Musikreviews

Hier sind unsere Reviews zu Zigitros, The 2 Bears, Mittekill und Sly & Robbie.

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Mai 5 2012, 7:30am

ZIGITROS
Zigitros
Oh Sister/Namskeio

Dieses Schweizer Wüstenrock-Duo orientiert sich im Sound an den Queens of the Stone Age der Lullabies-Ära, kann deren versponnene Radikalität aber nie wirklich erreichen. Das betrifft sowohl den Grad der Virtuosität des Gitarrenspiels, als auch den Grad der mentalen Vernebelung. Ich weiß, dass man als Journalist gesellschaftliche Verantwortung trägt und entsprechend sehr genau überlegen muss, was man einer jungen, sich gerade eben erst in der Frühjahrsblüte befindlichen Band mit auf den Weg gibt. Aber Jungs, unter uns, wenn ihr auf dieser Schiene weiterfahren wollt, solltet ihr verdammt noch mal viel mehr Drogen nehmen. Josh Homme hat mal gesagt man darf alles nehmen, man soll nur darauf achten, immer wieder zu variieren, also z.B. Montags Ketamin, Dienstags Speed, Mittwochs Crack...der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In fünf Jahren seid ihr dann entweder berühmt oder tot. Ach ja, vermutlich würde auch ein Bandname helfen, der nicht nach einem Disney-Sci-Fi-Animationsfilm aus den 80ern klingt.

ROGER RABBIT

THE 2 BEARS
Be Strong
Southern Fried/Alive

Latent lebensbejahender Pophouse von und mit Hot Chip-Veteran Joe Goddard, der dich permanent zu gewagten Körperbewegungen und uneingeschränktem Chancennutzen auffordert, sich gut als Hintergrundbeschallung für entspannte Gartenpartys eignet, aber insgesamt doch etwas zu oft an der Belanglosigkeit kratzt, als dass er achtbare Hits beinhalten könnte.

L. EVATOR

MITTEKILL
All But Bored, Weak And Old
Staatsakt / Rough Trade

Wer Zeilen wie „Ich wünsch’ mir drei Tage Stromausfall auf der ganzen Welt“ neben „Der Popo ist gewackelt, jetzt wird nicht mehr gefackelt“ auf ein Album packen kann, macht entweder so genannte volkstümliche Musik bei Marianne und Michael oder latent beknackt angedünsteten Club-Electro-Schlager bei Staatsakt. Die Gagkurve krieg’ ich jetzt nicht mehr ganz, deswegen: Mittekill gehört zur zweiten der genannten Gruppen. Das verflixte zweite Album (sagt man so!) jedenfalls ist voll mit Wahrheiten (textlich) und Schunkelektro (musikalisch) und Situationen (dramaturgisch), die ich einfach beim besten Willen nicht peinlich finden kann, sondern höchstens amüsant und stellenweise sogar riesig.

LÄSSIE SÄNGER

SLY & ROBBIE
Blackwood Dub
Strut e

Der Versuch, die Compass Point Allstars mit ihrer alten Rhythmussektion – immerhin treibende Kraft hinter einigen der erfolgreichsten Veröffentlichungen – wiederzuvereinigen, lief Gefahr, ein großes Erbe zu besudeln, vor allem da das legendäre Studio inzwischen die Schotten dicht gemacht hat. Aber Blackwood Dub ist tatsächlich ein Geniestreich: krosse, klare Rhythmik, reduzierte Instrumentierung und gerade so viel Abenteuerlust, dass deutlich wird, dass diese Typen die letzten 30 Jahre nicht verpennt haben. Pull up to the thumper.

STEVE WHIRIE

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