TV-Show

Lieblingsimbiss ausgeraubt: Die Leiden des Frank Rosin

Der Sternekoch hat Ärger. Und mehr als genug davon.
13.1.17
Bild via Imago.

Frank Rosin kommt am frühen Morgen, wie ein Einsatzkommando der Polizei. Es gab keine Verabredung. Christofer Zinser hat kaum geschlafen, eigentlich arbeitet er noch als Bäcker. Jetzt will er Gastronom sein. Um zwei Uhr in der Früh beginnt Zinsers Arbeit, 11 Uhr geht er wieder nach Hause, zwei Stunden ruht er sich aus, dann geht es in den neuen Laden, den er erst seit zwei Monaten besitzt. Der „Burgerteufel" soll seine Zukunft sein, der Chef in der Bäckerei geht bald in Rente, er verkauft schon die Maschinen. Von der „Nebenbeschäftigung" hat Zinser seinem aktuellen Boss noch nichts erzählt. Zu dem Raub kommen wir später, dieser Umweg muss sein. Etwas Geduld, bitte.

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Vor kurzem erst hat Christopfer Zinser einen Laden in Solingen eröffnet, den „Burgerteufel". Jemand aus seinem Umfeld meldete sich schon im zweiten Monat bei „Rosins Restaurant", der Sendung, in der sich der zwei Sterne Koch in Läden engagiert, die Probleme haben. Rosin kommt also, um sich den Laden anzusehen.

Doch Frank Rosin mag seinen Laden nicht, von Anfang an ist er im Burgerteufel hart genervt. Seine volksnahe Currywurst isst der Sterne Koch woanders. In dem alten Laden seiner Mutter, dem „Glückauf-Grill" in Dorsten. Der wurde nun ausgeraubt, die Tageseinnahmen von 900 Euro geklaut, die BILD schickt einen Reporter. Doch Rosin leidet noch aus einem anderen Grund.

Nerven brauche man hier, meint Rosin im Burgerteufel, ist sicher im restlichen Leben auch recht hilfreich, das Testessen im Laden beginnt. 20 Leute kommen herein, Zinser schwimmt von Beginn an, der Laden riecht sofort nach Fett. Der Rauch zieht nicht richtig ab, bald riecht es verbrannt, ein wenig später gehen die Rauchmelder an. „Rose", wie sich Rosin selber anspricht, sieht seinen schwersten Fall. Einen Mentalcoach braucht es mindestens (Rosin kennt da jemanden), denn als er auf einen vegetarischen Burger Mayo statt Guacamole streicht, wie es bestellt war. Er ist besiegt: „Es ist vorbei. Das war es für mich hier. Mein Essen war absolute Scheiße." Die Produktion legt gezupfte Gitarren darunter, Bastille, „Two Evils": „This is a game, no wrongs, no right / Only a winner and a loser"

Zinser weint bitterlich, das Essen kommt reihenweise zurück, es ist verbrannt oder nicht durch, es geht nicht wieder raus, die Mayonnaise auf den Tischen der Gäste trocknet ein, sie brechen ab. Eine „Schlammschacht" nennt Rosin den Versuch, Zinser stellt sich vor seine Gäste, sagt, dass er dem nicht gewachsen ist, bekommt Applaus und null Punkte für den Test. „Die tun mir leid", sagt Rosin nach dem Testessen in die Kamera, „aber von Potenzial ist hier gar nicht die Rede."

Er tue das aus Nächstenliebe, sagt „Rose" später in der Sendung, danach ist Zinser wütend. Während er in dem Facebook-Post oben noch versöhnlich ist, sagt er in einem Interview mit dem Express: „Das war von Anfang an eine schlechte Idee. Wenn mich ein Kollege fragen würde, ob er Rosin einladen soll, würde ich jedem abraten. Ich habe von ihm keinen einzigen sinnvollen Tipp bekommen. Er mag zwar kompetent sein, aber hat mit mir auch nur geredet, wenn die Kamera an war. Der wollte nur seine Show abziehen." Rosin habe sogar das Fleisch, über das er sich beklagte, selbst mitgebracht.

Rosin dazu: „Es gibt immer die Phase, in der die Leute anfangen, mich zu hassen, aber letzten Endes sind sie sehr dankbar für die Unterstützung und vergießen manchmal auch Tränen". Vielleicht sollte man diejenigen, die dem Koch seinen liebsten Imbiss räuberten, nicht der Polizei überstellen, sondern Frank Rosin persönlich.