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Trotz der teilweise offenen Anfeindungen der Touristen und Einheimischen wählten in den vergangenen Jahren sehr viele Afrikaner aufgrund der schlechten Arbeitsmarktsituation in ihren Heimatländern dieses Leben. Ausgehend von westafrikanischen Küstenstädten schlagen sie sich über die Kanaren und das spanische Festland nach Mallorca durch. Die Chancen, die sie sich in Europa erhoffen, sind das Risiko wert. Denken sie zumindest. Denn die Gefahr, bei der illegalen Überfahrt zu ertrinken oder einmal in Spanien einfach wieder abgeschoben zu werden, ist groß. Oft genug sind es auch einfach nur Minderjährige, die von ihren Eltern auf die gefährliche Reise nach Europa geschickt werden. Das Ganze ist allerdings kein Problem, das nur Mallorca betrifft. Auch die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa ist oft genug Ziel der afrikanischen Flüchtlingsboote.Ironischerweise sind viele der geflüchteten Afrikaner besser ausgebildet als die Leute, denen sie später irgendwelche Billigwaren andrehen müssen. Sie haben Universitätsabschlüsse, sind ausgebildete Ärzte, Juristen oder Physiker. Auf Mallorca leben sie dann in großen Gruppen in viel zu kleinen Zimmern und warten auf ihre Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung, um dann irgendwann mal bleiben zu dürfen.Viele Afrikaner, oft aus dem Maghreb oder Westafrika, entscheiden sich in der Zwischenzeit dafür, im Straßenverkauf eine lohnende Alternative zu suchen. Und auch wenn die Zahlen der illegalen Einwanderer in den letzten Jahren aufgrund verbesserter spanischer Küstenüberwachung rückläufig sind, gehören die afrikanischen Straßenhändler nach wie vor zum typischen Straßenbild mallorquinischer Tourismuszentren. Man darf davon ausgehen, dass deren alleiniges Auftreten zur hohen Konfliktbereitschaft betrunkener (und in einigen Fällen auch rechtsextremer) Proleten-Touristen aus Deutschland führt.So oder so, solche Vorfälle machen die spanische Urlaubsinsel nicht attraktiver. Letzten Endes fragt man sich dann aber trotzdem, warum der gemeine deutsche Nazi überhaupt sein Heimatland verlässt, nur um auch den Menschen anderswo ordentlich auf die Eier zu gehen.