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So entfernst du Nacktfotos sicher von deinem Handy, bevor du es verkaufst

Weil einfach löschen nicht reicht.
12.12.19
Ein iphone zwischen 500-Euro-Scheinen
iphone: imago images / imagebroker
Euro-Scheine: imago images / blickwinkel

Es ist also soweit, endlich hast du genug zusammengespart, um dein runtergerocktes Smartphone gegen ein neues Exemplar auszutauschen. Das alte willst du natürlich verkaufen. Aber weil es dich die letzten Jahre durch dein Leben begleitet hat – Beziehungen, Jobs, Partys – haben sich jede Menge Daten angesammelt. Das Foto von deinem Hintern, den du deinem Freund zeigen wolltest, weil du letztens diesen komischen Ausschlag hattest. Zum Beispiel.

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Deswegen solltest du dein Handy einer kleinen Behandlung unterziehen, damit der Käufer wirklich keinen Zugriff auf deine Daten bekommen kann. Wir haben eine Anleitung für dich geschrieben. Wenn du ein iPhone besitzt: Los geht's. Wenn du ein Android-Smartphone nutzt, scroll doch einfach nach unten, dort findest du die Anleitung für Android.


Auch bei VICE: Skirt Club: Der Nacktfoto-Leak


Das iPhone löschen

Wenn du ein iPhone besitzt, hast du Glück. Im Gegensatz zu vielen Android-Handys behalten Apple-Geräte lange einen hohen Wiederverkaufswert. Selbst sechs Jahre alte iPhones können dir noch 100 Euro einbringen. Falls du den Karton des Handys noch hast: Verkauf den am besten mit, er erhöht den Wert noch mal.

1. Die Uhr muss weg

Wenn du zu den Leuten gehörst, die anstatt einer normalen Uhr lieber eine Apple-Watch nutzen, solltest du sie erst mal von deinem iPhone entkoppeln. Keine Sorge, die Uhr sichert automatisch deine Daten, wenn das passiert. Damit die Trennung funktionieren kann, müssen beide Geräte relativ nah beieinander sein. Leg sie am besten nebeneinander auf einen Tisch.

Apple-Watch entkoppeln: Apple Watch App öffnen > Tab "Meine Uhr" > i-Knopf drücken > Apple Watch entkoppeln

2. Sichern ist sicher

Auch wenn du verhindern willst, dass Fremde Zugriff auf deine Daten bekommen, solltest du deine Daten zumindest für dich sichern. Falls du einen iCloud-Account hast, kannst du das Backup einfach im iPhone starten. Stelle nur sicher, dass du dafür in einem W-Lan-Netz bist. Ansonsten kannst du dein iPhone auch immer mit iTunes sichern.

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Backups erstellen: Einstellungen > Apple-ID > iCloud > iCloud-Backup > Backup erstellen

3. Abmelden von Apple-Services

Melde dich lieber von allen Apple-Konten ab, mit denen du auf deinem iPhone angemeldet bist. Ansonsten könnten Daten, die du eigentlich vorher gesichert hast, in den nächsten Schritten gelöscht werden.

Apple-ID:

Falls du iOS 10.3 oder neuer benutzt: Einstellungen > Apple-ID > Abmelden
Falls du iOS 10.2 oder älter benutzt: Einstellungen > iCloud > Abmelden > "Von meinem iPhone löschen" > Einstellungen > iTunes & App-Store > Apple-ID > Abmelden

Außerdem ganz wichtig, die Nachrichten:

Einstellungen > Nachrichten > Schieberegler "iMessage" auf "Aus"

4. Fotos und Apps einzeln löschen – Sisyphos gefällt das

Dieser Schritt kann, je nachdem, wie viele Fotos du gemacht hast, sehr lange dauern. Plane dir deswegen lieber ein bisschen mehr Zeit ein, denn Apple bietet keine Möglichkeit, alle Fotos auf einmal zu löschen. Sieh es als Übung in Geduld und feiere es als einen Abschluss mit deiner Vergangenheit.

5. Falls du iMessages nicht mehr brauchst

Solltest du auf ein Nicht-Apple-Gerät umsteigen, lösche deine Handynummer am besten noch bei Apple. Dafür gehst du auf diesen Link und folgst den Anweisungen, ganz so, wie du es hier auch machst.

6. Der große rote Knopf: Factory Reset machen

Endlich ist es so weit. Du kannst nun endlich den von Apple eingebauten Rücksetzknopf drücken. Wenn du "Finde mein Gerät" eingestellt hast, was du nicht unbedingt tun solltest, und eine Bildschirmsperre, was du unbedingt tun solltest, brauchst du dir keine Sorgen machen. Beides wird automatisch ausgeschaltet, sobald du den Reset-Knopf drückst.

Factory-Reset: Einstellungen > Allgemein > Zurücksetzen > "Alle Inhalte & Einstellungen löschen"

Das Handy wird jetzt eine Weile vor sich hin rödeln. Da Apple die Geräte mit einer sehr starken Verschlüsselung verkauft, brauchst du jetzt auch keine Sorgen zu haben, dass jemand sich an deinem Gerät zu schaffen macht und deine alten Nacktfotos ausgräbt. Und vergiss nicht die SIM-Karte herauszunehmen, bevor du das Handy verkaufst.

Das Android-Smartphone löschen

Android-Geräte haben immer noch die größte Verbreitung, auch wenn es manchmal anders wirkt. Weil aber viele Hersteller ihre eigene Version des Google-Betriebssystems entwickeln, kann es sein, dass manche Einstellungen etwas anders heißen.

1. Deine Daten fühlen sich sicher bei dir

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Auch für Android gilt: Auch wenn du das Handy verkaufst, solltest du ein Backup vorher machen. So kannst du dein neues Handy gleich mit den Daten des alten füttern.

Backup: Einstellungen > System > Backup

2. Diebstahlschutz ausschalten: Bitte nicht verlieren

Weil Handys sehr oft geklaut werden und dann einfach auf dem Schwarzmarkt landen, hat sich Google etwas einfallen lassen, um es den Dieben wenigstens etwas schwerer zu machen. Die sogenannte "Factory Reset Protection" verhindert, dass dein Gerät ohne deine Zustimmung einfach zurückgesetzt werden kann.

FRP ausschalten: Einstellungen > Sicherheit oder Bildschirmsicherheit > Bildschirm-lock-Schalter auf "Aus"

3. Aus Google ausloggen

Normalerweise fordert dein Handy dich oft genug auf, dich irgendwo einzuloggen. Google, Facebook, Instagram und TikTok, alle wollen dein Handy mit deinem Profil verbinden. Keine Sorge, du musst nicht jede App einzeln durchgehen und dich ausloggen. Aber weil es so einfach ist und schnell geht, solltest du dich zumindest aus dem Google-Konto ausloggen. So verhinderst du auch, dass eventuell beim Reset Daten aus deinem Backup gelöscht werden.

Aus Google ausloggen: Einstellungen > Nutzer und Accounts > "Accounts entfernen"

4. Verschlüsselung einschalten: Deine Haustür schließt du ja auch ab

Achtung, jetzt wird es wichtig. Weil bei einem einfachen Zurücksetzen nicht unbedingt alle Daten gelöscht werden und man mit bestimmten Werkzeugen viele Daten wieder zurückholen kann, musst du dein Gerät verschlüsseln. So kann die neue Besitzerin, selbst wenn sie es wollte, nicht auf die Daten zugreifen. Bei neueren Android-Versionen ab 6.0 Marshmallow ist die Verschlüsselung übrigens standardmäßig eingeschaltet.

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Verschlüsseln: Einstellungen > Sicherheit > Verschlüsselung & Zugangsdaten > Verschlüsselung auf "An"

5. Falsche Daten hochladen: Endlich ein Grund, wahllos Videos herunterzuladen

Falls du zu denen gehörst, die wirklich ganz sicher gehen wollen – vielleicht hast du nicht ganz legale Dinge mit deinem Handy gemacht und fühlst dich von der NSA verfolgt –, ist es sinnvoll, eventuelle Datenreste zu überschreiben. Lad dafür einfach wahllos Videos auf dein Handy. Du kannst zum Beispiel hier die letzte Folge Bares für Rares runterladen.

6. Der große rote Knopf, Episode 2: Die Rache der Androiden

Du hast dir viel Mühe gegeben, deine Spuren auf deinem Handy zu zerstören. Nun ist es an der Zeit, das Handy zu resetten.

Reset: Einstellungen > Backup & Reset > Fabrikeinstellungen

7. Lass Google dein Handy vergessen

Vielleicht vergisst du dein altes Handy sehr schnell, wenn deine Finger über das neue Display streichen, aber Google vergisst nicht. Deswegen solltest du dein Handy von deinem Account löschen. Gehe dafür auf die Google-Geräteverwaltung, drücke auf die drei Punkte und melde das Gerät ab.

Egal welches Gerät du verwendet hast, jetzt ist es bereit, an den nächsten Besitzer zu gehen. Deine Fotos und Accounts sind jetzt vor Diebstahl sicher. Und du hast ein bisschen Geld verdient.

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