden, sondern vielmehr ein Vorgeschmack auf die Zukunft des Verbrechens, der Dominostein, der ein ganzes Lagerhaus solcher Hoverboard-Verbrechens-Dominos zum Umfallen bringt, während ein paar müde Nerds applaudieren. Wir sind jetzt einen Schritt näher an Schlagzeilen wie: „ROBOTER ERMORDEN DONALD TRUMP" und „HOVERPOLIZEI TÖTET ‚VERSEHENTLICH' UNSCHULDIG INHAFTIERTEN" und „TUPAC-HOLOGRAMM STIEHLT DUTZENDE APPLE WATCHES". Die vier Männer stiegen aus einem schwarzen Ford Focus und bedrängten das Opfer auf der Enfield High Street. Einer wurde als 1,79 Meter groß, breit gebaut und mit einem kleinen Bart beschrieben. Unter den anderen Männern war ein Dünner in einem schwarzen Trainingsanzug und einer mit einer Narbe unter dem Auge.

Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Polizei die Hoverbrecher finden könnte, indem sie einfach nach „den vier Typen, die sich abwechselnd darin versuchen, auf einem Swegway zu balancieren" sucht.