Erstklassige Steaks und Whisky passen einfach verdammt gut zusammen
Foto mit freundlicher Genehmigung von Marcella Thompkins
Whisky

Erstklassige Steaks und Whisky passen einfach verdammt gut zusammen

Wenn du dein Geld für ein paar glückliche Minuten kulinarischer Ekstase auf den Kopf hauen willst, gehören dicke Steaks und feine Whiskys zu den besten Optionen. Und beide scheinen auch wie füreinander gemacht.
2.9.16

Wenn du dein Geld für ein paar glückliche Minuten kulinarischer Ekstase auf den Kopf hauen willst, gehören dicke Steaks und feine Whiskys zu den besten Optionen. Und jetzt gibt es jemanden, der ein Drei-Gänge-Menü anbietet, das diese zwei Kostbarkeiten vereint.

Ob das zu viel ist? Wenn man ein Whisky- und Steak-Kenner (und Liebhaber) ist überhaupt nicht. Lässt es einen mit der Frage zurück, warum man jemals den passenden Wein zum Fleisch gesucht hat?Auf jeden Fall.

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Das Menü mit dem ziemlich passenden Namen „Cut & Whisky" ist eine Idee des brillianten Kochs Andreas Roller des (vielfach unterschätzten) Restaurants Nick & Stef's im Zentrum von L.A.—eines der wenigen Restaurants in L.A., das sein Fleisch selbst trocken reift. Nach dem ich mir das Menü—für 150 Dollar pro Nase—gegönnt habe und mich noch mit dem Koch über die Idee zum Whiskey-Steak-Konzept unterhalten habe, kann ich sagen, dass das Ganze nicht bloß ein Gimmick oder ein nettes Motiv für Instagram ist. Im Gegenteil: Es ist eine bis ins kleinste Detail durchdachte Reise zu den Gipfeln des genussvollen Essens.

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Das merkt man schon, wenn man in ein kleines gegrilltes Stückchen Wagyu mit Marmorierungsstufe A5 von japanischen Rindern aus der Präfektur Miyazaki beißt und dazu einen Schluck Nikka Coffey Grain Whisky aus Japan trinkt. Sobald der süßliche Whisky mit Eichenholznoten das buttrige Restfett des A5-Steaks runterspült, liebt man das Leben einfach. Das Gleiche gilt für das etwas größere Strip-Steak aus dem Roastbeef, das 30 Tage gereift ist, und einem Nosing-Glass mit Blanton's Kentucky Bourbon. Oder für das Rib-Eye-Steak aus amerikanischem Kobe-Rind zusammen mit einem 12-jährigen Scotch von Highland Park.

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Für das Menü hat sich Andreas Roller von seinen Reisen nach Japan inspirieren lassen—deshalb wohl auch das tsukemono, ein Teller mit verschiedenem eingelegten Gemüse, und der perfekte Koshihikari-Reis, der in „Tiefseewasser" gekocht wurde. Am Telefon erzählt er mir, dass er aus Japan jedes Mal etwas neues zu essen oder trinken mitbringt. Das letzte Mal war es Whisky, was dann zum japanisch angehauchten Whisky-Steak-Menü führte, das anfangs nur den Stammgästen vorbehalten war und nicht auf der Karte stand. Als es jedoch immer beliebter wurde, wurde es Teil des regulären Angebots.

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Der passende Whisky zum Steak? Das hörte sich auch für Andreas Roller anfangs verrückt an, aber irgendwie funktioniert es. Mit dem eingelegten Gemüse soll der Gaumen gereinigt, der Geschmack neutralisiert werden, ähnlich wie das auch der eingelegte Ingwer beim Sushi macht. „Ich habe mich auf das Fleisch konzentriert. Es ist einfach unglaublich, wenn man das Fleisch sozusagen nebeneinander vergleichen und bei Textur und Geschmack jedes Stücks den Unterschied schmecken kann. Wie das Tier gehalten, gefüttert und überhaupt behandelt wird, hat einen großen Einfluss." Er grillt sein Fleisch über japanischer Binchotan-Holzkohle, zum Würzen nimmt er nur Salz und Pfeffer—nichts weiter. Alle Whiskys werden ohne Eis serviert—nicht als Cocktail und auch nicht verdünnt. Alles passt zum japanisch-minimalistischen Stil des Menüs.

„Wir versuchen, es so einfach wie möglich zu halten, sodass die Zutaten für sich selbst sprechen können", meint Roller.

Bei dem Preis ist das Menü natürlich eher etwas für besondere Anlässe, aber er ist auch nicht übertrieben hoch, denn immerhin bezahlt man für ein Pfund A5-Wagyu-Steak gut 140 Euro und eine Flasche des Nikka-Whiskys kostet auch fast 50 Euro.

Ob ich je wieder langweiligen Wein zu meinem Steak trinken kann?