Lernphase

Student kriecht durch das Lüftungssystem seiner Uni, um einen Test zu klauen

Wie bei 'Mission: Impossible' nur ... irgendwie doch nicht.
Drew Schwartz
Brooklyn, US
5.5.17
Foto: Imago | United Archives

Am frühen Mittwochmorgen, als sich die Straßen des beschaulichen Lexington im US-Bundesstaat Kentucky geleert hatten und die meisten rechtschaffenen Einwohner friedlich in ihren Betten schlummerten, begann Henry L. mit seinem perfiden Plan.

Wie der Lexington Herald-Leader berichtet, schlich sich der Student der University of Kentucky gegen Mitternacht auf das Campusgelände. Dort schaffte er es irgendwie, sich in das Lüftungssystem des fünfstöckigen Gebäudes zu zwängen. Gekonnt fand er sich in dem Labyrinth zurecht und kam schließlich über dem Büro seines Dozenten im dritten Stock an. Dort ließ er sich von der Decke herunter, schlich zur Tür und ließ seinen Komplizen und Kommilitonen Troy K. zur Verstärkung herein.

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Phase I war erfolgreich abgeschlossen. Jetzt mussten sie nur noch die Statistikprüfung finden und unbemerkt wieder entkommen. Gegen 1:30 Uhr stand allerdings plötzlich ihr Dozent John Cain vor der Tür. Er hatte eine Nachtschicht eingelegt und sein Büro gegen Mitternacht für einen kleinen Snack verlassen. Jetzt war er zurück, konnte aber seine Bürotür nicht öffnen.

Wie Universitätssprecher Jay Blanton dem Leader berichtete, merkte Cain schnell, dass etwas faul war. Lautstark drohte er, die Polizei zu rufen. Kurz darauf riss jemand die Tür auf und zwei junge Männer rannten an ihm vorbei, den Gang runter und aus dem Gebäude.


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Nachdem die Polizei eingetroffen war, ging der Ethan-Hunt-Wannabe reumütig zurück zu seinem Dozenten und gestand den Einbruch. Er erklärte, dass er durch das Lüftungssystem in das Büro gekommen wäre – und das nicht zum ersten Mal. Nicht nur sei er bereits früher im Semester auf die gleiche Art an die Unterlagen für eine andere Prüfung gekommen. Er hätte sich außerdem bereits wenige Stunden zuvor durch die Lüftungsschächte in Cains Büro geschlichen, dort die Unterlagen aber nicht finden können.

L. und K. müssen sich jetzt vor Gericht wegen Einbruchs verantworten. Die Universität untersucht derweil, wie die Studenten ihre Tat überhaupt durchführen konnten, die – so beeindruckend sie sich auch anhört – mehr Jackass und weniger Mission: Impossible gewesen sein dürfte.

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