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Tech

Dieses Fahrrad kann nicht gestohlen werden, ohne dass es zerstört wird

Chilenische Nachwuchs-Ingenieure entwickeln ein nicht-klaubares Fahrrad, das du abschließt, in dem du seinen Rahmen um einen Baum wickelst.

von Christine Kewitz
27 August 2014, 9:23am

Bild: YERKA

Update 5.3.2015: Am 4. März haben die chilenischen Yerka-Entwickler ​ihre Crowdfunding-Kampagne gestartet und schon nach weniger als einem Tag fast die Hälfte der angepeilten 50.000 Dollar erreicht.

Smarte Fahrräder und smarte Fahrradschlösser sind geniale Erfindungen und verbinden das Internet der Dinge mit dem guten alten Drahtesel. Doch nicht jeder will sein Leben komplett digitalisieren und selbst das intelligenteste Fahrrad oder Schloss kann gehackt werden. Wenn eine Rohrzange nicht mehr ausreicht, dann tut es eben—wie im Falle des Smart-Schlosses Sky-Lock—schon ein recht einfacher Bluetooth-Hack.

Drei durch zahlreiche Fahrraddiebstähle frustrierte Ingenieursstudenten der Adolfo Ibáñez University in Chile verwandeln mit dem YERKA-Bike nun das gesamte Fahrrad, besser gesagt den Rahmen, in ein Schloss. Wird also das „Schloss" aufgebrochen, ist gleichzeitig das gesamte Rad unbrauchbar und somit uninteressant für den Dieb.

Um das Rad anzuschließen, benötigst du allerdings einen passenden Baum oder eine Straßenlaterne. Dann öffnest du den Rahmen an einer Stelle, windest ihn um den Pfeiler, ziehst den Sattel mitsamt Stange aus der Halterung und verankerst diese wie einen Keil im Rahmen. Der Dieb müsste also schon den Baum fällen, um dein Gefährt unbeschadet mitzunehmen.

Was in der Erklärung kompliziert klingt, ist eigentlich kinderleicht, wie das Video eines Prototypen veranschaulicht:

„Unsere Version wiegt genauso viel wie ein herkömliches Fahrrad", erzählt José Monsalve, einer der Erfinder, gegenüber CoExist. "Mit unserer Technologie wollen wir Radfahren so komfortabel und sicher wie möglich machen, während das ausgefeilte Design eines traditionellen Fahrrads erhalten bleibt."

Die Ingenieure bringen scheinbar die nötige Kombination aus persönlicher Vorbelastung durch Diebstähle, Fahrradleidenschaft und gefundener Marktlücke mit. Ihre nächste, angekündigte Erfindung soll auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ihr nächstes Ziel sind diebstahlsichere Reifen. Auch wenn es schon Unternehmen gibt, die zu diesem Zweck zum Beispiel „unaufdrehbare" Schrauben entwickeln, wollen die YERKA-Jungs ihre eigene, vielleicht noch geschicktere Lösung finden.

Bild: YERKA

„Unsere Idee ist es, jede einzelne Komponente so sicher zu machen, dass du dein Fahrrad parken und dir sicher sein kannst, dass kein einzelnes Teil davon gestohlen wird.", sagte Monsalve. Ich fände es beruhigend, mein Rad guten Gewissens draußen abzustellen und es später in voller Schönheit wieder abholen zu können—und wenn ich nicht mehr ständig ein schweres Sicherheitsschloss mit mir herum schleppen müsste, wäre dies auch ein echter Komfortgewinn.

Auf der YERKA-Seite kannst du als Fahrradenthusiast über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufen bleiben, und wenn es nach den Erfindern geht auch das Projekt ordentlich verbreiten. Ende des Jahres soll dann die Finanzierung per Kickstarter erfolgen.