Gefeuert, aber trotzdem was zu feiern: Beiersdorfer freut sich mit Gisdol und Puffgröße

Beiersdorfer wurde als Vorstandsvorsitzender am Donnerstag gefeuert. Trotzdem konnte er sich anscheinend für seinen „Ex-Verein" freuen. Abgelöst wird er vom langjährigen Eintracht-Boss Bruchhagen.

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12 Dezember 2016, 10:35am

Screenshot: Facebook/Kalle Schwensen

Beim HSV hätte nach dem 1:0 gegen Augsburg und dem ersten Heimsieg der Saison so etwas wie Ruhe einkehren können. Schließlich war es auch der zweite Dreier in Folge. Doch stattdessen steht der Bundesliga-Dino mal wieder wegen Personalveränderungen auf der Verantwortlichen-Ebene in den Schlagzeilen: Der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer muss nach rund zwei Jahren gehen und wird vom langjährigen Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen abgelöst.

Über die Entscheidung wusste er laut Spiegel Online-Informationen schon seit letztem Dienstag Bescheid und wird sich wohl aus genau diesem Grund am Wochenende auch „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr" oder so ähnlich gedacht haben. Denn die Hamburger Rotlicht-Größe Kalle Schwensen hat gestern ein Bild auf Facebook hochgeladen, das ihn unter anderem mit Beiersdorfer und HSV-Trainer Markus Gisdol zeigt. Kalle Schwensen ist seit 40 Jahren auf der Reeperbahn zu Hause und gilt als Hamburgs „Vorzeige-Zwielichtgestalt" (Spiegel), der sogar auf dem Führerschein sein Markenzeichen, eine Ray-Ban-Pilotenbrille, tragen darf. Von 1984 bis Ende 1994 war er Betreiber des Top Ten Club und wurde 1996 angeschossen, heute gehören ihm der SM-Klub „Club de Sade" und „Das Verlies". Vor allem Gisdol und Beiersdorfer grinsen fidel um die Wette. Aber klar, der HSV steht ja auch wieder auf dem Relegationsplatz, also alles wieder im Lot.

Screenshot: Facebook/Kalle Schwensen

Doch Spaß beiseite. Schaut man sich Beiersdorfers Bilanz an, ist so gar nichts im Lot. Vor allem nicht aus wirtschaftlicher Hinsicht. Denn unter seiner Ägide hat Hamburg rund 90 Millionen Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben, nahm gleichzeitig aber nur 38 Millionen ein. Und dem satten Minus stehen sehr dürftige sportliche Ergebnisse gegenüber. In der Saison 2014/15 wendete der HSV den drohenden Abstieg erst in der Relegation ab, in der letzten Saison wurden die Rothosen Zehnter.

Jetzt also Bruchhagen, ein Mann, der zwar zwischen 1992 und 1995 schon mal als Manager beim HSV fungierte, bis zum Sommer aber die Geschicke eines anderen deutschen Traditionsvereins, der Eintracht aus Frankfurt, lenkte. In seinen rund 13 Jahren bei der SGE äußerte sich Bruchhagen zu dem ein oder anderen Thema, auch zu Hamburgs Mäzen Kühne. Dessen finanzielle Unterstützung sei „kein fairer Wettbewerb". Und solange er bei der Eintracht das Sagen habe, werde es ähnliche Praktiken nicht geben, meinte er in einem Interview. Nun ja, jetzt ist er ja beim HSV. Also Schwamm drüber.

Bruchhagens wichtigste Aufgabe wird sein, die vakante Stelle des Sportdirektors endlich zu besetzen. Spätestens dann wird Kalle Schwensen wieder mit seiner Ray Ban und HSV-Verantwortlichen in die Kamera grinsen, dieses Mal aber mit Heribertchen im Schlepptau.