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Mode

Eine Designerin hat ein Kleid aus fremden Schamhaaren entworfen

In einem Versuch, Lady Gagas berüchtigtes Fleischkleid zu übertreffen, hat Sarah Louise Bryan einen Zweiteiler kreiert, der beim Großteil der Betrachter Würgereiz auslösen dürfte.

von Kimberly Lawson
11 Juli 2016, 7:15am

Courtesy of Sarah Louise Bryan

Eine 28 Jahre alte Modedesignerin, die bereits 2014 mit einem Kleid aus Skittles mediales Aufsehen erregt hatte, hat nun ihre neueste Kreation vorgestellt: Ein Ensemble aus gespendeten Schamhaaren.

Dank tatkräftiger Unterstützung durch zahlreiche Spenderinnen und Spender schaffte es Sarah Louise Bryan aus Wakefield, England, genug Haare zusammenzubekommen, um daraus ein Bustier und einen langen Rock zu schneidern. In einem Interview mit Broadly gab die zweifache Mutter an, dass sie auf ihren Aufruf in den sozialen Netzwerken tausende Rückmeldungen erhalten hatte. Allein an einem Tag hatte sie fast 50 Umschläge voll mit Haaren in ihrem Briefkasten.

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„Mein Briefträger war sichtlich verwirrt", sagt sie.

Ihre Intention bei dem Outfit, für dessen Fertigstellung sie sechs Monate benötigte und das sie im Zimmer ihres 13-jährigen Sohnes lagerte, war „das Ekelhafteste zu schaffen, was ich mir vorstellen konnte." Ekelhafter als das Kleid aus rohem Fleisch, das Lady Gaga 2010 bei den MTV Video Music Awards getragen hatte.

Und geekelt hat sich die Designerin während der kompletten Produktionsphase. Tatsächlich achtete sie nach eigener Aussage penibel darauf, während des Schneiderns Schutzkleidung zu tragen: Gummihandschuhe, Schutzbrille und Mundschutz.

Bryans andere spektakulären Arbeiten brauchten da weniger Überwindung. Außer ihrem Skittles-Kleid, das mehr als 145 Packungen Kaubonbons und etwa 90 Tuben Kleber verschlang, designte sie unter anderem auch ein Kleid aus 3.000 Papier-Mohnblumen.

Laut Flavia Lovatelli, einer Künstlerin aus South Carolina, die sich ebenfalls auf tragbare Kunst spezialisiert hat, erklärt, warum sich die so genannte „Trashion" solcher Beliebtheit erfreut: „Es zeigt erfinderische Kreativität. Die Materialien, die wir verwenden, sind alles Dinge, die jeder von uns schon mal weggeworfen hat. Es ist einfach, hat einen hohen Wiedererkennungswert und wenn du etwas Kreatives damit anstellst, wird der gemeine Sterbliche sich das angucken und sich denken: ‚Das war unglaublich clever. Ich hätte nie daran gedacht. Ich hätte das nie so hinbekommen.'"

Aber Bryans Schamhaarkleid fällt laut Lovatelli in eine andere Kategorie. „Ich glaube, sie hat damit etwas Grundlegenderes im Sinn gehabt. Sie versucht damit, eine komplexe Message zu verbreiten. Ohne jetzt wirklich mehr darüber zu wissen, würde ich darauf tippen, dass es irgendwas mit unserem Frauenbild oder dem Menschsein zu tun hat."

Definitiv eine mögliche Lesart. Bryan selbst sagt allerdings: „Ich will einfach nur die ausgefallenste Designerin sein und von Promis umschwärmt werden."