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Ross Ulbrichts erster Gefängnisbrief: „Ich werde die Hoffnung niemals aufgeben.“

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Silk-Road-Administrator meldet sich erstmals öffentlich aus dem Gefängnis zu Wort und bittet um finanzielle Unterstützung für sein Berufungsverfahren.
9.7.15
Bild: Free Ross

Ross Ulbricht hat sich erstmals öffentlich aus dem Gefängnis zu Wort gemeldet, seit er im Mai als Administrator von Silk Road zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe als verurteilt wurde.

Die Mutter des 31-Jährigen, die eine Spendenkampagne für ihren Sohn organisiert, hat am Montag einen von Ross geschriebenen Brief auf ihrem Blog veröffentlicht. Darin richtet er sich an die Organisatoren und Teilnehmer des Porcfests, einem in jedem Jahr stattfindenden liberitären Polit-Treffen, an dem Ross in der Vergangenheit scheinbar ebenfalls teilgenommen hat.

„Es tut mir leid, aber ich werde es dieses Jahr nicht schaffen", schreibt Ulbricht. „Leider ist das Worst-Case-Szenario eingetreten und ich wurde dazu verurteilt, den Rest meines Lebens im Gefängnis zu verbringen. Als ewiger Optimist werde ich die Hoffnung auf eine Freilassung niemals aufgeben."

Zwei Sätze des Briefes wurden vor dem Upload unkenntlich gemacht und mit einem anderen Wortlaut ersetzt. Laut Lyn Ulbricht seien dafür rechtliche Gründe verantwortlich: „Einige Begriffe mussten auf Bitte des Anwalts geändert werden", schrieb sie auf Facebook. „Dabei ging es nur um semantische Details und die falsche Nutzung juristischer Begriffe, nicht um eine Änderung des Inhalts. Leider gab es vor dem Porcfest keine Zeit, Ross den Text noch einmal schreiben zu lassen."

Im Februar 2015 wurde Ulbricht zu zweimal Lebenslang verurteilt, da das Gericht es als erwiesen ansah, dass er den Darknet-Schwarzmarkt Silk Road aufgebaut und betrieben hatte. Innerhalb von drei Jahren soll der Marktplatz über 160 Millionen Euro umgesetzt haben.

Ross hat gegen das Urteil bereits Berufung eingelegt und nutzt den Brief als Gelegenheit, um nach weiteren Spenden für seine Verteidigung zu bitten: „Ohne eure Spenden sind unsere Möglichkeiten begrenzt." Seine Unterstützungskampagne konnte bereits 335.000 der angestrebten rund 600.000 Euro einsammeln.

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„Ich hoffe, mein Fall wirft ein wenig Licht auf die Probleme vor denen wir heute stehen. Es gibt viele Herausforderung, aber bitte verzweifelt nicht daran, was mir passiert ist. Steht weiterhin für Freiheit und den Schutz unserer Rechte ein. Kämpft für eure Freiheit. Eines Tages werden wir gewinnen."