Anzeige
Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
Sex

Rumänen töten rudelweise streunende Hunde

Wilde Hunderudel sind ein ziemliches Problem in Rumänien. Deswegen hat sich eine Tötungskultur entwickelt, bei der es nur noch darum geht, so viele Tiere wie möglich um die Ecke zu bringen.

von Mihai Popescu
27 Dezember 2013, 6:57am

Foto von Vier Pfoten

Anfang September attackierten und töteten streunende Hunde ein vierjähriges Kind in der Nähe eines Parks in Bukarest. Dieser Vorfall warf ein Schlaglicht auf eines der aktuell größten Probleme der Hauptstadt, durch deren Straßen etwa 64.000 herrenlose Canidae streunen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden bereits 10.000 Einwohner wegen Hundebissen behandelt, berichtete die Bukarester Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur AP. In den Tagen nach dem Angriff führte die Streuner-Debatte zu einer starken Polarisierung. Ein im September verabschiedetes Gesetz, das Tierheimen erlaubt, Hunde zu töten, die nach mehr als zwei Wochen nicht abgeholt wurden, löste weltweit Proteste aus. Währenddessen lancierten die eifrigsten Streunerhasser des Landes Kampagnen zur Vernichtung der Hunde. Diese selbst ernannten Ordnungshüter interessiert es nicht, ob die Hunde human eingeschläfert werden—der Hund auf dem Foto wurde mit aufgeschlitztem Bauch in den Straßen von Galați, einer südrumänischen Stadt gefunden; leider konnte der Tierarzt ihm das Leben nicht retten. Auf einer rumänischen Facebook-Seite, deren Titel übersetzt „Streunende Hunde, eine öffentliche Bedrohung“ lautet, schrieb ein Antistreuner-Aktivist namens Stefan: „Die einfachste und wirksamste Methode: Eine Sprühdose und ein Feuerzeug, und du kannst ein ganzes Rudel in weniger als 20 Minuten erledigen.“ Jax Quake, ein anderer Aktivist, entgegnete: „Ich habe es mit einem Fleischklopfer versucht, einer Stahlkette und einem Bajonett. Aber diese Idee ist brillant.“ Tierrechtsaktivisten und NGOs versuchen, Personen, die ihre morbiden Fantasien ausleben, an die Behörden auszuliefern, aber das ist leichter gesagt als getan. „Obwohl es eine Straftat ist, ein Tier zu töten oder zu verstümmeln, verhängen die Richter leider immer nur die Mindeststrafe, eine Geldbuße von 100 Euro“, beklagte Livia Cimpoeru von der NGO Vier Pfoten. „Ich habe gesehen, wie Hunde in Tierheimen mit Keulen erschlagen, in Teichen durch Stromschläge getötet wurden und wie sie mit Nadeln gespicktes Futter erhielten, das ihre Mägen zerfetzte. Mitten in Bukarest wurde der Hund einer Frau vor ihren Augen erschossen.“ Elena Blaj von Free Amely 2007, einer Organisation, die Streunern Schutz bietet und Welpen zur Adoption vermittelt, glaubt, dass „es Geistesgestörte und Perverse gibt, die das Hundeproblem als Vorwand nutzen, um ihre Gewalttätigkeit auszuleben“. Andrei Stanca, der Administrator der Facebook-Gruppe zur Vernichtung der Streuner ist anderer Meinung. „Die Geschichte liefert viele Beispiele dafür, dass bestimmte Menschen gesellschaftliche Krisen dazu nutzen, ihre eigenen sadistischen Seiten auszuleben“, sagte er und fügte hinzu, dass er humane Tötungsmethoden vorziehe: „Ich persönlich würde Rattengift in Fleischstücke stecken und das Rudel, das mich jeden Tag angreift, wenn ich das Haus verlasse, damit füttern.“

Tagged:
VICE Magazine
NSFW
Tiere
Rumänien
Tierquälerei
Straßenhunde
Jahrgang 9 Ausgabe 11
Die „Hast du ein Problem, oder was?“-Augabe