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Nach Trump-"Versprecher": Twitter-User schreiben Songs um

Twitter-Nutzer und Nutzerinnen schrieben Lyrics um, um zentrale Sätze in bekannten Songs nach Trumps Vorbild "richtigzustellen".

von Benjamin Stolz
19 Juli 2018, 11:05am

Imago | Media Punch 

In einer Pressekonferenz am Dienstag gab US Präsident Donald Trump bekannt, sich angeblich versprochen zu haben. Gemeint ist die Behauptung, dass er keinen Grund sehe, warum sich Russland in seine Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt hätte. Mehr als einen Tag nach dem Helsinki-Treffen zwischen ihm und seinem russischen Kollegen Vladimir Putin meinte Trump jedoch, dass eine Einmischung doch nicht ausgeschlossen sei. So hätte der wichtige Satz eigentlich folgendermaßen lauten sollen: "I don't see any reason why it wouldn't be Russia."

Twitter-Nutzer und Nutzerinnen schrieben daraufhin Lyrics um, um zentrale Sätze in Songs nach Trumps Vorbild "richtigzustellen". Songwriter Richard Marx zum Beispiel dachte noch einmal über eine Zeile in seinem Gassenhauer "Right Here Waiting" nach und gestand schließlich seinen Fehler ein.

Ein anderer Nutzer korrigierte stellvertretend für das schottische Duo The Proclaimers ihren wohl bekanntesten Hit "I'm Gonna Be (500 Miles)".

In den Tweets der Menschen, die statt einem "would" ein "wouldn't" sehen möchten, geht es großteils nicht um Russland- sondern Liebesaffären. So wird aus einer Meat-Loaf-Schnulze schnell eine grausame Hymne der Abneigung. Der Song "I Will Always Love You" von Whitney Houston, Dauerbrenner auf Hochzeiten und Gute-Nacht-Lied für albatrossgleiche Liebende, wird barbarisch in das Gegenteil verwandelt, bekommt dadurch aber eine nachdenkliche Tiefe. Prince lieferte mit "I Would Die For You" einen weiteren Song, zu dem man nichts mehr hinzufügen muss.

Schließlich konnten sich auch die Star-Wars-Fans nicht mehr zurückhalten und stellten gewisse Verwandtschaftsgrade infrage. Auch die Twitterianer mit Literaturkenntnissen genossen nicht schweigend, sondern änderten den Plot von Charlotte Brontës Jane Eyre und ein Gedicht von William Carlos Williams. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten bewies wieder einmal gekonnt, wie man mit einer Pressekonferenz Stoff für unzählige Memes bietet.

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