Zocker-Streit um Computer endet in Messerstecherei

Die jungen Männer trafen sich, um das Online-Game 'Fortnite' zu spielen. Nun liegt einer von ihnen mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus.
14.3.18
Symbolfoto: imago | Horst Galuschka

Insbesondere nach Amokläufen kommt immer wieder die Frage auf: Machen Videospiele, in denen virtuelle Gewalt ausgeübt wird, auch im echten Leben gewalttätig? Und das, obwohl bisher nicht bewiesen werden konnte, dass Shooter ihre Spieler zu künftigen Amokschützen trainieren. Andersherum gibt es allerdings durchaus einen Zusammenhang, wie Diplom-Psychologe und Medienexperte Dr. Michael Jäger gegenüber VICE erklärte: "Jugendliche, die in der Realität Gewalt anwenden, spielen mit hundertprozentiger Trefferquote auch Gewaltspiele." Eine nicht-repräsentative Umfrage in unserem erweiterten Bekanntenkreis hat außerdem ergeben, dass kein Spiel aggressiver macht als Mario Kart – und da schießt man seine Gegner mit Schildkrötenpanzern von knallbunten Rennstrecken. Realitätsnah ist anders.

Ob man nun pro oder kontra Gewaltspiele ist, eine Sache zeigt sich immer wieder: Manche Menschen rasten nicht wegen des Inhalts eines Spiels aus, sondern weil man ihnen die Möglichkeit nimmt, es zu spielen. So auch eine Gruppe von jungen Männern in Oberhausen, für die ein Streit um einen Computer am Dienstagabend in einer Messerstecherei endete.


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Laut Der Westen trafen sich die Männer vor einem Internet-Café in der Oberhausener Marktstraße, in dem sie zusammen das Online-Game Fortnite spielen wollten. Der Survival-Shooter ist kostenlos, gerade unter jungen Menschen wahnsinnig beliebt und wird von einigen Experten als das neue Minecraft gesehen. Auch, weil Fortnite trotz jeder Menge Geballere schon ab 12 Jahren freigegeben ist; ein Umstand, der viele Eltern auf die Barrikaden treibt.

Zum Spielen kamen die jungen Männer am Dienstag so oder so nicht. Kurz darauf traf nämlich eine andere Männergruppe ein, die den Computer ebenfalls benutzen wollte – und das wollten die _Fortnite_-Fans nicht hinnehmen. Es kam zu einem heftigen "Wortgefecht", das sich anschließend auf die Straße verlagerte. Dort zog einer der Beteiligten laut Polizeiinformationen gegen 21:10 Uhr ein Messer und stach es einem 23-Jährigen in Brust und Rücken. Anschließend flüchteten die Männer, der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht und schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

Unklar ist, wie viele Menschen in die Auseinandersetzung verwickelt waren. Die Essener Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet und sucht nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben und mehr Informationen zum Täter liefern können.

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