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Reisen

Wir haben Backpacker gefragt, wie sie Sex auf Reisen haben

Hostels, Riesenschlafsäle und so gut wie keine Privatsphäre. Wann und wo haben Backpacker eigentlich Sex?

von Sonja Maier
12 April 2017, 10:44am

stock.tookapic.com | pexels.com | C00 license

In Horrorfilmen werden sie abgestochen, in Komödien als spaßbegabte Idioten auf Europa- oder Südamerikatrip dargestellt und in Biopics sind sie verträumte Hippies auf der Flucht vor der echten Welt. Wenn man in die Popkultur schaut, haben es Rucksacktouristen nicht leicht.

Und obwohl diese Klischees nur auf den ein oder anderen Backpacker zutreffen, haben sie doch eines gemeinsam: Die Suche nach billigen Schlafplätzen und den besten Partys der Stadt (noch mehr Klischees). Haben sie dann beim Feiern ein potenzielles Techtelmechtel gefunden, stellt sich oft die Frage "Was jetzt?".

Wir haben Backpacker gefragt, wie sich ihr Sexleben gestaltet, wenn sie im dreitägigen Rhythmus den Standort wechseln und in Mehrbettzimmern oder Campingbussen übernachten.

Manuel, 31

Ich war ein Jahr lang unterwegs und lernte in Singapur ein Mädchen kennen, das noch bei ihren Eltern wohnte. Ich hatte echt keine Lust auf die peinliche Situation am nächsten Tag und deshalb beschlossen wir, die Nacht im Hostel zu verbringen. Besucher waren verboten, aber das war uns egal. Ich schlief in einem Vierbettzimmer und wusste, dass die anderen gerade weg waren. Am nächsten Tag musste sie noch ein paar Stunden mit uns im Zimmer ausharren, bevor sie sich heimlich rausschleichen konnte.

Auf meiner Reise lernte ich auch ein Mädchen in China kennen und wir verbrachten die Nacht in ihrer Wohnung. Sie sprach kein einziges Wort Englisch, aber ich hatte ein paar Wochen zuvor einen Chinesen kennengelernt, der für uns übersetzte. Die Dates waren zwar schräg, aber wir hatten trotzdem eine gute Zeit.

Ein paar Wochen später war ich in den USA und probierte Couchsurfen aus, was bei mir so wie Tinder ablief. Ich suchte Frauen, die mir gefielen, und schrieb ganz zwanglos mit ihnen. Zu meinem Verwundern lief eigentlich jedes Mal was. Ich dachte, die Amis wären in dieser Hinsicht konservativer. Ich hatte auch einmal Sex in einem Hotelzimmer, das ich mit meinen beiden Freunden teilte. Mein Kumpel und ich lernten auf einer Party zwei Mädchen kennen, während unser Freund im Hotel blieb und schlief. Wir nahmen die Mädchen "mit nach Hause". Das eine Paar war einfach im Badezimmer zugange und die anderen im Doppelbett. Problem daran: Unser Kollege schlief daneben in einem Einzelbett. Den Mädels machte das ganze Szenario nichts aus. Sie ärgerten unseren Freund sogar und sprangen nackt auf ihn drauf.


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Kathi, 29

Ich war vor ein paar Jahren mit einem Freund für fünf Wochen in Australien unterwegs und wir wechselten eigentlich zwischen Campingwagen und Hostels ab. Es galt die Abmachung, uns beim Partymachen gegenseitig nicht alleine zu lassen, und deshalb ging's nie weiter als eine Knutscherei. Im Campingwagen war es klarerweise auch etwas schwierig, jemanden mitzunehmen.

In Hostels schliefen wir immer in gemischten Schlafsälen und ich bekam schon mit, dass Leute Sex hatten, aber mir war das eigentlich egal. Ob ein Hotelzimmer dünne Wände hat oder Leute im Zimmer miteinander vögeln, ist eigentlich dasselbe. Für mich kam es halt nicht infrage.

Lisi, 22

Als ich 18 war, reiste ich für mehrere Monate nach Australien. An der Ostküste ging es ziemlich ab und ich war dort eigentlich fast jeden Tag auf Partys. Ich schlief drei Monate in Hostels und bevorzugte eigentlich gemischte Schlafsäle, weil ich es lustiger fand, auch mit Jungs das Zimmer zu teilen. Sex hatte ich nur in einem Zimmer, wo meine Begleitung und ich alleine waren. Dieser Typ hatte sich nämlich für ein paar Nächte mit seinem Freund ein Zweibettzimmer gegönnt und sein Kumpel war gerade nicht da.

Nach einer Party hatte ich auch einmal etwas mit einem Typen in seinem Auto. An diesem Abend hatten meine Freundin und ich keine Unterkunft gebucht und wir gingen einfach feiern. Meine Freundin war im Auto daneben zugange—das war echt witzig. Im Hostel hörte ich auch Leute beim Vögeln im Gemeinschaftsbadezimmer. Dass die Duschkabinen oben offen waren, störte sie anscheinend nicht.

Catarina Sousa | pexels.com | C00 licence

Veronika, 26

Ich mag Männer, die aus dem Land kommen, in dem ich gerade unterwegs bin. An anderen Backpackern bin ich kaum interessiert. In Belo Horizonte haben meine Freunde und ich in einem Hostel gewohnt und ich lernte auf einer Party einen Brasilianer kennen. Wir hatten vor dem Club und im Auto rumgemacht, aber nicht miteinander geschlafen.

Ein paar Tage später waren wir schon in Rio und das Wetter war echt scheiße. Ich stieg alleine in den Bus und fuhr vier Stunden zurück nach Belo Horizonte. Dort verbrachte ich zwei Nächte bei dem Typen zu Hause. In Hostels bekam ich immer nur mit, dass Pärchen Sex hatten. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen, selbst in einem Bed-Dorm Sex zu haben, wo noch sieben andere schlafen. Außer der Typ ist der absolute Burner und das geht echt nur heute und "wenn es nicht jetzt passiert, dann passiert es nie wieder".

Marion, 26

Ich habe meinen Freund in einem Hostel auf Bali kennen gelernt. Er kommt aus München und er war mit seinen Freunden dort unterwegs. In unserer ersten Nacht lagen wir nur nebeneinander im Bett und schmusten miteinander. Wir waren in einem Sechsbettzimmer und schon ein wenig betrunken. Ihm hätte es nichts ausgemacht, aber ich hatte dort echt keine Lust, mit ihm zu schlafen. Ein Typ kotzte dann im Zimmer vom Stockbett runter und das war nicht gerade anturnend. In der letzten Woche buchten wir für ein paar Nächte ein Zweibettzimmer.

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