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Polizei verriegelt Geschäftsstelle—Der Hansa-Boss und seine Ultra-Freunde

Weil Hansa Rostocks Vorstandschef Michael Dahlmann mit Hilfe der Ultras Unterlagen aus der Geschäftsstelle holen wollte, wurde er nun angezeigt. Eine umstrittene Rolle spielt auch der Großinvestor Rolf Elgeti.
1.10.15
Foto: Imago

Beim Drittligisten FC Hansa Rostock ist das sportliche Geschehen nun endgültig in den Hintergrund gerückt. Laut Angaben des Vereins am Donnerstagmittag ist Vorstandschef Michael Dahlmann von seinem Amt direkt zurückgetreten und die Polizei riegelte die Geschäftsstelle des Vereins ab. Gegen den 37-Jährige liegt laut einem Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Untreue am Vereinsvermögen vor.

In der Nacht zum Donnerstag hatte die Polizei im Auftrag der Rostocker Staatsanwaltschaft die Geschäftsstelle des FC Hansa abgeriegelt— zuvor wurde der Klub-Boss angezeigt. Zwar kam es laut Polizei zu keiner Durchsuchung, doch eine Pressekonferenz musste abgesagt werden und die Hansa-Mitarbeiter durften die Geschäftsstelle am Donnerstagmorgen nicht betreten.Grund für den Polizeieinsatz: Dahlmann sei in der Nacht von verschiedenen Zeugen beobachtet worden, wie er Unterlagen aus der Geschäftsstelle holen wollte. Offenbar halfen ihm dabei mehrere Männer, die zur Ultra-Szene des Vereins gehören sollen. Vor der nächtlichen Aktion berichteten NDR und Ostseezeitung über Dhalmanns engen Kontakt zu Fans der Ultra-Szene.

Die Dokumente beider Medien belegen, dass Dahlmann per Mail unter anderem bei szenebekannten Ultras am vergangenen Wochenende um Rat bat, mit welcher Strategie er in die nächste Sitzung mit dem Aufsichtsrat gehen solle. Zudem soll der Mailverkehr belegen, dass Diskussionen geführt wurden, wie bestimmte Personen des Aufsichtsrats zum Rücktritt gedrängt werden können. Hansa-Investor Rolf Elgeti scheint bei dem Mailverkehr mitgemischt zu haben.