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Maskottchen

Das Anforderungsprofil für das hässlichste Maskottchen der Welt

Das Maskottchen eines schottischen Erstligisten sucht aktuell ein neues Ich. Als „dementer Sonnengott” musst du aber mit Fans im Selfiewahn umgehen können und fingerfertig wie ein Italiener sein.
6.7.16
Kingsley, das wohl hässlichste Maskottchen der Welt. Foto: Wikimedia

Die Welt der Maskottchen ist bunt, es gibt niedliche, alberne, ja sogar lebende (Gruß an den Effzeh). Und dann gibt es Kingsley. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, doch was das Maskottchen des schottischen Erstligisten Partick Thistle betrifft, kann sich sein Schöpfer nur gedacht haben: Ich mach das Ding so hässlich wie möglich. Augenkrebserregendes Gelb? Check! Debil-diabolischer Blick? Check! Zahnlücke ohne Grund? Check!

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Der Schöpfer hat auch einen Namen, David Shrigley. Der wurde 2013 für einen renommierten Kunstpreis (Turner Prize) nominiert. Doch für sein Maskottchen-Werk findet die Fachwelt gar keine rosigen Worte: „furchterregend", „markerschütternd" oder „dementer Sonnengott"—der Kunstkritiker Jonathan Jones schrieb im Guardian sogar, Kingsley erinnere ihn an die „Wut des Caliban, der sein eigenes Gesicht im Spiegel entdeckt". Ouch.

Aber noch viel wichtiger: Kingsley braucht wieder jemanden, der sein Inneres ausfüllt und die Bewohner Glasgows erschreckt. Denn laut BBC-Informationen hat der Gentleman, der bisher im Maskottchen gesteckt hat, gekündigt, weil er demnächst Vater wird (und wahrscheinlich nicht will, dass seine Kinder in spe ihren Daddy mit einem Schreckensgespenst verbinden). Also Freunde und Freundinnen, jetzt seid ihr dran! Ihr fragt euch, was ihr nach dem Abi, nach dem Studium oder between jobs machen sollt? Das hässlichste Maskottchen der Welt werden! Hier ist eine Jobbeschreibung, gescreenshotet von der Vereins-Homepage:

Also, ein bisschen musst du schon was draufhaben. Du musst zum Beispiel älter als 16 sein. Du musst mit deinen Händen komplexe Botschaften vermitteln können (Italiener scheinen hier im Vorteil zu sein). Du musst—etwas freier übersetzt—die Bereitschaft haben, dich vor Tausenden Leuten zum Affen zu machen. Und vor allem darfst du keine Allergie gegen Fans im Selfiewahn haben. Dafür winkt dann aber auch der „best job in the world". So, jetzt noch ein Blick auf die gewünschten Anforderungen:

Wir fassen mal kurz zusammen: Gewisse Maskottchen-Erfahrung sollte man mitbringen, bei Maskottchen-Rennen werden Siege erwartet, ebenso die Bereitschaft, für Interviews und Fotoshootings bereitzustehen. Dafür gibt es aber auch eine Dauerkarte bei Partick Thistle. Wenn das nichts ist!