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Gesundheit

Wie du dein Steak isst, könnte sich auf deine geistige Fitness auswirken

Dass zu viel durchgebratenes oder gegrilltes Fleisch krebserregend sein soll, haben wir alle schon einmal gehört. Jetzt glauben Forscher, es könnte aber auch einen Zusammenhang mit Demenz und Alzheimer geben.
Hilary Pollack
Los Angeles, US
9.4.15

Möchten Sie ihr Steak blutig, englisch, rosa, halbrosa oder durch?

Die meisten würden wahrscheinlich sagen, dass das eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Magst du den Geschmack von Blut? Magst du dein Rind rot, rosa oder braun?

Obwohl Wissenschaftler schon seit langem vor den Karzinogenen in gegrilltem Fleisch und Fisch warnen, konnte bisher keine wirklich direkte Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen verkohlten Hamburgern und Krebs nachgewiesen werden. Zahlreiche Studien belegen jedoch einen Zusammenhang zwischen Krebs bei Labortieren und dem Konsum von gegrilltem oder angebratenem Fleisch. Das ist auf die hohen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff-Werte zurückzuführen, die sich krebserregend auswirken.

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Aber nicht nur der Grill macht dein Rib Eye potentiell gefährlich—auch seine Garstufe. 1999 konnte eine Studie eine höhere Anzahl an Dickdarmkrebserkrankungen mit durchgebratenem Fleisch in Verbindung bringen und ein Review bestätigte 2010 den Zusammenhang mit anderen Krebsarten. Aber was ist eigentlich mit unserem Gehirn?

Laut einer Studie der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York City, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, kommt es für alle Liebhaber von durchgebratenem Fleisch noch dicker: Anscheinend stellt eine glycotoxinreiche Ernährung—ein Stoff, der hochkonzentriert auch in durchgebratenem Fleisch vorkommt—ein Risikofaktor für die Entwicklung von altersbedingter Demenz dar.

Falls du also jeden Mittag einen komplett braunen und demnach durchgebratenen Burger verdrückst, solltest du ernsthaft darüber nachdenken, dir sofort aufzuschreiben, wo du deine Schlüssel hingelegt hast.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass bei Mäusen, die auf eine glycotoxinreiche Diät gesetzt und mit sogenannten Advanced Glycation End-Produkten, oder AGES, gefüttert wurden, die Wahrscheinlichkeit deutlich höher war, demenzähnliche Symptome zu entwicklen. Sie wiesen außerdem höhere Beta-Amyloid-Protein-Werte—die Basis von „senilen Plaques" bei Alzheimerpatienten—in ihren Gehirnen auf.

Im zweiten Teil der Studie wurden das Essverhalten, die Insulinwerte und die kognitive Funktion von 93 Personen über 60 Jahren in New York über einen Zeitraum von neun Monaten aufgezeichnet. Die Forscher untersuchten die Menge der AGEs in ihrem Blut sowie den Konsum von glycotoxinreichen Lebensmitteln. Das Ergebnis: Bei Personen mit höheren Glycotoxinwerten im Blut wurden ausgeprägtere Symptome des kognitiven Verfalls festgestellt.

Da die Studie im sehr kleinen Rahmen und auf eine sehr keine geografische Region begrenzt war, bedarf es noch weiterer Forschung, bevor überzeugende Schlussfolgerungen im Hinblick auf die schädlichste Art der Fleischzubereitung und des Fleischkonsums gezogen werden können.

Wenn man aber die immer eindeutiger werdene Beweislage im Hinblick auf die negativen gesundheitlichen Folgen von gegrilltem, geräuchertem und durchgebratenem Fleisch betrachtet, könnte es jedenfalls nicht schaden, das Steak früher oder später englisch lieben zu lernen.