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Über Steuern, Nitsch, Hartmann, Facebook und Fußball

Wieso wird eigentlich Oper gefördert und dann mangelnde Pop-Qualität kritisiert? Wieso macht jemand eine falsche Clemens Haipl-Fanpage? Und warum muss eine 4-köpfige Familie dieselben Steuern zahlen, wie ein einköpfiger Schnitzelesser?

Meister döst. Foto via Ambra Galassi

Steuern, Nitsch, Hartmann, Facebook und Fußball. Hat mir der Redakteur geschrieben. Also, ich soll was drüber schreiben. Steuern, Nitsch, Hartmann: weil es aktuell ist. Fußball: weil das gut ankommt, Facebook: weil ich 5000 “Freunde” habe (und das angeblich voll super ist).

Also handeln wir das mal der Reihe nach ab:

Steuern sind eine absolute Frechheit. Warum zahle ich als Alleinverdiener einer vierköpfigen Familie genau so viel Steuern, wie wenn ich alleine das süße Leben geniessen würde? Eigentlich- und das fände ich logisch- müsste man das Einkommen durch (in meinem Fall) vier teilen und dann den Steuersatz bemessen. Klingt für mich naheliegend- aber nicht für den Staat. Wenn ich ein Schnitzel durch vier teile, nehme ich ja auch nicht so viel zu, wie wenn ich es alleine esse. Oder? Eben.

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Nitsch: Das ist der mit dem Blut. Mein Gott, ob das lässig ist was der macht oder nicht ist mir wurscht. Einen schönen Bart hat er und er schafft es seit Jahrzehnten mit immer dem gleichen Schmäh, dass sich jemand über ihn aufregt. Das ist schon eine Leistung, das mag ich. Und jetzt hat der angeblich Bilder schwarz verkauft. Na blöd wird er sein und freiwillig eine Rechnung ausstellen: „Einmal Mysterientheater mit Blutgerinsel. Wir danken für Ihren Einkauf.“

Hartmann: Wieso wird eigentlich Oper, klassische Musik und Co. so massiv gefördert, Popmusik aber ausgehungert und wieso wundert man sich dann, dass Österreich als Land der Mozartkugeln gilt, während zum Beispiel Schweden eine Popgroßmacht ist? Oder ist das Absicht? Kalkül für florierenden Tourismus? Dann würde ich meinen: schlechte Idee. Irgendwann sind Sissi, Amadeus und Strauß nicht mehr so ganz en Vogue. Und mit der Falco-Gedenkstiege wirds dann auch nicht getan sein. Zurück zu Hartmann: 8,3 Millionen Schulden plus 5 Millionen Steuerschulden. Fett! Für rund 13 Mi € lassen sich eine Menge Musikpreise, Förderungen, Produktionen aufstellen. Damit kann es sich dann vielleicht auch das Radio leisten, Österreicher zu spielen. Aber nein, wir brauchen die Kohle für ein (in Zahlen:1) Theater. Muss ich das verstehen? Nicht um die Burg.

Fußball: verstehe ich schon gar nicht. Ich bin aus Prinzip für Rapid. Aber nicht, weil ich einen einzigen Spieler namentlich aufzählen könnte. Der Klang von „Rapid“ ist einfach schön und ich muss nicht lange nachdenken, was es noch für Vereine geben könnte, wenn mich wer fragt. Sport im Allgemeinen: warum? Was genau ist so erhebend, anderen Leuten dabei zuzusehen, wie sie schwitzen? Und das auch noch um die Wette? Ich stelle mich ja auch nicht ins Fitnesscenter und schwenke Fahnen. Sollte ich vielleicht? Ich denke drüber nach.

Facebook: Ja, ich habe 5000 arme Menschen gefunden, die sich erbötigt haben, meine Freunde zu geben. Das war aber nicht Absicht. Ich wollte ursprünglich nur mit ein paar alten Schulfreunden aus den USA in Kontakt treten, und auf einmal waren da immer mehr Menschen, die ich größtenteils aber nicht kenne. Jetzt hat jemand eine „offizielle“ Clemens Haipl-Seite gemacht. Das ist sehr freundlich und ich bedanke mich dafür. Da ist jetzt genügend Platz für alle, es ist aber sehr verwirrend für mich, eine Facebook-Seite zu sehen, die so heisst wie ich. Aber nicht ich bin. Verstehen Sie? Das ist, wie wenn man in den Spiegel schaut und jemand anderer schaut zurück. Aber auch daran werde ich mich gewöhnen. Und jetzt—ein Witz in Wort und Bild: