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The Borders Issue

Die Utopie des bedingungslosen Grundeinkommens in Zahlen

Mit drei Viertel Nein-Stimmen haben die Schweizer Anfang Juni eine Utopie vom Tisch gefegt. Die Frage der Volksabstimmung lautete: Soll jedem erwachsenen Bürger umgerechnet 2300 Euro Grundeinkommen monatlich ausgezahlt werden?

von Theresa Locker
22 Juli 2016, 4:01am

Aus The Borders Issue

Mit drei Viertel Nein-Stimmen haben die Schweizer Anfang Juni eine Utopie vom Tisch gefegt. Die Frage der Volksabstimmung lautete: Soll jedem erwachsenen Bürger umgerechnet 2300 Euro Grundeinkommen monatlich ausgezahlt werden?

Für viele Schweizer war das wohl eine inakzeptable Einladung zur Faulheit, doch hinter der Idee steckt mehr als Träumerei und Hippietum, sagen Fans. Sie könnte soziale Gleichheit schaffen und eine Antwort auf die Automatisierung und die Vierte industrielle Revolution bieten, die bis 2050 schätzungsweise jeden zweiten Job durch einen Roboter oder eine Künstliche Intelligenz ersetzt.

Traurig sind die BGE-Aktivisten aber nicht: Sie feiern die lancierte Diskussion als Riesenerfolg. Und die Debatte lebt in ganz Europa weiter: Als Nächstes möchte die traditionsreiche britische Labour-Partei das bedingungslose Grundeinkommen "sehr intensiv prüfen".


Das bedingungslose Grundeinkommen würde ein Land wie die Schweiz nicht 153, sondern nur 25 Milliarden Franken kosten. Das hat der Bundesrat im März zugegeben und damit eingeräumt: So utopisch ist die Finanzierung keineswegs.


So hoch sollte der monatliche Betrag in Franken sein, der jedem Erwachsenen in der Schweiz zusteht. Jedes Kind erhielte 625 Franken. Doch in einer Volksabstimmung hat das nur 23 Prozent der Bürger überzeugt.


Jeder zweite Arbeitsplatz wird bei uns in den westlichen Ländern bis 2050 vernichtet. Keine Angst: Als Erstes sind körperlich besonders mühsame und eintönige Routinejobs dran.


Rund acht von zehn Finnen heißen die Verpflichtung ihrer konservativen Regierung gut, bis 2018 ein im Koalitionsvertrag festgeschriebenes Experiment mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durchzuführen.


So viele Bürger hörten auf zu arbeiten, als die kanadische Stadt Dauphin ein bedingungsloses Grundeinkommen einführte.

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