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Sfera Ebbasta ist der heisseste italienische Musikact seit Adriano Celentano

"Vor mir und meinem Erfolg war Trap keine 20 Euro wert. Heute kannst du Millionen machen" – Sfera Ebbasta hat die italienische Rapwelt komplett auf den Kopf gestellt.
Foto: Facebook

Klammheimlich hat sich etwas im Süden zusammengebraut – ein Rap-Hoch, das nun über den Gotthard zu uns ins Land zieht: Italien kann wieder HipHop. Und einen Bärenanteil daran hat der milanesische Rapper Sfera Ebbasta: Er ist der Posterboy der neuen italienischen Rap-Generation, welche die Jugend eines ganzen Landes gerade mit Trap anfixt.

Jetzt will Sfera Ebbasta auch die Schweiz erobern: Am Samstag spielt er im Zürcher Komplex 457 und am kommenden Donnerstag im Fame Club in Basel. Für viele hierzulande dürfte der 24-Jährige aber noch ein unbeschriebenes Blatt sein. Deswegen haben wir uns bei unseren italienischen Kollegen umgehört, was du über Sfera Ebbasta wissen musst. Sie haben folgendes erzählt:

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"Sferas erstes Mixtape XDVR hat in nur wenigen Wochen die italienische Rapwelt komplett auf den Kopf gestellt und mutierte zu einem instant Classic – und das, obwohl er das Mixtape fast komplett alleine produziert und noch kein Label im Rücken hatte. Die Scheibe hat im Nu eine ganze Generation inspiriert. Und auch, wenn "Pizza" und "Mamma Mia" die einzigen italienischen Wörter sind, die du verstehst, bringt dich die Platte zum Durchdrehen – so wie es uns eben ergangen ist.

Sfera Ebbasta war das trojanische Pferd, das einer ganzen Szene den Zugang zur grossen Pop-Welt verschafft hat – seit er bei einem Major unterschrieben hat, versucht jedes Label und jeder Rapper seinem Erfolg nachzujagen. In einem kurzen Instagram-Video hat der Rapper aus Cinisello Balsamo, einer Kleinstadt in der Nähe von Milano, gesagt: "Vor mir und meinem Erfolg war Trap keine 20 Euro wert. Heute kannst du Millionen machen." Trap revolutioniert gerade die italienische Musikindustrie aus dem Underground – in einer Geschwindigkeit, bei der Radios, Charts und Labels nicht mehr mithalten können. Sfera Ebbasta hat die Regeln nicht nur geändert – er schreibt sie gerade neu.

Das grossartige an der neuen Rapgeneration ist, dass sie wieder eine Gemeinschaft ist: Jeder ist mit jedem befreundet und die alte Diss-Manier ist dem Ziel, gemeinsam etwas Grosses zu schaffen, gewichen. So featuren sich die spannendsten italienischen Newcomer und begleiten sich auf Tour – vielleicht kriegt ihr bei Sferas Gig einen Vorgeschmack auf den nächsten italienischen Shit. Gleichzeitig ist Sfera der erste aus seinem Feld, der Props von der alten Rapgarde erhielt und mit Marracash und Guè Pequeno von der milanesischen Crew Dogo Gang einen Track droppte.

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Seit sich die französische Rapcombo PNL für ihr Video zu "Le monde ou rien" ohne Erlaubnis und Props an die lokale Szene an der ikonischen Vele-di-Scampia-Siedlung in Neapel bedienten, hing der Haussegen mit unseren Nachbarn etwas schief. Sfera war der erste Rapper der neuen Generation, der wieder eine Verbindung zu Frankreich aufgebaut und sich dort einen Namen gemacht hat. Zusammen mit seinem Labelbuddy SCH aus Marseille hat er zwei Tracks gemacht, auf denen sie ihre besten Bars und Ad-Libs austauschen.

Sferas Produzent Charlie Charles hat ohne Frage die Art, wie wir in Italien Rap hören, revolutioniert. Das Lustige dabei ist: Sfera und Charlie Charles haben sich auf MySpace kennengelernt – wo der Produzent sich bereits einen Namen gemacht hat. Aber es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Sfera musste seinen heutigen Parner einige mal um einen Beat bitten, bis es zu einer Kollaboration kam. Als sie dann aber zum ersten Mal gemeinsam im Studio waren, entstand eine magische Mischung, die bis heute bestand hat. Heute ist Charlie Charles der gefragteste Produzent Italiens und sogar Übersee wollen sie Beats von ihm."


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