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Tausende Furry-Porn-Bilder stehen dank einer löchrigen Paywall gratis im Netz

Der Diebstahl treibt Künstler der Community in den Ruin. Gleichzeitig wirft der Fall große Fragen über die Sicherheit einer beliebten Crowdfunding-Plattform auf.
11.1.18
Bild: Screenshot, yiff.party

Alyssa ist Furry Porn Artist: Ein bisschen vorstellen kann man sich das, wie die "Ab 18"-Version eines Disney-Cartoons: Niedliche Tierwesen – Pferde, Füchse, Pandas – mit großen Kulleraugen, die sehr explizit Sex haben. Ihre Arbeit ist gefragt, die Motive von einer großen Community begehrt, die sich regelmäßig auch in der echten Welt auf Messen trifft.

Auf der Crowdfunding-Plattform Patreon hingegen bezahlten noch bis vor wenigen Tagen monatlich hunderte Fans kleinere und größere Summen, um die Künstlerin zu unterstützen. Doch damit ist nun Schluss: Bots haben die Finanzierungsplattform infiltriert und veröffentlichen ihre Bilder gratis auf der externen Website Yiff.Party. Die dort einsehbaren Namenslisten legen nahe, dass dutzende Künstler wie Alyssa von dem Bilderdiebstahl betroffen sind. Und die Opfer sind offenbar nahezu wehrlos.

Es gibt keine effektive Vorsichtsmaßnahme gegen den digitalen Bilderdiebstahl

Alyssa ist Teil des dreiköpfigen Künstlerkollektivs "ScribbleQuirk Studios", das sich mit einem längeren Beitrag über die aktuelle Situation auf Patreon beschwert. Dabei kritisieren sie die Crowdfunding-Plattform vor allem dafür, dass sie betroffenen Künstlern nicht zur Seite steht. Zwar gebe es ein standardisiertes Meldeformular, doch habe das in noch keinem dem Studio bekannten Fall tatsächlich etwas gebracht. Andere Abwehrmaßnahmen gegen die Bots gibt es nicht, im Gegenteil, die grundlegende Funktionsweise von Patreon ist für die Arbeit der Diebe wunderbar geeignet. Denn: Wer einen Künstler unterstützen und seine gegebenfalls hinter einer Paywall versteckten Inhalte ansehen möchte, schließt eine Art monatliches Abonnement ab. Die Belohnungen, also eben die verborgenen Zusatzinhalte für Unterstützer, werden dann sofort freigeschaltet – der Geldbetrag wird hingegen erst zum Monatsende vom Konto des Unterstützers abgebucht.

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