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Panama Papers: Messi und ein ranghohes FIFA-Mitglied sollen Gelder verheimlicht haben

Seit gestern sorgen die Enthüllungsdokumente „Panama Papers" für kalten Schweiß bei Regierungschefs und Funktionären. Auch der Sportwelt droht ein großer Skandal. Mal wieder mittendrin: Messi und die FIFA.
4.4.16
Juan Pedro Diamani, arriving for meetings with the Uruguayan government in 2014 to solve issues of violence in the country's stadiums. Photo by European Pressphoto Agency's Iván Franco.

Seit gestern Abend bestimmen die „Panama Papers" die internationale Berichterstattung. Neben Politikern, Diktatoren, Waffenhändlern und Superreichen scheint auch die Sportwelt in das obskure Netzwerk aus Verdunklungs- und Verschleierungspraktiken über Briefkastenfirmen in Panama verwickelt zu sein. Unter den Beschuldigten ist—welch' Überraschung—auch ein hochrangiger FIFA-Funktionär, der zu allem Überfluss Mitglied der Ethikkommission ist. Und dann wäre da noch der Name eines absoluten Superstars, der in Spanien eh schon mit Vorwürfen der Steuerhinterziehung zu kämpfen hat: Lionel Messi.

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Bei dem betroffenen FIFA-Funktionär soll es sich um den Uruguayer Juan Pedro Damiani handeln, der neben seiner Tätigkeit in der Ethikkommission als Anwalt arbeitet. Ihm kann Medienberichten zufolge eine Verbindung zu dem früheren FIFA-Vizepräsidenten und im Korruptionsskandal geständigen Eugenio Figueredo nachgewiesen werden. Laut BBC-Angaben soll Damianis Anwaltskanzlei mindestens sieben von Figueredos dubiosen Offshore-Firmen in Rechtsfragen beraten haben. Außerdem soll aus den „Panama Papers" hervorgehen, dass Damiani Geschäftsbeziehungen zu den ebenfalls im FIFA-Skandal verstrickten argentinischen TV-Rechtehändlern Hugo und Mariano Jinkis gepflegt hat.

Auch wenn die „Panama Papers noch nicht beweisen, dass Damiani durch seine Zusammenarbeit mit Figueredo gegen das Gesetz verstoßen hat, deuten die Enthüllungen doch zumindest auf mangelnde Transparenz und einen Interessenkonflikt hin.

Ein Sprecher der Ethikkommission bestätigte gegenüber der dpa, „dass wir eine sogenannte Voruntersuchung in die Wege geleitet haben".

Und dann wäre da noch Messi—der Zauberflo, der langsam, aber sicher Riesenprobleme mit der Justiz bekommen könnte. In Spanien ist er schon vor einigen Jahren ins Visier der Steuerfahnder geraten, weil er die Rechte an seinen Bildern zum Schein an verschiedene Briefkastenfirmen übertragen haben soll, um so den spanischen Fiskus ins Leere laufen zu lassen. In den aktuellen „Panama Papers" geht es jetzt um die Firma Mega Star Enterprises, in deren Verträgen sein Name samt Unterschrift auftauchen. Gut möglich, dass Messi auch in diesem Fall den Messi macht (oder den Beckenbauer) und wie in seinem Steuerhinterziehungsprozess einfach erklärt: „Ich schaue nicht, was ich unterschreibe. Wenn mein Vater es sagt, unterschreibe ich mit geschlossenen Augen."

Man könnte auch sagen: Messi for FIFA President 2036!