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Japan geht die Butter aus!

Junk-Food-Fans in Japan müssen jetzt ganz stark sein: Dem Land geht nämlich die Butter aus, und das kurz vor Weihnachten. Und als sei die Situation nicht schon schlimm genug: Auch die Pommes-Vorräte werden knapp!
15.12.14
Photo via Flickr user Taryn

Weihnachten steht vor der Tür und schon bald werden in vielen Küchen auf dieser Welt wieder Kuchen, Kekse und Süßigkeiten gebacken, die allesamt eine wichtige Zutat gemein haben: Butter. Doch Japan—ein Land bekannt für Sushi, Miso-Suppe und eine Vorliebe für Desserts nach westlichem Vorbild—stehen dieses Jahr Feiertage bevor, die im Zeichen von weniger (oder zumindest deutlich teurerem) Gebäck stehen könnten.

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Mehreren japanischen und amerikanischen Medienberichten zufolge erlebt Japan aktuell einen vielleicht noch nie da gewesenen Buttermangel. Schuld daran hat ein außerordentlich heißer Sommer, der den Milchkühen des Landes zu schaffen machte und für einen kräftigen Produktionseinbruch sorgte. Denn bei hohen Außentemperaturen droht Kühen ein Hitzschlag, der sich negativ auf ihre Milchproduktion auswirkt (aber nicht nur das, auch die Libido der Tiere wird bei Hitze in Mitleidenschaft gezogen).

Um dieser Krise entgegenzuwirken, drängt Japan seine Milchbauern dazu, die Produktion ordentlich anzukurbeln. Vier große Butterhersteller haben sich schon bereit erklärt, diesen Monat 500 Tonnen extra zu produzieren. Darüber hinaus soll die Einfuhr von Butter gesteigert werden. So werden allein diesen Dezember 7.000 Tonnen importiert.

Doch gerade die zusätzliche Butter aus dem Ausland hat ihren Preis. Dies liegt an der Tatsache, dass zum Schutz der einheimischen Hersteller die zugelassenen Importe von Milchprodukten auf 137.000 Tonnen pro Jahr beschränkt sind. Für jedes Gramm on top werden hohe Zölle fällig—was japanische Verbraucher schon jetzt zu spüren kriegen.

„Die Butterpreise sind in letzter Zeit ordentlich angestiegen. Und butterreiches Gebäck wurde entweder teurer oder—bei gleich bleibendem Preis—kleiner", so Satoko Maeda, eine Hausfrau aus der Nähe von Tokio, im Interview mit dem Wall Street Journal.

In manchen japanischen Supermärkten wird Butter schon rationiert, indem pro Kunde nur noch eine Packung verkauft werden darf. Doch es gibt auch Licht am Ende des Tunnels. Denn sobald die Feiertage erst einmal überstanden sind, sollte sich die Butter-Situation laut japanischen Behördenangaben langsam wieder entspannen.

Doch auch eine andere herrlich fettige Speise könnte diesen Monat für so manchen japanischen Verbraucher in weite Ferne rücken. Arbeitskämpfe an Häfen der US-Westküste führen schon seit Mai zu Lieferschwierigkeiten von amerikanischen Pommes. Ein Fast-Food-Unternehmen, Skylark Co., hat schon angekündigt, eine Notration von 200 Tonnen Pommes einfliegen zu lassen.

So oder so, japanischen Junk-Food-Liebhabern steht ein knüppelharter Monat bevor. Andererseits könnte ein diätischer Dezember in dem 128 Millionen Einwohner starken Land—in dem vor allem die Jüngeren immer häufiger zu Übergewicht neigen, was die japanische Regierung schon zu sehr drastischen Mitteln hat greifen lassen—auch eine Chance auf ein neues Jahr mit weniger Hüftspeck und mehr Lust auf eine gesündere Ernährung darstellen.

Oberes Foto: Taryn | Flickr | CC BY 2.0