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Rassismus

Antonio Rüdiger wurde von Lazio-Spieler auf italienische Weise rassistisch beleidigt

Lazio-Spieler Senad Lulic zeigte sich nach der Derby-Pleite als schlechter Verlierer. Vorausgegangen war eine harmlose Derby-Frotzelei des deutschen Nationalspielers.
Foto: Imago

Das römische Derby ist gespielt, die Roma hat das stadtinterne Duell mit 2:0 für sich entschieden. Doch für Schlagzeilen sorgt vor allem eine Äußerung von Lazio-Mittelfeldspieler Senad Lulic über den deutschen Nationalspieler und Italien-Legionär Antonio Rüdiger. Denn die kann man getrost als rassistisch bezeichnen.

Nach der Pleite wurde der Bosnier auf Rüdiger angesprochen und meinte daraufhin:

Vor zwei Jahren hat er in Stuttgart noch Socken und Gürtel verkauft, jetzt macht er einen auf Phänomen. Es ist aber nicht seine Schuld, sondern die seines Umfeldes, das dabei zuschaut, wie er unhöflich ist.

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Gürtel und Socken verkaufen an italienischen Stränden häufig schwarze Flüchtlinge aus Afrika. Lulic' Aussage ist also klar rassistisch konnotiert, und zwar waschechter Rassismus alla italiana: Rüdiger ist schwarz, also muss er in Stuttgart Klamotten vertickt haben.

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Vorausgegangen war ein Rüdiger-Interview vor dem Derby, bei dem der Ex-Stuttgarter über Lazio meinte, dass er den Klub nicht kennen und Lazio ihn auch nicht interessieren würde. Natürlich war auch die Aussage von Rüdiger reine Provokation. Doch während man diese noch locker als typische Derby-Frotzelei abtun kann, ist Lulic' Aussage unterste Schublade.

Rüdiger selbst und der AS Rom wollten sich nicht zu dem Vorfall äußern, Roma-Coach Spalletti meinte nur: „Seine Worte sprechen für sich", während sich Lazio von Lulic' Worten distanzierte.

Die nächste Image-Beule für den calcio italiano im Allgemeinen und Lazio im Besonderen war da aber schon längst in trockenen Tüchern.

Übrigens könnte Lulic' Entgleisung dem Spieler und dem Verein teuer zu stehen kommen. Denn sollte der Verband entscheiden, dass es sich bei seiner Rüdiger-Aussage um eine Beleidigung „rassistischer Prägung" handelt, droht ihm nach italienischen Medienberichten eine Sperre von zehn Spielen oder mehr. Würde er die Strafe verkürzen wollen, müsste er Sozialarbeit verrichten. Wollen wir für den italienischen Fußball hoffen, dass sie das hässliche Kind beim Namen nennen.