Bundesliga

Held des 26. Spieltags: Thomas Delaney

Der Dreierpacker gegen Freiburg bringt endlich wieder „Nordisch by Nature"-Attribute zu Werder. Statt einem Glücksball interessiert den Dänen zudem nur sein Wikipedia-Eintrag.
3.4.17
Foto: Imago

Mit 5:2 gewann der SV Werder Bremen eindrucksvoll beim SC Freiburg – und nach dem Spiel sprachen alle nur über einen Spieler: Thomas Delaney. Der dänische Mittelfeld-Leader schoss seine Bremer mit drei Toren zum Sieg und überzeugte nicht erst in Freiburg. Seitdem das 2-Millionen-Schnäppchen aus Kopenhagen im Winter geholt wurde, läuft es. Der 25-Jährige hat sich ins Team eingespielt und rudert die Hanseaten sowohl spielerisch als auch kämpferisch aus der Abstiegszone: Werder ist seit sechs Partien ungeschlagen und holte 16 von 18 möglichen Punkten.

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Dabei ist Delaney ein Puzzleteil, das Werder lange fehlte. „Er ist ein Winner-Typ, der den Teamspirit und den unbedingten Willen auf die anderen überträgt", sagte sein Trainer Alexander Nouri über ihn. Zudem lebt er eine Philosophie, die Werder so lange auszeichnete und die einige Neuzugänge in den letzten Jahren oft vermissen ließen: Das Bremer Modell von „Nordisch by Nature". Delaney paart Bodenständigkeit mit Leidenschaft und Professionalität. Er strebt nicht nach bunten Frisuren oder dicken Lambos, sondern nach besseren Ergebnissen auf dem Platz. Er strahlt statt Lethargie unbändige Gier nach Erfolgen aus.

Held des 26. Spieltags ist Thomas Delaney, weil …

… der zentrale Mittelfeldspieler bei seinem ersten Tor wie ein blitzschneller Stoßstürmer vollstreckte.

… sein Kopfball-Heber zu seinem zweiten Treffer sanfter flog als die Bremen-Fans derzeit im siebten Himmel.

… sein weiteres Kopfballtor den ersten Dreierpack seiner Karriere besiegelte – und den ersten eines Bremers in dieser Saison.

… er nach dem Spiel keine großen Töne spuckte: „Ob ich schon einmal drei Tore geschossen habe? Nein – noch nicht einmal zwei."

… der bodenständige Däne nicht an Glücksbälle glaubt, sondern eher an harte Fakten: „Nein, den Ball habe ich nicht mitgenommen. Ich muss jetzt erst einmal schauen, ob mein Wikipedia-Eintrag auf dem neuesten Stand ist." Spoiler: Eine Stunde nach Abpfiff war die Gala-Info schon eingetragen.

… er neben den Toren seine Hausaufgaben erledigte, keiner mehr als seine 24 Zweikämpfe machte und seine Laufleistung von 11,7 Kilometern die zweithöchste aller Spieler auf dem Platz war.

.. er „safety first" noch einen vierten Treffer vorbereitete.

… er erst spät zündete und dann Richtung Himmel flog: „In der ersten Hälfte habe ich nicht einmal gut gespielt. Und am Ende war das wohl der großartigste Tag in meinem bisherigen Fußballer-Leben."

… er am „großartigsten Tag" seiner Karriere trotzdem konzentriert blieb und nur eine kleine Feier plante: auf „zwei Drinks mit meiner Partnerin" …