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Technologie

Tragbare Technologie erobert die Welt der Früchte

Kagome hat einen Roboter produziert, der dich beim Laufen von deinen Schultern aus mit Tomaten füttert und Dole hat LEDs und Sensoren in eine „tragbare" Banane eingebaut.

von Hilary Pollack
24 Februar 2015, 8:30am

„Tragbare" Technologie wird ja oft als der neueste Trend angepriesen. In den letzten Jahren versuchte Google mit seiner Glass-Technologie die Zukunft zu erobern (und scheiterte) und Apple brachte erstmals eine „Smartwatch" heraus, die dir quasi dein Smartphone ans Handgelenk schnürt, und derzeit wird ein „Wearable" entwickelt, das deine Sex-Daten aufzeichnet. Daneben gibt es noch einen ganzen Trenchcoat voller Devices, die du dir anschnallen kannst, um dein Training zu optimieren.

Aber die Japaner, die allgemein große Fans von Technologie, besonders aber von Robotern sind, beschlossen, das ganze Konzept um die Wearables noch einmal einen Schritt weiterzuentwickeln. Mit Daten über deinen Körper gefüttert zu werden, ist zwar hilfreich, aber wäre es nicht noch praktischer, einen Roboter zu kreieren, der dich buchstäblich füttert, während du joggst?

Der japanische Safthersteller Kagome aus Nagoya hat kürzlich die Tomatan-Maschine präsentiert, ein freundlicher—um nicht zu sagen gruseliger—Droid mit Tomatenkopf, der auf deinen Schultern sitzt, während du joggst, sprintest, spazierst, was auch immer. Zieh am angebrachten Hebel und der Arm des Roboters greift hinter sich, nimmt eine Tomate und führt sie zu deinem Mund, damit du reinbeißen kannst. Ziemlich nützlich—vorausgesetzt eine ganze, rohe Tomate zu essen, ist etwas, dass du während dem Joggen gerne machen würdest, allein aber nicht schaffst. Hier ist das Video:

Der Tomatan kann bis zu sechs Tomaten tragen, wenn du bei deinem 10k-Lauf voll und ganz auf Caprese setzt. Shigenori Suzuki von Kagome, der im Video erscheint und die Verwendung des Tomatan bei der Pressekonferenz vor einigen Tagen vorführte, erklärt die Wahl der Frucht folgendermaßen: „Tomaten habe sehr viele Nährstoffe, die Müdigkeit bekämpfen." Uns verwirrt aber eher, wie ein 8 kg schwerer Roboter während dem Laufen auf den Schultern zu tragen, nicht zu besagter Müdigkeit beiträgt.

Suzuki trug diese technische Neuheit auch auf einen 5k-Lauf, um seine Funktionsweise noch einmal zu demonstrieren, und ein weiterer Läufer des Unternehmens trug eine kleinere, leichtere Version des Roboters—er wiegt nur 2,7 kg und hat einen Timer eingebaut, der dem Träger dabei hilft, den Tomatenkonsum aufzuteilen, und zwar während des Marathons in Tokio, der am Sonntag stattfand.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kagome versucht hat, der Running-Crowd Tomaten zu verkaufen. Anfang letzten Jahres präsentierte das Unternehmen Tomaten-Automaten im bekanntermaßen automatenfreundlichen Tokio in der Hoffnung, die Athleten davon zu überzeugen, ihre Energie und Nährstoffe von Tüten mit frischen Tomaten statt Sportgetränken oder Proteinbars zu tanken. Aber für umgerechnet 2,60 bis 3,50 Euro für eine kleine Packung war es nicht gerade ein Schnäppchen, auf die roten Früchte umzusteigen.

Zufällig ist Kagome nicht das einzige Unternehmen, das frische Produkte als Läufernahrung verkaufen will—Dole war beim Marathon in Tokio sein direkter Konkurrent. Zwei Läufer trugen für das Früchteunternehmen beim Marathon ihre „smarten Bananen". Dabei handelt es sich um echte, essbare Bananen, in die Sensoren und LED-Lichter eingebaut wurden, die Nachrichten über die Schale des Obsts übertragen. Das Device misst deine Herzfrequenz, deine Laufzeit und sagt dir, wann es Zeit für einen Bananensnack ist.

„Das ist keine normale Banane. Sie ist der beste Begleiter jedes Marathonläufers. Du kannst sie an deinem Handgelenk befestigen und mit ihr bis ins Ziel rennen", lautet es im Werbevideo, das Dole letzte Woche veröffentlich hatte.

dole-wearable-banana

Foto von Dole

Wer wird also die uneingeschränkte Herrschaft im Running-Business an sich reißen?

Das wird sich wohl noch herausstellen, aber mit einer Banane am Handgelenk läuft es sich auf jeden Fall leichter, als mit einem Roboter in der Größe eines Kleinkinds auf den Schultern, egal wie gut es gemeint ist.

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