So kommst du auf die Gästeliste, ohne ein Arschloch zu sein

Lest hier den THUMP-Guide to Gästeliste.

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21 Mai 2015, 2:30pm

IMAGO

„Ich stehe auf der Gästeliste." Ja, es stimmt, das sind ziemlich sicher die fünf schönsten Wörter, die einem Menschen im Nachtleben über die Lippen gehen können.

Feiern für lau ist eine hohe Kunst, die auch sehr schnell süchtig machen kann. Wenn du einmal diesen süßen Rausch erlebt hast, ergreift er sofort Besitz von dir, denn sobald du zum ersten Mal an der Schlange unwürdiger Ticketkäufer vorbeischwebst, willst du nicht mehr zurück in den nasskalten Beton-Keller der Sterblichen. Aber genau das ist das Problem, jeder Idiot schafft es irgendwann einmal auf die Liste. Die Schwierigkeit liegt darin, so lange wie möglich drauf zu bleiben. Dafür brauchst du Beharrlichkeit, Charme und vor allem Manieren (außer du bist ein süßes Babe mit den Taschen voller Drogen, dann geht es auch ohne).

Nighlife-Etiquette sollte eigentlich jeder kennen, aber es gibt immer wieder Leute, die es schaffen, alles kaputt zu machen. Deshalb gibt es jetzt hier den THUMP Guide, der dir erklärt, wie du einen Platz auf der Gästeliste bekommst, ohne ein Arschloch zu sein.

Frage früh genug an

Foto: Maks Gutnik

Das ist sicher die wichtigste Regel und auch jene, bei der die Anfrage am häufigsten schiefgeht: Frage niemals am Tag der Party nach einem Gästelistenplatz. Die Namen wurden bereits raufgeschrieben, sorry, das Gästelisten-Zeitfenster hat sich für dich geschlossen, verriegelt, es ist zu, rien ne va plus, no more plus eins. Anfragen nach 17:00 sind schlicht asozial. Und wenn du dem DJ eine SMS schreibst, während du vor dem Club stehst... bye, bye, mein Freund.


Du kennst den DJ? Wirklich?

Für einen Gästelistenplatz reicht es nicht, wenn du einmal neben dem DJ auf dem Klo gestanden hast. Clubs geben jedem DJ nur eine gewisse Anzahl von Plätzen und diese Plätze gehen an Leute, die er kennt. Oder solche, die seiner Karriere förderlich sein könnten.


Ein bisschen Gras kann auch helfen


Du arbeitest auch im Club? Das interessiert nicht!

Gästeliste ist ein Geschenk, kein Recht. Nur weil du in der Clubszene arbeitest, heißt das nicht, dass du einen Freifahrtschein hast. Noch schlimmer sind eigentlich nur die Leute, die von Anfang an lügen und behaupten, sie seien von der „Presse" und dann nicht mal dem DJ eine SMS schreiben, um das geplante „Interview" dann auch zu führen. Ihr seid schleimige, ekelhafte Blut-Egel und wir sehen jede euerer Bewegungen.


Bleib bescheiden


Foto via Adam White

Der einfachste Weg, einen DJ zu verärgern? Nicht damit zufrieden zu sein, nur auf der Gästeliste zu stehen. Aus unerfindlichen Gründen (meistens weil sie scheißgut aussehen), erwarten manche, dass sie nicht nur freien Eintritt, sondern auch eine Flatrate auf freie Getränke und Drogen bekommen. Es ist mir scheißegal, wie groß dein Schwanz ist oder wie viele Kreise du damit ziehen kannst. Nach „plus acht" zu fragen, damit du mit deiner Gang ausgehen kannst, ist nicht süß.

Sei nicht reich


Foto: Marc Ressang

Wow, du hast einen JOB? Dann zahl den V.E.R.D.A.M.M.T.E.N. S.C.H.E.I.S.S. EINTRITT! Nimm nicht den armen kreativen Fahrradkurieren ihre GL-Plätze weg, weil es dein Ego braucht. Jeder hat es verdient, mal auf eine Party zu gehen, aber nicht jeder kann es sich leisten. Außerdem gibt es nichts Schlimmeres als einen Yuppie, der überall rumschnorrt

Halte deine Nachfragen auf einem erträglichen Level


Foto via TheArches/Flickr

Sei nicht dieser eine Typ, der um einen Gästelistenplatz bettelt, sobald irgendwo eine gute Party ist.

Mach nicht einen auf Familie

Wenn du nicht mit dem DJ befreundet bist, schreib ihm auch keine Mail die mit „Hallo, mein lieber Freund" anfängt. Das kommt nicht gut und sie werden dir ebenfalls eine fake-freundliche Absage zurückschreiben. Wenn sie überhaupt zurückschreiben.

Wenn der Eintritt bei unter sieben Euro liegt, frag nicht


Foto via THESUPERMANIAK

Du findest, dass es teuer ist, Gast bei einer Party zu sein? Schmeiß mal selber eine. Wenn der Eintritt so niedrig ist, dass er fast nicht existiert, wirkt die Frage nach Gästeliste wie: „Hey, kann ich mir bitte sieben Euro von deinem Konto abbuchen?"

Wenn der Eintritt vor Mitternacht gratis ist, frag erst recht nicht

Bitte! Das ist nicht einmal dreist, das ist nur noch faul.

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Ach ja wenn dir das alles zu anstrengend ist, versuch das hier doch:

So kommst du über die Gästeliste rein – ohne auf der Gästeliste zu stehen

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