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Ein historischer Abriss der gescheiterten CL-Bemühungen von Red Bull Salzburg—UPDATE

Zehnmal angetreten, zehnmal gescheitert – Red Bull Salzburg hat schon wieder die Qualifikation für die Champions League verpasst. Nicht nur der luxemburgische Meister F91 Düdelingen war in der Vergangenheit eine Nummer zu groß.

von Markus Hofmann
03 August 2017, 8:35am

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Red Bull Salzburg und Champions League, das soll einfach nicht sein. Auch in diesem Jahr hat es der Brauseklub aus Österreich wieder nicht geschafft, sich für die Gruppenphase der Königsklasse zu qualifizieren. Wie schon im Vorjahr und im Jahr davor und wiederum ein Jahr davor....und so weiter und sofort...die Liste des Scheiterns von RB Salzburg in der Champions-League-Quali zieht sich mittlerweile ewig.

Gestern feierten die Bullen aus Salzburg also Zehnjähriges mit der Nicht-Qualifikation für die CL. Und das war gar nicht mal so romantisch. Diesmal war der Gegner der kroatische Sensationsmeister HNK Rijeka. Schon im Hinspiel konnten die Kroaten einen wichtigen Auswärtstreffer erzielen, der schlussendlich entscheidend für das Weiterkommen war. Zwar konnte Salzburg im Hinspiel noch ausgleichen, allerdings brachten sie im Rückspiel keinen Treffer zustande. Trotz fünf Minuten Nachspielzeit blieb die Defensive von Rijeka stabil. Vielleicht wollten die Spieler von Salzburg auch einfach das Aufeinandertreffen mit Schwesternclub Leipzig in der Champions League vermeiden. Auf jeden Fall darf sich Salzburg somit zum Jubiläum von zehn (!) vergeigten Qualifikationsversuchen seit der Übernahme durch Red Bull beglückwünschen.

So blieb es also beim ingesamt zehnten Versuch in den vergangenen elf Jahren. Wie konnte das passieren? Wurde uns nicht beigebracht, dass Geld Tore schießt? Grund genug, mal einen Blick in die Fußballgeschichtsbücher zu werfen und zu schauen, gegen wen die Bullen aus Salzburg jeweils das Nachsehen hatten. So viel sei gesagt: Einige „Schmankerl" sind dabei!

Saison 2006/07: Red Bull Salzburg - FC Valencia (1:0, 0:3)

Angefangen hat die tragische Geschichte in der Saison 2006/07, als man unter einem gewissen Giovanni Trapattoni und dessen Assistenztrainer Lothar Matthäus in der 3. Qualifikationsrunde gegen den FC Valencia ausschied (0:3 auswärts nach einem 1:0-Heimsieg).

Saison 2007/08: Red Bull Salzburg - Schachtar Donezk (1:0, 1:3)

Aber auch ohne Loddar Matthäus wollte es nicht besser laufen, so dass auch in der Saison 2007/08 der Sprung in die Gruppenphase der Champions League verpasst wurde. Endstation diesmal: Schachtar Donezk in der 3. Qualifikationsrunde.

Saison 2009/10: Red Bull Salzburg - Maccabi Haifa (1:2, 0:3)

Unter dem neuen Trainer Huub Stevens versuchte man in den Play-offs der Saison 2009/2010 sein Glück gegen Maccabi Haifa. Doch gegen den israelischen Vertreter verloren die Salzburger zuhause 1:2 und auswärts 0:3, so dass mal wieder nur der schon mehr als vertraute Trostpreis UEFA Cup bzw. Europa League auf die Bullen wartete.

Saison 2010/11: Red Bull Salzburg - Hapoel Tel Aviv (2:3, 1:1)

Auch im Folgejahr war für Huub und seine Mannen gegen einen israelischen Verein Schluss. In den Play-offs schied man gegen Hapoel Tel Aviv nach einer 2:3-Niederlage in Salzburg und einem 1:1 im Rückspiel aus.

Saison 2012/13: F91 Düdelingen - Red Bull Salzburg (1:0, 3:4)

Unter ihrem neuen Cheftrainer Roger Schmidt wurde den Bullen in der 2. Qualifikationsrunde die Halbprofi-Mannschaft des luxemburgischen Meisters F91 Düdelingen zugelost. Nach einer peinlichen 0:1-Auswärtsschlappe konnte Salzburg das Ausscheiden zu Hause nicht mehr verhindern, auch wenn sie das Spiel nach einem 0:1- bzw. 2:3-Rückstand noch zu einem 4:3-Sieg umbiegen konnten. Neben der Blamage der österreichischen Nationalmannschaft gegen die Färöer von 1990 gilt dieses Ausscheiden als eine der bittersten Niederlagen in der österreichischen Fußballgeschichte.

Saison 2013/14: Red Bull Salzburg - Fenerbahçe Istanbul (1:1, 1:3)

Auch in der Saison 2013/14 hielt der Champions-League-Fluch an. In der 3. Qualifikationsrunde schieden die Salzburger nach einem 1:1 im Hinspiel und einem 1:3 im Rückspiel gegen Fenerbahçe Istanbul aus.

Saison 2014/15: Red Bull Salzburg - Malmö FF (2:1, 0:3)

Im Mai 2014 wurde Adi Hütter als neuer Trainer vorgestellt. Er galt als Wunschtrainer von Sportdirektor Rangnick. Doch auch unter seiner Ägide—und in ihrem insgesamt siebten Anlauf—war es den Bullen nicht vergönnt, endlich mal die Gruppenphase der Königsklasse zu erreichen. In den alles entscheidenden Play-Off-Spielen gegen den schwedischen Meister Malmö FF gewann man zwar das Hinspiel vor heimischer Kulisse mit 2:1, verlor jedoch in Schweden mit 0:3.

Saison 2015/16: Red Bull Salzburg - Malmö FF (2:0, 0:3)

Wie schon im Vorjahr war gegen den schwedischen Meister Malmö FF Schluss, und das obwohl Salzburg der glasklare Favorit war. Das Hinspiel konnte zu Hause zwar mit 2:0 gewonnen werden. Aber die Krux lag wieder einmal im Rückspiel. Obwohl die Bullen ab der 64. Minute in Überzahl spielen konnten, gelang es ihnen nicht einen Sieg einzufahren. Das Zünglein an der Waage waren vor einem Jahr zwei ehemalige Bundesligaspieler, denn nach dem 1:0 durch den früheren Augsburger Nikola Djurdjic konnte der ehemalige Bremer Markus Rosenberg auf 2:0 erhöhen (Vladimir Rodic versetzte den Bullen dann noch vor der Pause den Todesstoß).

Saison 2016/17: Red Bull Salzburg - Dinamo Zagreb (1:1, 1:2)Saison 2017/18: Red Bull Salzburg - HNK Rijeka (1:1, 0:0)

Nach einem Unentschieden (1:1) im Hinspiel in Zagreb war sowohl für RB Salzburg, als auch für den Gegner Dinamo Zagreb alles offen. Der Führungstreffer des Lazaro in der 23. Minute konnte das Team von Óscar García Junyent nicht über die Zeit zu bringen. Kurz vor Schluss drohte sich das Drama der vergangenen Jahre zu wiederholen. In der 87. Minute netzte Zagreb-Spieler Junior Fernandes ein und stellte den Salzburgern das Bein. Das Spiel ging in die Verlängerung, in der der Treffer des Dynamo-Spielers Soudani RB schließlich das Genick brach.

Saison 2017/18: Red Bull Salzburg - HNK Rijeka (1:1, 0:0)

Zum zweiten Mal in Folge ist Salzburg an einem kroatischen Verein gescheitert. Auf Zagreb folgte mit HNK Rijeka der Tabellenerste der letzten Saison. Wir sind gespannt, wer nächstes Jahr kommt.