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Benutzt Technologie uns?

Man redet oft nebenbei über Meme
31.8.10

Man redet oft nebenbei über Meme. Meistens dann, wenn irgendeine Idee im Internet explodiert, wie diese bescheuerten Katzen oder Rick Astley. Aber Susam Blackmore nimmt Dinge, die kopiert werden sehr viel ernster. Sie glaubt, dass Meme genauso Teil der Menschheit sind, wie Gene. Sie sagt, dass Kopieren ein grundlegender Teil unserer evolutionären Vergangenheit ist. Der aufrechte Gang, Werkzeuge und unsere großen Köpfe—alles nur um Sachen besser kopieren zu können.

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Bevor es Meme gab, wurden Pflanzen und Tiere von Genen entwickelt um sich zu vermehren. Dann fing eine dieser lebenden Kreaturen damit an, Sachen zu kopieren und die Menschen entwickelten sich, weil man dafür ein großes Gehirn benötigte.

Und genauso wie Gene kopiert werden müssen, um sich weiterzuentwickeln und sich mit Hilfe natürlicher Auslese zu verbessern, müssen Meme kopiert werden und sie brauchen Menschen als Kopierer. Die Sache, die kopiert wird ist dabei ganz egal—es sind die 'Gene' einer Idee die wichtig sind, also wie etwas immer weiter kopiert wird.

Ein Buch zum Beispiel—Irgendjemand hat entschieden, dass ein Haufen Seiten zwischen zwei Buchrücken das perfekte Vehikel für seine Geschichte ist. Dann hat jemand anderes das Buch gesehen und fand es auch eine gute Idee. Es ist ganz egal, ob es um die Bibel geht oder um den DaVinci Code, die Menschen wussten, wie man diese Texte in Buchform bringt. Und wir alle wissen, wie man diese Form nutzt und macht.

Aber das Buch wird jetzt von seinen hochtechnisierten Nachkommen bedroht, dem Kindle, dem Sony Reader oder dem iPad—alles unterschiedliche Versionen eines elektronischen Reader, und gleichzeitig eine neue Art Informationen zu verbreiten.

Und das bringt uns jetzt Temes, Blackmores Wort für technologische Memes und damit wird es auch wirklich interessant. Sie sagt, dass Meme seit Anbeginn der Menschheit Menschen gebraucht haben um kopiert und verbreitet zu werden. Aber jetzt gerade entwickelt sich ein dritter Replikator, über Gene und Menschen hinweg.

Lehren wir die Temes sich selbst zu kopieren, indem wir ständig Technologien benutzen und riesige Informationsmengen ins Internet laden? In einem Artikel für die New York Times schreibt sie:

"Wir stellen immer mehr Energie für das Internet zur Verfügung und es gibt enorme Möglichkeiten für Teme Maschinen zu wachsen und immer neue und immer außergewöhnliche digitale Welten zu entwickeln. Manchmal helfen ihnen Menschen dabei, manchmal aber auch nicht. Wir werden immer noch gebraucht und sei es nur, um den Strom zu produzieren, aber je besser die Temes werden, wird unsere Rolle immer weniger wichtig, obwohl wir es waren, die diesen ganzen evolutionären Prozess ins Rollen gebracht haben."

Eigentlich ist es also komplett egal, ob sich unsere Konzentrationsspanne immer weiter verkleinert, oder dass wir immer fauler und fetter werden und damit auch immer weniger dazu in der Lage sind, manuelle Jobs zu verrichten, die wir früher in der Evolution gebraucht haben.

Wir entwickeln uns einfach nur noch dafür, damit sich Temes in digitaler Form weiter verbreiten können—und irgendwann werden wir die Maschinen soweit haben, dass sie selbst dazu in der Lage sind.