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La Liga

Wird durch die Madrid-Malaga-Connection Reals Meisterschaft geschoben?

Real Madrid spielt am letzten Spieltag der Primera Division in Malaga und braucht nur einen Punkt. Das Pikante: Malaga verdient Geld, wenn Madrid Meister wird. Nicht nur das: Malagas Präsident bezeichnete Barcelona als Abschaum.

von Benedikt Niessen
18 Mai 2017, 10:24am

imago/Marca

Am Sonntagabend spielt Real Madrid am letzten Spieltag der spanischen Liga beim FC Malaga. Die Meisterschaft haben die Madrilenen in eigener Hand: Real – Tabellenführer mit 90 Punkten – muss jedoch in Malaga mindestens ein Unentschieden holen, denn Verfolger Barca – 87 Punkte – wäre bei einem Sieg gegen SD Eibar und Punktgleichheit Meister, da sie Real im direkten Vergleich ausstechen. Jetzt kommt das Brisante: Malaga bekommt eine Millionen Euro von Real Madrid, wenn die Königlichen Meister werden. Hintergrund ist aber kein illegaler Deal, sondern der Transfer von Offensiv-Künstler Isco.

Der spanische Nationalspieler wechselte im Jahr 2013 für 27 Millionen Euro vom FC Malaga zu Real. Spanische Medien – wie die AS – hatten nun vor einigen Wochen enthüllt, dass der Transfer eine 3-Millionen-Euro-Meisterklausel beinhalten soll: So soll der FC Malaga in den ersten fünf Saisons von Isco bei Real für jeden Gewinn der Primera Division jeweils eine Millionen Euro ausgezahlt bekommen. Für Real wäre dies nach vierjähriger Durststrecke seit 2011/2012 die erste Meisterschaft.

Nach Bekanntwerden der Vertragsdetails und der ungünstigen Paarung am letzten Spieltag witterten besonders katalanische Medien eine Verschwörung. Sie unterstellten dem neuen Trainer Jose Miguel Gonzalez, besser bekannt als Michel, dass dieser es vorziehe, gegen Real zu verlieren. Michel hatte nach dem Sieg in Granada gesagt: "Ich hoffe, dass die Meisterschaft vor dem letzten Spieltag entschieden ist – zugunsten von Madrid." Dass Michel als Real-Legende zwischen 1982 und 1996 sechsmal spanischer Meister und zweimal UEFA-Cup-Sieger wurde, fütterte die Vorwürfe nur. Aber auch sonst sprechen die Vorzeichen dafür, dass in Malaga wirklich niemand für Barça spielen will.

Malagas Klubeigner, Scheich Abdullah Al-Thani, zündelte in einem Tweet, nachdem ihn ein Barça-Fan darum bat, die Madrilenen am letzten Spieltag zu schlagen: "Mit Gottes Hilfe werden wir Madrid besiegen. Aber nach den Lügen über unseren Trainer wird dieser katalanische Abschaum die Meisterschaft nicht mal riechen." Barça reagierte darauf angefressen: „Wir sind empört. Solche Äußerungen verstoßen gegen die Prinzipien des Fairplays und der Ethik des Sports". Zudem kündigte der Klub an, den Scheich bei der Anti-Gewalts-Kommission der spanischen Liga LFP anzuzeigen.

Vor dem Spiel könnten die Vorzeichen für einen eventuellen Betrug also nicht lukrativer sein: Der FC Malaga gurkt im Niemandsland der Tabelle herum und kann weder absteigen noch ins internationale Geschäft rutschen. Der Tabellenelfte kann im schlechtesten Falle noch auf Platz 13 purzeln. Für ein Unentschieden also mal eben eine Millionen Euro mitnehmen und den FC Barcelona verärgern scheint mehr als lukrativ.

Malaga-Coach Michel widersprach den Vorwürfen vor dem Duell jedoch schon: "Real hat mich gelehrt, immer professionell zu sein. Ich werde meine Spieler natürlich nicht hintergehen." Doch seine Aussagen lassen sich gerne auch anders interpretieren – wie etwa eine nach dem Sieg gegen den FC Barcelona vor einem Monat: "Real Madrid wird Meister sein, aber ein Mann aus Malaga hat daran einen großen Anteil." Fragt sich, ob er Isco oder sich selbst meint.